Biohotel Almodóvar

Grünes Design eckt an

Grünes Design eckt an
Mehrere Eimer Teer wurden gegen die Hauswand geschüttet, wodurch die Graffitis des Friedrichshainer Street-Art-Künstlers Bombye teils zerstört wurden.
Mit dem Almodóvar hat auf der Boxhagener Straße ein Biohotel eröffnet, das den Nachhaltigskeitsgedanken konsequent verfolgt - aber gleichzeitig Sinn für Stil zeigt. Allerdings war das Haus vor zwei Tagen bereits Ziel eines Anschlags.

„Gentrifizierungs-Gegner haben sich im Internet schon zur Tat bekannt“, erklärt Hotel-Inhaberin Alexandra Müller-Benz. Ihr steckt der Schock über den Angriff, bei dem sämtliche Scheiben im Erdgeschoss eingeschlagen und Eimer mit Teer auf die Fassade gekippt  wurden, noch in den Knochen. Den Schmutz an den Fenstern habe man teilweise schon beseitigen können, das Glas wird noch ausgewechselt. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines möglichen politischen Hintergrunds. Und das, obwohl Alexandra Müller-Benz und ihr Mann Axel Benz mit ihrem Biohotel doch wirklich nur Gutes im Sinn haben.

Die beiden Pädagogen waren auf der Suche nach neuen Räumen für ihre Ausbildungsakademie Campus Naturalis GmbH, bis die Idee entstand, den Auszubildenden in Kunst-, Musik- und Tanztherapie gleichzeitig eine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten. „Wir fanden es passend, unsere Akademie mit eigenen Räumen zu koppeln. Schließlich kann es in der Musiktherapie auch mal laut werden“, erzählt die Chefin lachend.

Erst vergangene Woche wurde die Einrichtung, die nach dem spanischen Regisseur und Oscar-Preisträger Pedro Almodóvar benannt ist, eröffnet. Und sie beweist, dass Öko durchaus designorientiert sein kann. „Bio muss schon sehr lange aus dieser Müsli-Ecke raus. Wir alle müssen etwas tun, um unsere Erde auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Unser Hotel richtet sich an Menschen, die Konsum auch nachhaltig gestalten wollen“, erklärt Müller-Benz das Konzept.

Fair und Bio sind da zwei Paar Schuhe. Während alle Speisen und Getränke im zugehörigen Bistro Bardot – es wird vegetarisch und teils vegan gekocht – aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, geht es bei den T-Shirts der Crew beispielsweise nicht nur darum, dass die Baumwolle Bio ist, sondern dass auch die Herstellungsbedingungen für das Kleidungsstück korrekt sind. Auf diese beiden Ebenen wurde im Hotel bei jeder Kleinigkeit geachtet.

Aus den Steckdosen fließt Ökostrom, selbst die Cocktails auf der Karte tragen das Bio-Siegel, Lampen, Bänke und Gläser sind Recyclingprodukte, auf die Wand kam nur Kalkfarbe ohne Chemie, eine Yoga-Matte gehört zur Grundausstattung jedes der 60 Zimmer, im Bad steht zertifizierte Naturkosmetik und Minibar-Kühlschränke gibt es auch nicht – die fressen zu viel Strom.

Biohotel Almodóvar, Boxhagener Straße 83, 10245 Berlin

Biohotel Almodóvar

Nein, das sind keine echten Steine. In der Lobby stehen handgefilzte Loungemöbel.

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