• Mittwoch, 22. April 2015

Ab ins Havelland

15 Geheimtipps für die Bundesgartenschau

  • BuGa 2015
    Die Bundesgartenschau ist gestartet! Foto: dpa - ©picture alliance / dpa

Am 18. april ist die Bundesgartenschau im brandenburgischen Havelland gestartet. 1,5 Millionen Besucher werden bis Oktober erwartet. Wir haben 15 Geheimtipps für die Schau 2015 für Sie zusammengetragen.

Auf 80 Kilometer Länge dehnt sich die Bundesgartenschau im Havelland zwischen Brandenburg und Havelberg aus. Sie eröffnete am Sonnabend um 9 Uhr und ist bis zum 11. Oktober geöffnet. Da fällt es nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten. Wir haben deshalb einige Geheimtipps jenseits der offiziellen Wegweiser: unsere 15 besten Empfehlungen der Buga 2015, die man gesehen oder probiert haben sollte.

Beim Trinken an New York denken

"Bugaloo" heißen die auf der Buga verkauften Apfelsaftflaschen, die in einer kleinen Mosterei in Ketzür bei Brandenburg abgefüllt wurden. Die Äpfel wurden an den Straßenrändern im Havelland gesammelt. Beim Namen nahmen die Mosterei-Leute Anleihe am Musikstil Boogaloo, der in den 1970er Jahren in New York aus einer Kombination zwischen Rock'n Roll, Bomba und Son entstanden war.

Pflanzen beim Wachsen zuschauen

Jeder Hausbesitzer, der mal auf die verrückte Idee kam, Bambus in seinem Garten anzupflanzen, kennt die Folgen: Im Handumdrehen wachsen die Wurzeln überall hin, zwei bis drei Meter pro Jahr. Die Buga-Gärtner haben den Bambus daher in Plastikgefäßen eingesperrt. In Premnitz sind diese durchsichtig, sodass jeder den Bambus wachsen sehen kann.

Optische Täuschung spüren

Lösen verschiedene Farben tatsächlich Wärme- und Kältegefühle aus? Im Optikpark Rathenow kann das jeder ausprobieren. Der Selbstversuch klappte jedenfalls. Im Quadrat aus roten Stoffbahnen wurde es warm ums Herz, wogegen eine blaue Metallkonstruktion frösteln ließ.

Kakteen kosten

Brandenburg würden Kakteen in freier Natur gut zu Gesicht stehen, sagten sich die Gärtner in Stölln und bepflanzten eine große Fläche. Die stacheligen Exemplare halten das Klima gut aus, stammen sie doch von 2 500 Meter hohen Bergen in den USA. Dort herrschen Minustemperaturen von bis zu 25 Grad Celsius. Im Juni werden sie geschnitten und die Fruchtfleischstücke verkostet. Sie schmecken säuerlich, kann schon verraten werden.

Nagelschere schätzen lernen

Hände weg von groben Werkzeugen, wer im Garten die Nachbarn beeindrucken will. Die Friedhofsgärtner am Dom in Havelberg schneiden ihre Pflanzen nur mit der Nagelschere, um die grünen Triebe einzeln im Griff zu halten. Der eine Halm könnte ja schneller als der andere wachsen. Das Zuschauen erfordert genauso viel Geduld wie das Schneiden selbst.

Bunte Blumen ohne Wasser

Wer sich schon immer über das lästige Blumengießen ärgerte oder oft das Auffüllen des Wassers in der Blumenvase vergaß, findet in Havelberg eine Lösung. Die Töpferei am Dom zauberte farbenfrohe Exemplare aus Ton. Die sehen täuschend echt aus und sind garantiert pflegeleicht.

Nebenbei schlau werden

Weder van Goghs Sonnenblume noch die Phlox-Staude und auch nicht der Flieder stammen aus Europa. Die Samen dieser und anderer Pflanzen reisten als Souvenir, Trophäe, Medizin oder Forschungsgegenstand in Kisten und Koffern bewusst oder zufällig in und an Koffern und Kisten, in Hosen und Jacken aus fernen Ländern bis in unsere Gefilde. Nachzulesen ist das alles in einem Themengarten auf dem Packhof in Brandenburg.

