• Montag, 21. April 2014
  • von Susanna Gotsch

Raus aus Berlin

Besuch im Schiffshebewerk Niederfinow

  • Schiffshebewerk Niederfinow
    Beeindruckend groß: das Schiffshebewerk in Niederfinow. Foto: Wikipedia - ©Michiel1972

Das Schiffshebewerk in Niederfinow gehört zu den besonderen Highlights im Berliner Umland: Mehr als 150.000 Besucher, darunter auch viele Hauptstädter, kommen jährlich hierher, um sich von der Konstruktion und Funktionsweise des 60 Meter hohen Stahl-Ungetüms beeindrucken zu lassen. Dieses Wunderwerk der Ingenieurbaukunst ist nicht nur für Technikbegeisterte ein Muss - auch für Familien mit Kindern ist es ein ideales Ausflugsziel.

Nur sieben Jahre brauchten die Konstrukteure, um das Schiffshebewerk 1934 fertigzustellen. Es besteht aus gewöhnlichem Baustahl, der von über fünf Millionen Nieten zusammengehalten wird. Seine Aufgabe ist es, die über den Finowkanal schippernden Schiffe und Boote über einen Höhenunterschied von 36 Metern zu schleusen. Dieser gewaltige Kraftakt geht in gerade mal fünf Minuten vonstatten. Dazu braucht es 256 Draht-Seile, die den 4300 Tonnen schweren Trog inklusive Schiffe und Wasser auf- und abwärts hieven. 
 
Wie Einfahrt, Hebevorgang und Ausfahrt vonstatten gehen, können Besucher hautnah bei einer Besichtigungsfahrt miterleben. Gestartet wird an der Anlegestelle im Unterhafen des Schiffshebewerkes Niederfinow. Nach erfolgter Hebung wird im Bereich des Oberhafens gewendet. Nach der Abwärtsfahrt geht es wieder zum Ausgangspunkt zurück. 
 

Beeindruckender Ausblick

Wer wasserscheu ist, kann entspannt und in sicherem Abstand von der Galerie des Hebewerks aus zuschauen. Von dort bieten sich nicht nur interessante Einblicke in die Anlage, sondern auch ein herrlicher Ausblick auf das Oderbruch. 
 
Gleich neben dem Hebewerk wird unablässig gebaut: Noch in diesem Jahr soll dort ein zweites Schiffshebewerk fertiggestellt werden. Es soll noch viel größere Schiffe transportieren können als sein kleinerer Bruder. Zum Vergleich: Momentan passen Schiffe mit einer Länge von 85 Metern in den Trog. Die neue Anlage kann bis zu 115 Meter lange Lastkähne fassen. Deutlich veranschaulicht wird der Unterschied im neuen Besucherzentrum – anhand von Modellen, Schautafeln und Fotos. 
 
Wieder an der frischen Luft kann die Umgebung erkundet werden. Ganz in der Nähe des Hebewerks befinden sich noch Überreste einer alten Schleusenanlage, die seit den 1970ern unter Denkmalschutz steht und nicht mehr betrieben wird. Die gesamte Anlage mit vier Schleusen ist öffentlich nicht mehr zugänglich - nur für Mutter Natur, die sich alles Stück für Stück zurückerobert hat. 
 

Geschichten rund um Niederfinow 

Übrigens: Spannende Geschichten und allerhand Wissenswertes rund um das alte und das neue Schiffshebewerk hat Helmut Kluge zu erzählen. Herr Kluge, der heute das Schiffergasthaus betreibt, war über 40 Jahre als Techniker an den Bauwerken des Wasserstraßenamtes Eberswalde beschäftigt. Nun führt er täglich die Besucher durch die Anlagen des Schiffswerkes. Besonders Kinder ab 6 Jahren sind ihm willkommen. Eine zweistündige Führung kostet 3 Euro pro Person. Nach einer Besichtigungstour geht es zur Stärkung natürlich zu den Kluges ins Gasthaus. Eine rechtzeitige Anmeldung unter 033362/204 wird erbeten.

Schiffshebewerk Niederfinow

Hebewerkstraße 52
16248 Niederfinow

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Quelle: QIEZ
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