Vintage-Mode in Neukölln

Jedes Kleid hat seine Geschichte

Jedes Kleid hat seine Geschichte
Veist Kleidergeschichten liegt in der Selchower Straße in Neukölln - gegenüber vom Café Circus Lemke und nur drei Minuten vom U-Bahnhof Boddinstraße entfernt. Zur Foto-Galerie
Der kleine Vintage-Modeladen Veist Kleidergeschichten in Neukölln trägt eine Feder im Logo, die die Verbindung von Kleidern und Geschichten symbolisiert. Nicht ohne Grund: Zu den ausgesuchten Stücken, die Sandra Troegl und Anna Veit hier anbieten, gibt es Anekdoten, die etwas Unverwechselbares schaffen.

Kleidung verdient eine besondere Behandlung – diesen Grundsatz haben sich die Betreiberinnen von Veist Kleidergeschichten zu Herzen genommen, als sie im November 2011 ihren Laden in der Selchower Straße eröffneten. Sandra Troegl und Anna Veit möchten ein Zeichen gegen die Wegwerf-Mentalität setzen, die im Umgang mit Textilien häufig vorherrscht. Sie verkaufen Stücke aus sieben Jahrzehnten und versehen sie mit einer ganz individuellen Note, in dem sie Anekdoten aus deren  Vergangenheit aufschreiben, die manchmal wahr und manchmal zumindest möglich sind. So verrät beispielsweise ein roter Gürtel mit goldener Schnalle, dass er aus der Versace-Boutique in Mailand stammt und sich gefreut hat, ein Geburtstagsgeschenk gewesen zu sein.

Oberteile, Kleider, Pullis, Schuhe, Taschen und Accessoires bekommen Troegl und Veit direkt von den Vorbesitzern. Denen bieten die Veist-Inhaberinnen an, nicht mehr benötigte, gut erhaltene Stücke für sie im Laden zu verkaufen. Findet sich eine Käuferin, werden die Einnahmen fifty-fifty geteilt. Darüber hinaus hängen in dem charmanten kleinen Laden die Werke von Mitbesitzerin Anna Veit und befreundeten Jungdesignerinnen: Ketten aus Holz und Messing von mies nobis, Leinenschals mit besonderer Haptik von commeonveut, Blumenbänder mit isländischem Touch von Kristjana und Accessoires aus alten Lederresten von Veits Label 116.

Der eigene Laden im eigenen Kiez

Die Idee zu ihrem eigenen Shop kam Sandra Troegl, die auch in der Gegend wohnt, als sie mit ihrem Freund nebenan im Café Circus Lemke saß und das verrammelte Ladengeschäft entdeckte. Nach diversen Recherchen und Rücksprache mit Anna Veit, der Freundin aus gemeinsamen Kölner Zeiten, stand der Beschluss fest. Bis zur Eröffnung des gemeinsamen Ladens vergingen nur drei Monate.

Über den Standort war sich Troegl schnell klar: „Das war der erste Kiez, wo ich das Gefühl hatte: hier möchte ich bleiben.“ Sie freut sich über die vielen Kontakte zu Nachbarn, Künstlern und anderen Inhabern kleiner Geschäfte, die sich in der Gegend ebenfalls ihren Lebenstraum erfüllt haben. Der Veist-Shop ist selbst ein kleiner Kiez-Treffpunkt geworden: Es gibt Tausch-Partys, auf denen die Kleidungsstücke direkt die Besitzerin wechseln und eine Tauschkiste, aus der sich Kundinnen mit wenig Geld kostenlos bedienen dürfen. Manche Kundinnen, deren Kleider im Laden verkauft werden, lassen sich auf einen niedrigeren Preis ein, wenn sie hören, dass die Interessentin aus der Nachbarschaft kommt: „Den Leuten geht es darum, zu erfahren, wer etwas gekauft hat“, erzählt Troegl.

Den beiden Veist-Betreiberinnen ist daran gelegen, mit ihrem Laden auch dem Kiez etwas zurückzugeben und selbst jene Anwohner von sich zu überzeugen, denen die steigende Lebhaftigkeit der Selchower Straße zu viel wird. So kooperieren sie mit der „Schilleria“, einem Jugendklub für Mädchen, verkaufen von dessen Besucherinnen gebastelte Karten und veranstalten Flohmärkte mit übriggebliebenen Kleidungsstücken, deren Erlös dem Klub zugutekommt.

Weitere Informationen unter veistberlin.com

Foto Galerie

Veist Kleidergeschichten, Selchower Straße 32, 12049 Berlin

Telefon +49 30 95606251

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Mittwoch bis Samstag von 14:00 bis 19:00 Uhr

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