Todestag von Marlene Dietrich

Auf den Spuren einer Legende

Die Hollywood-Diva ist immer eine Berlinerin geblieben.
Die Hollywood-Diva ist immer eine Berlinerin geblieben.
Am 6. Mai wäre die große Marlene 111 Jahre alt geworden. Auch wenn ihr Verhältnis zur Stadt mal von Liebe, mal von Abneigung geprägt war, ist und bleibt die in Schöneberg geborene Hollywood-Legende ein Berliner Kindl. Die neue Buchreihe "MERIAN porträts – Eine Stadt in Biographien" gibt konkrete Tipps zur Stadterkundung auf Marlenes Spuren.

„Nur wenige Texte beschreiben das Streben und Sehnen der Marlene Dietrich so treffend wie diese knappen Zeilen: „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin. / Deswegen muss ich nächstens wieder hin. / Die Seligkeiten vergang’ner Zeiten / sind alle noch in meinem kleinen Koffer drin. / Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin. / Der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn. / Auf diese Weise lohnt sich die Reise, / denn, wenn ich Sehnsucht hab’ / dann fahr’ ich wieder hin.“

Als Marlene Dietrich im Mai 1960 nach 29 Jahren Exil wieder vor deutschem Publikum in ihrer Heimatstadt Berlin auftreten will, ist die Begeisterung nicht groß. Die Berliner zeigen dem Weltstar deutlich ihre Abneigung. Die Schauspielerin, die das Dritte Reich aus der Ferne miterlebte, muss bei ihrer Ankunft Beschimpfungen wie „Marlene, hau ab“ und „Marlene, go home“ auf Transparenten lesen. Und sie wird als „Vaterlandsverräterin“ beschimpft. Doch die Dietrich, inzwischen 59, lässt sich nicht vertreiben. Ihr Konzert im Titania Palast wird schließlich zum Triumph, erstmalig in ihrer Gesangskarriere gibt sie sogar eine Zugabe. Das Repertoire umfasst Berliner Lieder und ist auf das Publikum der geteilten Stadt zugeschnitten. Als der letzte Ton ihres Liedes „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ verklungen ist, erhebt sich in der ersten Reihe ein Zuschauer, der begeistert applaudiert und auch alle anderen mitreißt. Berlins damaliger regierender Bürgermeister Willy Brandt bricht den Bann.

Marlene wird wieder zum Star in Deutschland, kehrt aber nicht zurück. Sie entscheidet sich erneut gegen ihr Heimatland und verbringt ihren Lebensabend im Ausland. „Die Deutschen und ich sprechen nicht mehr die gleiche Sprache“, erklärt sie, dennoch fühlt sie: „Berlin ist meine Heimatstadt! Ich bin Berlinerin und bleibe Berlinerin und ich bin dankbar, dass ich Berlinerin bin!“

(Auszug aus „Berlin – Eine Stadt in Biographien“ aus der Buchreihe „MERIAN porträts“, das es aktuell noch für sieben weitere Städte gibt, 16,99 Euro)

Wer das Berlin der Marlene Dietrich besuchen will, findet hier die wichtigsten Adressen:

Boulevard der Stars

Der deutsche „Walk of Fame“ am Potsdamer Platz ehrt Menschen, die in über einem Jahrhundert Film- und Fernsehgeschichte durch herausragende Leistungen aufgefallen sind, mit einem Stern. Zur Eröffnung des Boulevards der Stars im September 2010 wurde Marlene Dietrich der allererste Stern gewidmet. Gleich um die Ecke liegt auch der Marlene-Dietrich-Platz.
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Gedenktafel am Geburtshaus

Marlene Dietrich wurde am 27. Dezember 1901 als Marie Magdalene Dietrich in der Sedanstraße, der heutigen Leberstraße, im Kiez Rote Insel geboren. Ihre Mutter ist Tochter eines Berliner Juweliers, der sein Geschäft Unter den Linden hatte. Ihr Vater ist ein Polizeileutnant, der bereits 1908 verstarb. Eine Gedenktafel erinnert heute noch an ihr Elternhaus.
mehr Infos zur Gedenktafel am Geburtshaus

Dietrich Ehrengrab

Die Hollywood-Diva starb am 6. Mai 1992 in Paris. Offiziell hieß es an Herz- und Nierenversagen. Inoffiziell hat sie sich nach einem Schlaganfall mit Tabletten das Leben genommen. Ihre letzte Ruhestätte hat sie auf dem Schöneberger Friedhof in einem schlichten Grab nahe der Grabstätte ihrer Mutter. Sie gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin.
mehr Infos zum Dietrich Ehrengrab

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

Dieses Museum zeigt seit seiner Gründung 1962 die gesamte deutsche Filmgeschichte in Form von Filmplakaten, Fotos, Requisiten & Co. Von Marlene Dietrich gibt es hier eine von ihr selbst zusammengetragene umfangreiche Privatsammlung zu besichtigen.
mehr Infos zur Deutschen Kinemathek

Auf den Spuren einer Legende, Marlene-Dietrich-Platz 3, 10785 Berlin

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