Ohne Ausweg von Kathrin Lange

Lost Place: Alte Flugzeugfabrik wird zum fiktiven Gefängnis

Lost Place: Alte Flugzeugfabrik wird zum fiktiven Gefängnis
Dieses Graffiti fanden Kathrin Lange und ihr Mann auf dem Gelände der alten Flugzeugfabrik in Karlshorst - das Bild taucht auch im Roman auf.
Kathrin Langes Thriller sind hochspannend, aktuell und genaustens recherchiert. Den Hauptschauplatz ihres neuesten Werks, ein fiktives Hochsicherheitsgefängnis, fand sie auf ungewöhnliche Weise in Karlshorst.

Im dritten Teil von Kathrin Langes Thriller-Reihe muss Sonderermittler Faris Iskander Berlin retten – und das Ohne Ausweg. Nachdem sich schon die beiden Vorgänger 40 Stunden und Gotteslüge mit Terrorismus und religiösem Extremismus – auch von christlicher Seite – beschäftigten, stellt sich das neue Werk als erschreckend aktuell heraus. Genau am Erscheinungstag verübte Anis Amri den Anschlag am Breitscheidplatz.

In Ohne Ausweg plant der verurteilte islamistische Terrorist Muhammad al-Sadiq aus dem Gefängnis eine Anschlagsserie in Berlin. Um ihn zu stoppen, wird Faris Iskander undercover in das Hochsicherheitsgefängnis Karlshorst eingeschleust. Al-Sadiq ist nicht sein einziges Problem, denn auch eine rechtsradikale Organisation treibt in der Hauptstadt ihr Unwesen.

Schauplatz-Casting der besonderen Art

Ursprünglich wollte Kathrin Lange sich gar nicht dem Thema Islamismus widmen. Doch nach ihren ersten beiden Romanen ermutigte sie der Radio Eins-Moderator und Filmexperte Knut Elstermann in ihrem Vorhaben. Durch die Anschläge in Paris und Nizza stand das Projekt jedoch auf der Kippe: Lange selbst fragte sich, ob man einen Unterhaltungsroman über das Thema schreiben dürfe. Letztlich siegte die Überzeugung, sich nicht von Terroristen in dem beeinflussen zu lassen, was man gerne tut.

Ihr Hochsicherheitsgefängnis stellte Kathrin Lange auf das Gelände der alten Flugzeugfabrik in der Straße am Heizhaus. Das umzäunte, leer stehende Gebäude fand sie, als sie mit ihrem Mann von Google Maps angezeigte Freiflächen abfuhr. Ihre Prämisse dabei: Der Schauplatz sollte ein in der Realität nicht genutztes Gelände sein. Tatsächlich ist die Flugzeugfabrik wohl vor allem Lost Place-Enthusiasten ein Begriff, von denen Lange einige vor Ort antraf. Kurz in den Schlagzeilen war die Fabrik im Mai 2015, als es dort einen Großbrand gab und die Rauchsäule kilometerweit zu sehen war.

Auf stimmige Details legt Kathrin Lange viel Wert. Obwohl sie in einem Dorf in Niedersachsen lebt, ist sie regelmäßig in der Hauptstadt vor Ort, um für ihre Faris Iskander-Romane zu recherchieren. Dinge wie Distanzen oder die Fahrtdauer zwischen Schauplätzen wollen überprüft werden. Bei ihren Aufenthalten hat sie manche Orte besonders lieb gewonnen, darunter die Trattoria Rossi in Charlottenburg und die Krimibuchhandlung Hammett in Kreuzberg. Beide tauchen daher auch in ihren Büchern auf.

Ohne Ausweg: Thriller (Faris-Reihe, Band 3), Blanvalet Taschebuchverlag: 9,99 Euro. Weitere Informationen findest Du auf der Webseite der Autorin.

Lost Place: Alte Flugzeugfabrik wird zum fiktiven Gefängnis, Straße am Heizhaus, 10318 Berlin

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