Gelände der Alten Börse

Weddinger Bierbrauer jetzt in Marzahn

Weddinger Bierbrauer jetzt in Marzahn
Das Team der Bierfabrik: Sebastian Mergel, Sanni Penack, André Schleypen, Julian Schmidt (v.l.n.r.). Zur Foto-Galerie
Marzahn-Süd - Früher brauten die drei Studenten Sebastian Mergel, André Schleypen und Julian Schmidt im Wedding nebenher Bier aus Leidenschaft, inzwischen haben sie unter dem Namen "Berliner Bierfabrik" einen festen Standort auf dem Gelände der Alten Börse Marzahn gefunden. Ein Ortstermin.

Sie ist leicht zu übersehen, die neue Bierquelle im Süden von Marzahn. Nur ein kleines Papierschild gibt darüber Auskunft, was sich hinter den Mauern des unscheinbaren Flachbaus tut. Doch das gehört irgendwie zum Charme der Alten Börse dazu. Deren weitläufiges Gelände beherbergt außerdem ein Café mit Biergarten, wo ein weiteres vor Ort gebrautes Bier („Marzahner“) ausgeschenkt wird; des Weiteren ehemalige Künstler aus dem Tacheles, den neuen Club Czar Hagestolz und verschiedene andere Kleinbetriebe.

„Es ist ein sehr schönes, ruhiges, charmantes Gelände“, findet auch André Schleypen, einer der Köpfe hinter der Bierfabrik und hauptsächlich für deren finanziellen Bereich zuständig. Er und seine ursprünglich zwei Mitstreiter – vor Kurzem ist noch Sandra Penack für die Event-Koordination hinzugestoßen – hatten sich während des Studiums der Ingenieurwissenschaften kennengelernt. Julian Schmidt kannte sich mit dem Brauen bereits aus und die drei beschlossen, ein eigenes Bier zu kreieren. Mit dem „Wedding Pale Ale“ stießen sie auf Anhieb auf gute Resonanz und gewannen sogar einen studentischen Brauwettbewerb.

Gebraut wird in Eigenregie

Weitere Sorten unter dem Markennamen „Beer 4 Wedding“ folgten; der Hopfen dafür wurde teilweise auf einem Dach im Soldiner Kiez angebaut. Für den eigentlichen Brauprozess mussten Mergel, Schmidt und Schleypen jedoch auf freie Kapazitäten bestehender Brauereien zurückgreifen. Das Dasein als sogenannte ‚Gypsy Brewery‘ warf irgendwann die Frage auf, ob die drei das Ganze als zeitaufwendiges Hobby weiterbetreiben oder sich mit einer eigenen Produktionsstätte professionalisieren wollten. Herausgekommen ist die Berliner Bierfabrik.

Im Keller der Brauerei lagern nun die Rohstoffe. Vom Maischeprozess (Vermischung von Malz und Wasser, aus der eine süße Flüssigkeit hervorgeht) über das Läutern (Filtern der Bierwürze), das Kochen der Würze unter Zugabe von Hopfen, das Klären, Kühlen und schließlich Gären unter Zugabe von Hefe finden alle Produktionsschritte in den neuen Räumlichkeiten statt. Nach der fünf- bis zwölftägigen Gärung wird das Bier schließlich noch üblicherweise zwei bis sechs Wochen gelagert, um dann abgefüllt und ausgeliefert zu werden. Eine Abfüllanlage für Flaschen wird die Bierfabrik demnächst in Betrieb nehmen.

Natürlich ist rein

Mit ihrem Unternehmen sind die Ex-Weddinger und Neu-Marzahner Brauer ein Beispiel für die auch in Deutschland immer stärker werdende Craft Beer-Bewegung. Ihre ‚handwerklich‘ gebrauten Sorten unterscheiden sich nicht nur von den industriell produzierenden Großbrauereien, sondern häufig auch von den kleinen, traditionellen Betrieben, die nach dem deutschen Reinheitsgebot produzieren. Das erste entsprechende Gesetz von 1516, das ausschließlich den Zusatz von Gerste, Hopfen und  Wasser zulässt, hält Schleypen für überholt. Die aktuell geltende Verordnung umfasse ohnehin schon zwei Seiten an erlaubten Zusatzstoffen – warum sollte man dann nicht mit spannenden neuen Sorten experimentieren? „Ich finde, ein Bier ist rein wenn ich natürliche Zutaten nehme“, sagt der Brauer.

So wird beispielsweise beim erfolgreichen Wedding Pale Ale Langkorn-Reis verarbeitet. Weitere Sorten im Angebot sind etwa das untergärige Rotbier, Lieblingssorte von Sandra Penack, oder das exotisch betitelte Schabrackentabier, ein Pale Ale, dessen Label tatsächlich ein Tapir schmückt.

Das Bier aus Marzahn gibt es schon in diversen Kneipen und Läden der Hauptstadt zu kaufen. Gelegenheit zum Probieren besteht auch am 23. Oktober bei der Craft Beer Night im Weddinger Studio 8 oder beim Konzert von Rummelsnuff am 7. November im Badehaus Szimpla.

Foto Galerie

Berliner Bierfabrik, Beilsteiner Straße 51, 12681 Berlin
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