Tiergarten
Berliner Zoo

Löwenpaar wieder fit

Löwenpaar wieder fit
... seiner Schwester Aketi geht es wieder besser.
Den Löwengeschwistern Aru und Aketi im Berliner Zoo scheint es wieder besser zu gehen. Der Verdacht, dass ein Tierhasser am Werk gewesen sei und die Löwen vergiftet habe, hält sich dennoch.

Aru liegt auf der Seite. Auf einer Art Regal, das wie ein riesiges Bücherbord wirkt. Er hat die richtige Größe für einen Löwen. Manchmal zucken seine Pfoten, die über das Brett hängen. Eine Frau auf der anderen Seite des Gitters scherzt: „Das sieht ja aus, als liege er auf einer Krankenbahre.“ Ein älterer Herr sagt zu seiner kleinen Enkelin: „Guck mal, der ist müde.“ Unterdessen spaziert das zweite Raubtier im Käfig, eine Löwin, gelassen hin und her.

Sie kämen nicht aus Berlin und wüssten gar nicht, dass die fünf Jahre alten Löwengeschwister Aru und Aketi krank sind, erzählen viele Zoobesucher im Raubtierhaus. Noch am Freitag berichteten Besucher, die Tiere hätten schwankend im Löwengehege gestanden, mit Schaum vorm Maul. Sie litten seit Beginn vergangener Woche unter Bauchkrämpfen und Atemnot, es schien sogar fraglich, ob sie am Leben bleiben würden. Manche Verantwortliche im Zoo vermuten, dass ein Besucher die Löwen vergiftet haben könnte.

Die Gerüchteküche brodelt

Am Sonnabend scheinen die Tiere ermattet, aber auf dem Weg der Besserung zu sein. „Ihnen geht es wieder verhältnismäßig gut, sie machen einen besseren Eindruck als gestern“, sagt Ragnar Kühne, einer der Veterinärmediziner. „Und das Futter war weg. Das heißt, mindestens einer hat ordentlich gefressen.“ Das Antibiotikum hat scheinbar angeschlagen, doch noch weiß niemand, was mit den Geschwisterlöwen los war. Weil sie während der Krankheit so wenig Nahrung zu sich genommen haben, konnte der Tierarzt ihren Kot nicht untersuchen, um die Ursache für Koliken und Atemnot festzustellen. „Dass beide gemeinsam krank geworden sind, lässt Spekulationen zu“, so Kühne. Und spekuliert wurde eine ganze Menge in den letzten Tagen.

Raubtierkurator Heiner Klös hatte vergangenen Freitag erklärt, dass man im Zoo die „Vermutung hege, dass ihnen etwas reingeworfen wurde“ – eine Aussage, die von Direktor Bernhard Blaszkiewitz noch am selben Abend dementiert wurde. Tierarzt Kühne erklärt: „Wir haben keine Anhaltspunkte, was wirklich passiert ist.“ Er könne sich ebenfalls nicht vorstellen, dass jemand vorsätzlich etwas ins Gehege geschmissen hat, um den Löwen zu schaden. Es könne sich auch um einen Infekt handeln, die den beiden Raubkatzen zu schaffen machte.

Besucher werfen unachtsam Sachen weg

„Ich habe mir Sorgen um die Löwen gemacht. Eine Vergiftung wäre das Logischste. Die Leute können ja einfach Buletten rüberwerfen“, sagt Wilfried Lieder. Er verkauft als Mitglied des Fördervereins des Zoos an einem Stand Bücher und Kuscheltiere, um den Zoo zu unterstützen. Jedoch habe er selbst noch nie so etwas beobachtet. Zoosprecherin Claudia Bienek hat da schon Anderes erlebt. „Neulich habe ich gesehen, wie eine Besucherin fast ein Leberwurstbrot ins Koi-Aquarium geworfen hat“, sagt sie. Das konnte sie gerade noch abwenden. „So etwas passiert immer wieder. Vor allem in den Wasserbecken finden wir viel: Handytaschen, Bälle, Feuerzeuge und leere Pappbecher.“

Die Zoomitarbeiter seien sowieso sensibilisiert, darauf besonders zu achten – aber das ginge eben nicht immer und an jedem Ort. Dass jemand durch den Zoo geht und absichtlich Tiere umbringen will, befürchtet der Zoo nicht. Außer im Löwenkäfig schien in den vergangenen Tagen kein Krankheitsfall suspekt.

Bei einer älteren Stammbesucherin bleiben dennoch Zweifel: „Erst unser Knut, dann gab es ja noch andere merkwürdige Fälle und jetzt das. Das sind ganz schön viele unheimliche Sachen in ziemlich kurzer Zeit.“

Zoologischer Garten, Hardenbergplatz 8, 10787 Berlin

Telefon 030-254010

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22. März bis 14. Oktober 09:00 bis 19:00 Uhr

Zoologischer Garten

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