Fahrdienst-Freude

Der Berlkönig darf weiterfahren

Berlkönig von BVG und Viavan an der Ampel
Gnadenfrist: Der Berlkönig von BVG und Viavan darf noch bis mindestens Ende Oktober weiterfahren.
Nach noch nicht einmal zwei Jahren Testbetrieb sollte der Berlkönig eigentlich schon im April wieder eingestellt werden. Dann wurde bis Ende Juli Aufschub gewährt. Und nun geht's weiter bis mindestens Oktober!

Jippie! Wir freuen uns: Der Berlkönig darf noch bis Ende Oktober weiterfahren. Mindestens! Nachdem der Aufschub erstmal bis Ende Juli galt, heißt es nun: die Gespräche zur Zukunft unseres geliebten Sammeltaxis geht weiter.

Die Auflagen gelten nach wie vor: Maximal drei Fahrgäste werden mitgenommen und wie in den Öffis gilt natürlich auch hier die Mundschutz-Pflicht.

Projekt seit Monaten unklar

Es war ein Schock für alle Fans des Fahrdienstes der BVG. Nachdem es lange hieß, dass das Gebiet des Berlkönigs innerhalb Berlins endlich erweitert werden soll und 200.000 Kund*innen bereits damit fahren, sollte zu Ende April Schluss damit sein. Wie das kam?

Gemeinsam mit der amerikanischen Firma Viavan, die aktuell die Kosten für den Betrieb trägt, hatte die BVG im September 2018 einen Testbetrieb gestartet. Dank dem Angebot können Fahrgäste sich „günstige und zugleich umweltschonende Fahrten“ im Stadtgebiet teilen. Der Probelauf sollte vier Jahre gehen. In Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte lief und läuft der bestens. „Klar, Berlin hat einen ziemlich guten Nahverkehr“, sagt uns BVG-Pressesprecherin Petra Nelken. „Aber manchmal muss man doch dreimal umsteigen. Dann sagt Google, mit dem Auto bist du in zehn Minuten da – ohne Parkplatzsuche.“ Deshalb wollte die BVG ihre Flotte und das Bediengebiet verdreifachen (vom Tierpark bis zum ZOB); dabei bis Ende 2020 zu 100 Prozent auf Elektromobilität umstellen.

 

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Ein Beitrag geteilt von Gesellschaftsbilder.de (@gesellschaftsbilder) am Apr 10, 2019 um 2:15 PDT

Aber nur, wenn das Land Berlin sein Go gegeben und das Projekt vor allem ab 2021 bezuschusst hätte. Sogar ein offener Brief der Fahrer*innen erreichte die rot-rot-grüne Koalition. Aber die sagt Nein. Die Linke und SPD haben das Projekt u.a. aus Kosten-Nutzen-Gründen abgewählt. Denn Fakt ist auch: Der Dienst ist (noch) nicht kostendeckend. Der Vertrag mit Viavan lief im April aus. Potentiell müsste der Bund übernehmen, perspektivisch 43 Millionen Euro investieren.

Einzige Berlkönig-Hoffnung könnten jetzt noch die Grünen sein. Sie wollten zwar auch keine Landesmittel beisteuern. Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek sagt: „Aber wir finden die Idee von Ride-Pooling grundsätzlich wichtig und deshalb haben wir heute (18.2. – Anmerkung der Redaktion) sehr facettenreich diskutiert.“ Ihre Partei hat ihren Beschluss zurückgestellt …

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