Gedenken an Diktatur der Nationalsozialisten

Themenjahr "Zerstörte Vielfalt"

In den kommenden Monaten werden Säulen am Brandenburger Tor über die Biografien zahlreicher von den Nazis verfolgter Persönlichkeiten informieren - nur ein Programmpunkt des Themenjahres "Zerstörte Vielfalt".
In den kommenden Monaten werden Säulen am Brandenburger Tor über die Biografien zahlreicher von den Nazis verfolgter Persönlichkeiten informieren - nur ein Programmpunkt des Themenjahres "Zerstörte Vielfalt".
Mit mehr als 500 Veranstaltungen und Ausstellungen erinnert das Land Berlin in diesem Jahr an die Machtergreifung der Nationalsozialisten vor 80 Jahren.

Unter dem Motto „Zerstörte Vielfalt“ öffnen zahlreiche Organisationen, Bildungs- und Kultureinrichtungen das ganze Jahr hindurch ihre Türen für die Besucher. In verschiedenen Ausstellungen, bei Filmvorführungen, Vorträgen oder im Rahmen von Theaterabenden können sie sich über die weitreichenden Folgen der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 informieren. In kürzester Zeit machte das Regime unter Adolf Hitler das vormals so vielfältige kulturelle Leben in der Metropole Berlin zunichte.

Eines der zentralen Projekte des Themenjahres, das in Kooperation mit der Humboldt-Universität und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin organisiert wird, ist die kostenlose Ausstellung „Zerstörte Vielfalt – Berlin 1933 – 1938“ im Foyer des Deutschen Historischen Museums. Darin werden nicht nur 40 am Themenjahr beteiligte Organisationen, sondern auch verschiedene geschichtsträchtige Orte in Berlin und ihr Bezug zur Etablierung des Nationalsozialismus vorgestellt. Die Ausstellung, die bis zum 10. November für die Besucher geöffnet bleibt, soll damit auch als Inspirationsquelle für geschichtliche Rundgänge durch die Berliner Innenstadt dienen.

Zentrale Open-Air-Ausstellung am Brandenburger Tor

Ein weiterer Höhepunkt ist die große Open-Air-Ausstellung, die ab dem 30. Januar am Brandenburger Tor besichtigt werden kann. Über 200 einflussreiche und in den 30er Jahren verfolgte Berliner Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur werden im Rahmen der Schau auf großen Litfaßsäulen präsentiert. Die einzelnen Biografien sind auch auf der Website des Themenjahres einsehbar. Zu den vorgestellten Persönlichkeiten gehören bekannte Personen wie der Theologe Dietrich Bonhoeffer, der Schriftsteller Erich Kästner oder der Künstler Max Liebermann – aber auch heute weniger prominente Akteure wie der Zirkusdirektor Arthur Blumenfeld, die Sexualberaterin Käte Frankenthal oder die Opernsängerin Fritzi Massary werden den Betrachtern vorgestellt.

Ergänzt werden die „Portraitsäulen“ am Brandenburger  Tor von den sogenannten „Stadtmarkierungen“: An verschiedenen Orten im Stadtgebiet können sich Passanten, Touristen und Anwohner kostenlos und unter freiem Himmel über den Berliner Alltag vor und den kulturellen Niedergang nach 1933 informieren. Auf dem Tempelhofer Feld widmet sich beispielsweise eine Ausstellung unter dem Motto „Feiern und Zerstören“ der allgegenwärtigen Inszenierungskultur der Nationalsozialisten; am Lustgarten steht der Themenkomplex „Widerstand und Öffentlichkeit“ im Zentrum des Interesses und rund um die Rudi-Dutschke-Straße geben die Initiatoren des Themenjahres historische Einblicke in den Medienstandort Berlin-Kreuzberg.

Umfangreiches Gedenken

Zahlreiche Kulturveranstaltungen ergänzen dieses breite Ausstellungsangebot. So liest etwa am 26. Februar Ursula Krechel in der Schwartzschen Villa aus ihrem mit dem Deutschen Buchpreis 2012 ausgezeichneten Roman „Landgericht“, auf dem Bebelplatz findet am 10. Mai eine ökumenische Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bücherverbrennungen statt und im Theater im Treptower Park präsentiert das Seifenblasen-Figurentheater das Stück „Hannes und Paul“, in dem eine Jugend im von den Nationalsozialisten beherrschten Deutschland auf die Bühne gebracht wird.

Das genaue Programm, alle Adressen und weitere Infos finden Sie hier

Themenjahr "Zerstörte Vielfalt", Unter den Linden 78, 10117 Berlin

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