Arbeitskreis zeigt betroffene Orte

Spaziergang gegen Mieterverdrängung

Zwischen Boxhagener, Holtei- und Weserstraße wird bald gebaut - entstehen sollen auch bezahlbare Mietwohnungen. Doch reichen die aus?
Zwischen Boxhagener, Holtei- und Weserstraße wird bald gebaut - entstehen sollen auch bezahlbare Mietwohnungen. Doch reichen die aus?
Der Arbeitskreis "Keine Rendite mit der Miete" lädt für den 24. April zu einem Spaziergang durch Friedrichshain. Besucht werden Orte, an denen sich Bewohner gegen ihre Verdrängung wehren. Die Aktivisten hoffen, dass eine Koordination des Widerstands gelingt.

Die Situation ist bekannt: Bezahlbarer Wohnraum in den zentralen Lagen von Berlin wird knapp. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen lohnt sich und wird von vielen Immobilienbesitzern angestrebt. Manche setzen dagegen auf Luxussanierungen und finanzkräftige Mieter. Beide Gruppen haben ein Problem: Alt-Bewohner, die sich weder das eine noch das andere leisten können und auch kein Bedürfnis verspüren, ihre vertrauten vier Wände zu verlassen.

Manche Eigentümer gehen mit juristischen Mitteln oder echten Schikanen gegen umzugsunwillige Mieter vor. Auch der Stadtteil Friedrichshain bleibt aufgrund der steigenden Immobilienpreise von der Entwicklung nicht verschont. Die Gegenwehr erfolgt häufig unkoordiniert, findet der Arbeitskreis „Keine Rendite mit der Miete/Friedrichshain“. Betroffene Mieter informieren sich zwar, vernetzen sich jedoch eher selten. Mit einem „mietenpolitischen Spaziergang“ möchten die Friedrichshainer Aktivisten nun Abhilfe schaffen.

Vernetzung angestrebt

Bei der Führung durch den Kiez werden Orte und Häuser besucht, in denen es juristische oder sonstige Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Eigentümern gibt. Dabei wird über die unterschiedlichen Protestformen informiert. Betroffene sollen dadurch angeregt werden, gemeinsam aktiv zu werden und so den Druck auf Immobilienbranche und Politik zu erhöhen. Zum Abschluss des Spaziergangs ist gegen 20 Uhr eine Kundgebung auf dem Boxhagener Platz mit Videos und Redebeiträgen geplant.

Mit den Themen Mieterverdrängung und Zwangsräumungen mobilisiert die linke Szene auch am 1. Mai. Eine unangemeldete Demonstration um 17 Uhr am Kreuzberger Mariannenplatz steht laut dem Web-Portal Indymedia unter dem Motto „Schnauze voll: Verdrängung stoppen – Zwangsumzüge verhindern! Miet-Streik jetzt!“

Weitere Infos zum Arbeitskreis unter mietenstoppfriedrichshain.blogsport.de

Spaziergang gegen Mieterverdrängung, Krossener Straße 21-22, 10245 Berlin

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