Die Bruno-Taut-Siedlung in Treptow

Wohnen im Tuschkasten

Wohnen im Tuschkasten
Rot und weiß: die Häuser in der Bruno-Taut-Sedlung sind bunte Farbkleckse im tristen Alltagsgrau. Zur Foto-Galerie
Die „Tuschkastensiedlung“, so wird sie auch genannt. Weil ihre Häuser so auffällig farbig sind. Als die Häuser der Bruno-Taut-Siedlung neu waren, wurde viel über sie geschimpft. Inzwischen pilgern zahlreiche Besucher nach Treptow, nur um die Tuschkastensiedlung zu sehen.

Viele kennen sie, die Bruno-Taut-Siedlung am Falkenberg. Vielleicht kennen sie noch mehr Menschen unter dem Namen „Tuschkastensiedlung“. Den hat sie erhalten, weil ihre Reihen- und Mehrfamilienhäuser in so vielen Farben gestrichen wurden. Anfangs stieß das Projekt des Architekten Bruno Taut auf viel Kritik. Es störe das gewohnte Bild, hieß es. Kein Wunder, denn Hausfassaden waren hier im frühen zwanzigsten Jahrhundert in erster Linie grau. Taut aber verpasste den Häusern, die im Stile englischer Reihenhäuser im Jahre 1914 erbaut wurden, jeweils eine eigene Farbe.

Heute bestaunen die Besucher der Bruno-Taut-Siedlung insgesamt 80 Reihen- und 10 Mehrfamilienhäuser. Das sind wesentlich weniger Gebäude als ursprünglich geplant. Denn eigentlich war Taut von 1.500 Wohnungen ausgegangen, in denen 7.000 Menschen Platz finden sollten. Tauts Grundgedanke bei diesem Bauprojekt war eine preiswerte Unterkunft bei einem möglichst hohen Wohnstandard. Tatsächlich aber entstanden schließlich nur etwa 134 Wohnungen, dann begann der Krieg.

Wohnen mit Denkmalschutz

Taut plante, die Siedlung als Gartenstadt anzulegen. Mittlerweile besitzt die Siedlung einen Gesangs- und Turnverein, eine Schachgruppe und eine freiwillige Feuerwehr. Sogar eine Siedlerzeitung mit dem naheliegenden Namen „Der Falkenberg“ bringen die Bewohner heraus. Neue Nachbarn sind übrigens in der Tuschkastensiedlung gern gesehen. Wer Interesse daran hat, selbst in einem der bunten Häuser zu wohnen, der wendet sich an die „Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG“.

Die Bruno-Taut-Siedlung steht seit 1963 unter Denkmalschutz und wurde nach den ursprünglichen Plänen im Jahre 1993 restauriert. Sogar Denkmalschützer aus dem fernen Japan besuchten die Siedlung. 2008 schaffte es die Gartenstadt Falkenberg auf die Liste für Kulturerbe der UNESCO.

Foto Galerie


Quelle: kompakt

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