Auswertung der Schulanmeldungen

Gute Schulen, schlechte Schulen

Vor allem Berliner Schulen in sozialen Brennpunkten haben mit Problemen zu kämpfen. Nicht jeder Schüler kann hier seine Wunschschule besuchen.
Vor allem Berliner Schulen in sozialen Brennpunkten haben mit Problemen zu kämpfen. Nicht jeder Schüler kann hier seine Wunschschule besuchen.
Die künftigen Schüler der siebten Klassen sind ihren neuen Schulen zugeweisen worden. Ein Bericht über die Erfolge und Misserfolge des Wechselverfahrens.

In Problemkiezen haben Familien oft ein schlechtes Los gezogen: Teilweise wurde jedes fünfte Kind einer unbeliebten Schule mit zu wenig Neuanmeldungen zugewiesen. Morgen sollen ihnen alternative Möglichkeiten vorgeschlagen werden.

Die am wenigsten nachgefragten Lehreinrichtungen sind häufig unattraktive ehemalige Haupt- oder Gesamtschulen in Wohngegenden, deren soziale Lage angespannt ist. Viele Kinder mit Lernschwächen und aus familiär kritischen Verhältnissen besuchen hier den Unterricht. Doch den Problemschulen soll geholfen werden. Der Senat plant dafür auch die spezielle Betreuung von besonders lernstarken Schülern.

Spezielle Klassen für starke Schüler

Solche gesonderten Lerneinheiten sind an der Gustav-Falke-Grundschule in Berlin-Wedding schon üblich. Gute Fähigkeiten in der deutschen Sprache werden mit speziellen Angeboten in Naturwissenschaft und besonderen Englisch-Kursen belohnt. So können auch Eltern, die Wert auf eine gute Ausbildung legen, im Bezirk gehalten werden.

Besonders betroffen sind Sekundarschulen in der Innenstadt. Friedrichshain-Kreuzberg führt die Liste der Bezirke mit unattraktiven Schulen an, dahinter folgen Neukölln und Mitte. Bis zum 11. Mai müssen die 1100 an Problemschulen verwiesenen Familien bekanntgeben, ob sie die vorgeschlagene Alternativlösung akzeptieren. Sie können sich auch selbst auf die Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Kind machen.

Jagd nach freien Plätzen

770 bzw. 264 Plätze sind an Gymnasien und Sekundarschulen im Stadtgebiet noch frei. Welche Schulen zu den unbeliebten gehören, gab die Bildungsverwaltung nicht bekannt. Man wolle ein Ranking vermeiden, so die Sprecherin Beate Stoffers. Falls die Eltern sich selbst auf die Suche nach einer weiterführenden Schule machen, müssen sie sich also eigenhändig an sämtliche Bezirke wenden.

Die Kepler-Sekundarschule in Neukölln gehört zu den unbeliebten Schulen. Nur 20 Schüler haben sich hier auf 100 freie Schulplätze beworben, so Direktor Wolfgang Lüdtke. Die geringe Anzahl von Interessenten begründet der Schulleiter damit, dass sich seine Lehranstalt als einzige in Neukölln nicht mit einer Realschule zusammenschließen konnte. Statt einer Sekundarschule sei die Kepler-Schule in den Augen vieler Eltern noch immer eine Hauptschule.

Dem daraus resultierenden Wunsch nach einer Umbenennung habe der Bezirk leider nicht zugestimmt. Viele unversorgte Schüler werden nun dieser Schule zugewiesen. Ob Klassen für lernstarke Kinder bei der Aufertung von Schulen helfen könne, will Schulleiter Lüdke nicht beurteilen. Aber „nachdenken“ könne man auch über diese Maßnahme.

Erfolgreiches Verfahren

Trotz aller Schwierigkeiten hat sich das neue Verfahren des Schulwechsels durchgesetzt. Auch wenn per Los entschieden wurde – 95 Prozent aller Siebtklässler konnten an den von ihnen favorisierten Schulen untergebracht werden. So lautet das primäre Ergebnis der Auswertung des Verfahrens. In Gymnasien lag die Trefferquote noch höher. 98 Prozent aller Schüler landeten hier an ihrer Wunschschule.

Auch frühere Hauptschulen finden sich unter den beliebtesten Schulen, so Staatssekretär Rackles. Besonders die Nachfrage nach Plätzen an der Werner-von-Stephan- und der Heinz-Brandt-Schule war groß. Meist handelt es sich bei den besonders nachgefragten Schulen jedoch um Einrichtungen mit gymnasialer Oberstufe. Eine Ausnahme bilden die Herbert-Hoover-Schule im Wedding und die Lichtenberger Alexander-Puschkin-Schule.

An den grundständigen Gymnasien sind noch 150 Platze frei. Unter denjenigen mit Schnellläuferklassen sind am Lessing-, am Dürer- und am Humboldt-Gymnasium noch 27 Plätze zu vergeben, so Rackles. Und das beliebte Rosa-Luxemburg-Gymnasium kann eine weitere Hochbegabtenklasse eröffnen.


Quelle: Der Tagesspiegel

Rosa-Luxemburg-Oberschule, Kissingenstr. 12, 13189 Berlin

Telefon 030 91607730
Fax 030 91607731

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