"Aktiv für Rahnsdorf"

Wie Bürgerbeteiligung funktionieren könnte

Wie Bürgerbeteiligung funktionieren könnte
Wunderschöne Orte zum Entspannen findet man an jeder Ecke. Leider sind diese nie für die Öffentlichkeit zugänglich. Deshalb empfehle ich eher auf den Wasserwegen den Kiez zu erkunden. Dann kann man sich im kühlen Nass auch ganz schnell erfrischen.
Wilhelmshagen - Engagierte Bürger des Köpenicker Ortsteils Rahnsdorf haben sich am 26. Januar mit Unterstützung des Bezirksamts getroffen, um die Basis für eine gemeinschaftliche Umsetzung von Projekten und Anstöße an die Politik zu legen. Es war eine Zusammenkunft, bei der Chancen und Mühen der Bürgerbeteiligung erkennbar wurden.

Rahnsdorf im Südosten Berlins ist ein vergleichsweise gut situierter Stadtteil mit hohem Durchschnittseinkommen und viel Grün, gelegen an Müggel- und Dämeritzsee. Doch auch in diesem ruhigen Ambiente gibt es Potenzial für Verbesserungen und umtriebige Bürger, die sich darum kümmern wollen. Einige sind deswegen bereits in Vereinen aktiv, doch nun soll es eine gemeinsame Plattform für engagierte Rahnsdorfer über Vereinsgrenzen hinweg geben: „Aktiv für Rahnsdorf“. Einer der Ideengeber war Nikolaus Basedow, der bereits in der Seniorenvertretung des Bezirks aktiv ist. „Man sollte etwas tun, um die Bürger etwas dichter an die Aktivitäten der Verwaltung heranzuführen“, findet er.

So sitzt nun auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick mit am Tisch. Dessen Regionalkoordinatorin Sylvia Nietzold, unter anderem für den Ortsteil Rahnsdorf zuständig, hatte das erste offizielle Treffen des neuen Gremiums sogar organisiert, bei dem auch die Bezirksverordnete Karin Zehrer (SPD) anwesend war. „Ich bin richtig stolz darauf, dass die Rahnsdorfer sagen, sie wollen was machen und aktiv sein“, meint Nietzold und skizziert die Möglichkeiten. Einerseits könne man Projekte in der Gegend vorantreiben, auf die sich alle Teilnehmer einigen. Andererseits gehe es um die Erarbeitung von Vorschlägen, die dann in das Bezirksregionenprofil für Rahnsdorf Eingang finden, das demnächst vom Bezirksamt erstellt wird.

Die rund 25 Teilnehmer der ersten „Aktiv für Rahnsdorf“-Runde trafen sich am Montagnachmittag im Ulmenhof, einer Wohnanlage für Senioren und Menschen mit geistiger Behinderung in Wilhelmshagen. Auch deren Leiter, Pastor Frank Fechner, lebt seit 16 Jahren in der Gegend und brachte sich aktiv in die Themenfindung ein. Diese stand neben dem gegenseitigen Kennenlernen als Hauptpunkt auf der Tagesordnung von Regionalkoordinatorin Nietzold. Die anwesenden Bürger konnten Vorschläge auf Karten schreiben, die im Anschluss vorgetragen wurden.

Ideen vom Tourismuskonzept bis zum Aktivplatz

Bei diesem Prozedere wurden neben der Vielfalt der Wünsche und dem Engagement der Anwesenden aber auch die Hindernisse bei einer Bürgerbeteiligung deutlich. Schwer fiel vor allem die Trennung von Partikular- und Allgemeininteressen – schließlich ist es auf Ortsteilebene nicht einfach festzulegen, welche Fragen zu speziell sind, um sie gemeinsam anzugehen. Zu den genannten Themen gehörten die Unterstützung für einen barrierefreien Bahnhof, ein Inklusionsfest, Infrastruktur-Verbesserungen bei Internet und Telefon, die freundliche Aufnahme von Zuzüglern, Bäume für die Fürstenwalder Allee oder die Entwicklung des Kiezklubs zum Treffpunkt für alle Generationen. Auch ein Tourismuskonzept für ganz Rahnsdorf wurde gefordert – durch die Attraktivität der Gegend mehre sich die Zahl der Bootsfahrer, die mit ihren Vehikeln nicht umzugehen wüssten.

Als Vorbild für ihr Engagement diente den Anwesenden auch die Initiative von Rahnsdorfer Bürgern, die zur Restaurierung der örtlichen Friedhofskapelle führte. Hier wurde kürzlich der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Im Ulmenhof wiesen die Initiatoren darauf hin, dass sie die Unterstützung weiterer Anwohner gebrauchen könnten.

Gegen Ende des Treffens kristallisierte sich die Schaffung eines Aktivplatzes mit Sportgeräten für alle Generationen als ein mögliches Probe-Projekt von „Aktiv für Rahnsdorf“ heraus. Gleichzeitig sollen weitere Themen gesammelt werden. Eine Entscheidung wurde allerdings auf eine weitere Versammlung am 16. März vertagt. Nicht alle Anwesenden schienen über diesen offenen Ausgang  vollkommen glücklich, doch Sylvia Nietzold zeigte sich zuversichtlich, dass ein Grundstein gelegt ist: „Was wir hier initiieren, ist eine gute Methode um weiterzukommen.“

Stephanus-Stiftung Ulmenhof Berlin, Grenzbergeweg 38, 12589 Berlin
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