Privatsammlung

Kunsttipp: Vierte Dauerausstellung im Boros Bunker

Die US-amerikanische Künstlerin Bunny Rogers, die sich in ihren Werken viel mit Avataren und der digitalen Welt auseinandersetzt, gilt als Shooting-Star.
Die US-amerikanische Künstlerin Bunny Rogers, die sich in ihren Werken viel mit Avataren und der digitalen Welt auseinandersetzt, gilt als Shooting-Star.
Wenn du bereits eine der letzten drei Dauerausstellungen im Boros Bunker besucht hast, müssen wir dir vermutlich nicht sagen: Auch die vierte ist wieder mehr als sehenswert. Als zentraler Anker der zahlreichen Skulpturen, Bilder und Installationen fungiert die Verdinglichung unseres Körpers.

Im Bunker triffst du zuerst auf drei Werke von Alicja Kwade, eine Altbekannte bei Boros –  und mittlerweile ein Star der internationalen Kunstszene. Die junge deutsch-polnische Künstlerin schafft es schnell, uns hineinzuwerfen in die Gedankenwelt rund um unsere Körperlichkeit, unser Dasein, unsere Zeit. Darum geht es auch vorrangig in der neuen, vierten Dauerausstellung: um unsere Körper, die schrittweise zu technoiden Geräten mutieren, also um die Verdinglichung unserer Körper. Über 20 zeitgenössische Künstler*innen füllen nun zum vierten Mal die 80 Räume des Boros Bunker mit ihren Werken. Allein die 3000 Quadratmeter Raum sind beeindruckend – und dass hier die Kunstsammler Karen und Christian quasi ihr Wohnzimmer für alle öffentlich machen. Denn gezeigt werden ausschließlich Stücke aus ihrer privaten Sammlung.

Diesmal sind es Arbeiten von Jean-Marie Appriou, Julian Charrière, Thomas Eggerer, Cyprien Gaillard, Ximena Garrido-Lecca, Yngve Holen, Klára Hosnedlová, Anne Imhof, Alicja Kwade, Victor Man, Kris Martin, Nick Mauss, Jonathan Monk, Adrian Morris, Paulo Nazareth, Berenice Olmedo, Amalia Pica, Bunny Rogers, Michael Sailstorfer, Wilhelm Sasnal, Pieter Schoolwerth, Anna Uddenberg, Julius von Bismarck, Eric Wesley und He Xiangyu.

Zur Geschichte des Bunkers

Die Nationalsozialisten ließen den Reichsbahnbunker 1943 für bis zu 2000 Menschen errichten – das erklärt die imposanten Ausmaße von 18 Metern Höhe und 1000 Quadratmetern Grundfläche. Nach der Nutzung durch den sowjetischen und ostdeutschen Geheimdienst nannte der DDR-Volksmund das Gebäude auch liebevoll Bananenbunker, da dort Trocken- und Südfrüchte aus Kuba gelagert wurden. Ab 1992 feierte die Berliner Jugend im ehemaligen Bunker ihre Parties – in diesem Hardcore-Techno Club organisierten schon die Gründer des legendären Berghains ihre Events. Seit 2003 stellt der jetzige Besitzer Christian Boros dort seine Sammlung an zeitgenössischer Kunst aus und wohnt auch in einem Penthouse auf dem Dach.

Die Ausstellung läuft seit 1. Mai 2022, voraussichtlich vier Jahre lang. Tickets inkl. Führung musst du vorher online reservieren – am besten mit ordentlich zeitlichem Vorlauf.

Sammlung Boros, Reinhardtstraße 20, 10117 Berlin

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