In die Luft gehen

Einmal die Buga von oben sehen? Kein Problem in Stölln. Vom "heiligen Rasen" am Gollenberg, wo schon Otto Lilienthal seine ersten Gleitschirmversuche absolvierte, kann man sich in einem Segelflugzeug in die Lüfte begeben. Eine halbe Stunde kostet 45 Euro. Auf Wunsch werden die Gäste über die ganze Bundesgartenschau von Dom zu Dom geflogen.

Leine mit Hund abgeben

Selbst der kleinste, liebste und bravste Vierbeiner darf nicht mit auf die Buga-Areale. Dennoch muss kein Hundebesitzer auf einen Ausflug verzichten. Er meldet sich einfach beim Brandenburger Hundeservice an, der an einem Treffpunkt das Tier entgegennimmt, mit ihm Gassi geht und ihn hinterher zurückgibt.

Elektrisch vorfahren

Wer sich schon immer fragte, was an einem Elektrofahrrad so toll sein soll, findet vielleicht auf der Buga die Antwort. Denn an den Verleihstationen an den Bahnhöfen Brandenburg, Rathenow und Glöwen (9 Kilometer von Havelberg) stehen neben Hunderten anderen Fahrrädern auch 250 E-Bikes zur Verfügung. Für 18 Euro (20 ohne Buga-Ticket) kann man den ganzen Tag unterwegs sein.

Als eigener Kapitän schippern

Wenn sich die Buga schon entlang des blauen Bandes der Havel entlang zieht, dann sollte man auch aufs Wasser. Nichts leichter als das: in der Pension Havelfloß gegenüber dem Buga-Areal Packhof gibt es Flöße mit bis zu fünf Schlafplätzen und einer Mindestmietdauer von 22 Stunden. Nach kurzer Einweisung kann die Seefahrt täglich um 14 Uhr beginnen.

Nach oben steigen

Diese Buga ist auch eine Gartenschau der Aussichtsplattformen. In Brandenburg steht auf dem Marienberg die begehbare Friedenswarte, in Premnitz lockt die Aussicht vom Dach einer Pumpenanlage an der Havel, in Rathenow bietet die neue Weinbergsbrücke schöne Aussichten, in Stölln kann man den Gollenberg besteigen und in Havelberg lohnt sich der Blick vom Dombezirk auf Stadt und Fluss.

Waldmöpse drücken

Brandenburg als die Geburtstadt von Loriot ehrt den großen Künstler mit einem Waldmopszentrum. Im Humboldthain in der Nähe des Marienbergs kann man sitzende, liegende, schnüffelnde, stehende, nach hinten blickende und pinkelnde Waldmöpse betrachten. Von Vicco von Bülow stammt der wunderbare Satz: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos."

In den Himmel fahren

"Buga-Skyliner" wurde der höchste mobile Aussichtsturm der Welt getauft, der nacheinander in Brandenburg, Rathenow und Havelberg steht. Aus 72 Meter Höhe können jeweils bis zu 60 Personen gleichzeitig auf das Treiben auf der Erde schauen. Der Turm steht jeweils außerhalb der Buga und muss separat bezahlt werden (6 Euro; für Kinder ab 7 Jahre 4 Euro).

Auf Wein warten

Schon im Herbst sollen die ersten Flaschen Wein von den Reben auf dem Marienberg in Brandenburg (Havel) in den Verkauf kommen. Schon vor 850 Jahren wurde hier Wein angebaut. Für die Buga leisteten Winzer aus Freiburg fachliche Hilfe, um den Trinkwasserhochbehälter in einen Weinberg mit 2500 Reben zu verwandeln.

Adresse

Packhofstraße 27
14776 Brandenburg

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Quelle: Der Tagesspiegel
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