Neue Show "The Wyld"

Wat Wildes gefällig?

Wat Wildes gefällig?
Was die Bühne des Friedrichstadt-Palastes so alles kann, ist schon beachtlich.
Spandauer Vorstadt - Aliens, Ballerinas, BMXler, Akrobaten, Travestiekünstler, Nofretete, Pudel - ja, die neue Revue "The Wyld" im Friedrichstadt-Palast fährt in Sachen Vielfalt schwere Geschütze auf. Wir waren bei der Medienpremiere der teuersten Bühnenshow Berlins - und unsere Meinungen gingen auseinander.

Über 10 Millionen Euro hat The Wyld gekostet, das sieht man der neuen Show definitiv an. So viele Kostüme, Glitzer, Galaxien, Schwenkbühnen und verschiedene Künstler auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen – zumindest nicht innerhalb von zwei Stunden. Was der Friedrichstadt-Palast da bietet, lässt einen an mancher Stelle schon ehrfürchtig auf dem unbequemen Stuhl staunen. An anderer Stelle – vor allem bei der Vorstellung mit den Pudeln – geht das Ganze in Och-wie-süß-und-lustig-Rufe über. Obwohl Tiernummern ja generell immer mit Vorsicht zu genießen sind. Und an wieder anderer Stelle stockt einem fast der Atem, weil der Trapezkünstler vom Duo Markov seine Partnerin bei ihrem sogenannten „Aerial Bamboo“ durch die Luft segeln lässt wie ein Gummiband.

Manchmal war aber auch alles einen Tick too much, zum Beispiel wenn der komische BMX-Fahrer zum x-ten Mal seine kleinen Tricks während anderer Nummern, zu denen die seine überhaupt nicht passen wollte, zeigte. Oder wenn gar so viele Herzchen und blinkende Sternchen vor dem Berliner Fernsehturmhintergrund waberten. Ballerinas tanzten, Nofretete entstieg dem Museum, Aliens führten Kunststücke in Wasser-Lampen auf und Akrobaten bauten beachtliche Mensch-auf-Mensch-Konstruktionen. Die Kostüme des renommierten Designers Manfred Thierry Mugler kamen dabei sehr futuristisch daher, manchmal meines Erachtens etwas zu sehr im Bondage-Stil und auch nicht unbedingt mit erkennbar durchgängigem Konzept. Vielleicht war ja gerade das das Konzept? Die Show kann es mit all ihrer Vielfalt sicher mit den Pionieren in Las Vegas aufnehmen, ein roter Faden erschloss sich mir dabei nicht wirklich.

Geteilte Meinungen

Während ich das Spektakel im Großen und Ganzen als ziemliches Sammelsurium gesehen habe, war meine Kollegin Doris Sommerer hellauf begeistert: „Bombastisch, phänomenal, atemberaubend!“ und „Ein Muss für jeden Revue-Fan“, findet sie.

„Allein, wie in Sekundenschnelle die größte Theaterbühne der Welt von Ägypten mit Nofretete in eine Bühne mit Showtreppe und 32 entzückenden Showgirls verwandelt wird. Die leuchtenden Farbenspiele, die Künstler, die farbenfrohen Kostüme, teilweise auch außerirdisch mit blinkenden Herzen, waren einfach überwältigend. Niedlich waren auch die Pudel mit ihren Darbietungen und musikalisch war es auch super“, erklärt der neue eingefleischte The Wyld-Fan.

Am heutigen 23. Oktober findet die Gala-Premiere statt, ab 24. Oktober läuft die Show dann täglich – außer montags – um 18.30 Uhr. Tickets gibt es hier.

 

„Die beiden Akrobaten-Nummern waren wirklich atemberaubend, die Kostüme zumindest teilweise auch ganz schön beeindruckend, die gesanglichen Qualitäten hervorragend – aber im Großen und Ganzen war die Show für mich ein ziemlicher Overkill, ein Zuviel an Allem, bei dem man oft gar nicht wusste, wohin man jetzt eigentlich am besten genau schauen soll.“

Friedrichstadt-Palast Berlin, Friedrichstr. 107, 10117 Berlin

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