Verhandlungen um neue Tierlieblinge

Berliner Zoo sucht wieder Pandabären

Berliner Zoo sucht wieder Pandabären
Bambus kauen in Berlin. Den Pandabären Bao Bao schenkte China 1980 dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. 2012 starb Bao Bao mit 34 Jahren.
City West - Der Zoo bemüht sich erneut um Pandabären für seine Charlottenburger Gehege. Doch das ist eine ganz schwierige Geschichte.

Sie haben 42 Zähne. Und Kulleraugen. Und schwarze Ohren, Augen, Pfoten und Schultern. Der Rest von ihnen ist weiß. Wenn sie auf die Welt kommen, wiegen sie so viel wie ein Hamster, also 1000 Mal weniger als ihre Mutter.

Und sie fressen Bambus. Immer wieder Bambus.

Alles klar? Selbstverständlich, kann ja nur die Rede von Pandabären sein. Die wichtigsten Infos über sie hat man in Berlin allerdings nicht mehr ganz so schnell parat, seit Bao Bao im August 2012 im seligen Alter von 34 Jahren sanft verblichen ist.

Gut möglich, dass die Infos irgendwann wieder schneller abrufbar sind. Der Berliner Zoo bemüht sich jedenfalls seit Monaten um Pandas (optimalerweise zur Gründung einer Kleinfamilie), ganz im Stillen, ganz im Geheimen. Gut, so geheim ist es jetzt nicht mehr, die Nachricht ist durchgesickert, der Zoo bestätigt es in einer Pressemitteilung.

„Der Zoo würde sich freuen und hat lange Erfahrung“

Aber man muss sich solche Bemühungen vorstellen, als würde ein neuer Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine ausgearbeitet. Alles grundsätzlich auf höchster, auf diplomatischer Ebene. Dagegen sind Verhandlungen zwischen Bahn und Lokführer-Gewerkschaft GDL Kindergeburtstag.

Und weil alles so kompliziert ist, kann es sein, dass auch eine Zeit lang gar nichts passiert und erst mal wieder ein paar Fragen geklärt werden müssen, bevor man weitere Schritte unternimmt.

„Der Zoo würde sich über ein junges Pandabärchen freuen und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Haltung von diesen Tieren“, verkündet der Zoo gleichwohl. Stimmt ja, Bao Bao hatte ja eine Gefährtin, Yan Yan lebte bei ihm und sollte eine gute Mutter werden.

Zwischen den Bären funkte es nicht

Leider fühlte sich Bao Bao mehr von Bambus, Hühnersuppen und Reisknödeln angetörnt als von der femininen Leihgabe aus China, deshalb blieb das Duo ein Duo. Bis 2007 zumindest, bis Yan Yan finales Opfer eines Darmverschlusses wurde.

Bao Bao blieb als Solist in seinem Käfig, mäßig bewundert von vielen Zuschauern. Die hatten ja nicht erwartet, dass er als Sexbestie durch sein Revier tobt, aber auf etwas mehr Interesse an Yan Yan hatten sie schon gehofft. Mit Yan Yans Vorgängerin Tian Tian lief auch nichts. Aber bitte, dafür konnte Bao Bao in diesem Fall nichts. War es vielleicht seine Schuld, dass Tian Tian starb, bevor er, Bao Bao, zeugungsfähig wurde?

Vielleicht wird das neue Pärchen eine Leihgabe, vielleicht ein Geschenk, vielleicht kommt auch nur ein Bär, vielleicht kommt gar keiner, das weiß ja niemand. Wie gesagt, es gibt ja auch Phasen, in denen in Sachen Verhandlung gar nichts passiert. Nur mal grundsätzlich: Sollte tatsächlich der Transfer eines Pandas vereinbart werden, dauert die Ankunft des wertvollen Tiers so lange, dass bis dahin locker eine artgerechte Anlage gebaut werden kann. Das versichert Christiane Reiss, die Kommunikationschefin des Zoos. „Bis jetzt haben wir die Punkte einer solchen Anlage noch gar nicht geprüft.“

Und selbstverständlich kämen der Panda oder das Pärchen in den Zoo, nicht in den Tierpark. „Dorthin, wo die meisten Zuschauer sind“, sagt Christina Reiss.

Naturkundemuseum plant Panda-Schau

Im Moment stehen für den Zoo vielmehr Yan Yan und Bao Bao im Mittelpunkt des Interesses. Die Bären werden im Museum für Naturkunde präpariert und dort von Januar bis Juli 2015 „als Demoplastiken“ (so nennt sie der Zoo) bei der Sonderausstellung „Panda“ gezeigt. Danach wird Yan Yan nach China gebracht. Das ist schon lange vereinbart.

So ein Panda ist ja, wie Eisbär Knut, bares Geld wert. T-Shirts, Schlüsselanhänger, Stoffpandas, sonstiger Krimskram, Besucher werden mit Angeboten überschüttet. Aber natürlich geht es auch ums Prestige. Österreich? Hat ’nen Panda. Frankreich? Hat auch einen. Viele westeuropäische Zoos haben einen Panda. Und Berlin? Hat rührselige Erinnerungen, mehr nicht.


Quelle: Der Tagesspiegel

Zoo Berlin, Hardenbergplatz 8, 10787 Berlin

Telefon 030 254010

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