Ärger wegen Tangential-Verbindung Ost

Bürgerinitiative wehrt sich gegen Schnellstraße

Die Märkische Allee soll im Süden an das Teilstück der TOV (Tangential-Verbindung Ost) angebunden werden.
Die Märkische Allee soll im Süden an das Teilstück der TOV (Tangential-Verbindung Ost) angebunden werden.
Die "Bürgerinteressengemeinschaft – Wir sind Biesdorf-Süd" wehrt sich gegen den Bau eines Teilabschnitts der Tangential-Verbindung Ost (TVO). Über 500 Anwohner wollen mit Unterschriften einen alternativen Verlauf der Straße erwirken.

Streit in Biesdorf: Der Bau einer Schnellstraße zwischen Spindlersfelder Straße und Märkischer Allee erhitzt die Gemüter. Im Bebauungsplan ist eine vierspurige Straße geplant, die geradewegs zwischen Wohngebieten in Biesdorf-Süd verlaufen soll. Die „Bürgerinteressengemeinschaft – Wir sind Biesdorf-Süd“ hat 537 Unterschriften gesammelt, um Lärmbelästigung, Anbindungsstraßen und Landenteignung zu verhindern.

Kosten entscheiden wohl

Der Vorschlag der Bürgerinteressengemeinschaft sieht einen alternativen Verlauf der Straße westlich der Eisenbahnschienen vor. Dabei sollen Kurven Pufferzonen zwischen Häusern und Straßen ermöglichen und die Anwohner so vor Lärm schützen. Auch die Anbindung von Querstraßen ist in diesem Plan nicht vorgesehen. Andreas Jehmann, Sprecher  der Initiative, sagt:  „Die Bürgerinteressengemeinschaft hat sich gebildet, um den Kompromiss der Bezirksbürgermeister zur Streckenführung der TVO zu unterstützen. Unsere Hauptziele sind: Keine Anbindungsstraßen zur TVO durch Biesdorf-Süd, keine östliche Trassenführung über den Kompromiss der Bezirksbürgermeister hinaus.“

Jehmann sagt weiter, dass bei der östlichen Variante des Baus Lärmschutzwände durch die Vorgärten der Rägeliner Straße gebaut werden müssten. Zudem würde der Alltag von Schulen in der Gegend durch den zu erwartenden steigenden Verkehrsfluss in den Nebenstraßen massiv beeinflusst. Am 13. Dezember 2012 übergab Jehmann daher Verkehrssenator  Michael Müller die Unterschriftenliste, um ihn auf die Missstände hinzuweisen. Müller machte jedoch deutlich, dass tendenziell die weitaus günstigere Variante (östlicher Verlauf) in Angriff genommen werde. Neben den geringeren Kosten spielt dabei auch die Verkehrssicherheit (riskantere Linienführung durch Kurven) eine Rolle.

Entlastung der Treskowallee gefordert

Der Bürgerinteressengemeinschaft steht nicht nur die schlechte Haushalts- und Finanzlage Berlins entgegen. Die „TVO-Initiative“, die vorwiegend aus Wirtschaftsunternehmern besteht, wirbt auf ihrer Internetseite mit den vielen Vorteilen, die eine Fertigstellung der Schnellstraße mit sich bringe. Genannt werden unter anderem die leistungsfähige Verbindung zur Flughafenregion und zum zukünftigen Airport selber sowie die Entlastung der stark befahrenen Treskowallee und der Köpenicker Straße.

Die Tangential-Verbindung Ost ist eine vierspurige Schnellstraße, welche die drei Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick miteinander verbindet. Sie soll nach Beendigung der Bauarbeiten vom Adlergestell im Süden bis zum Stadtrandgebiet Ahrensfelde im Norden führen. 1970 wurde der nördliche Teil der TVO mit der Eröffnung der Märkischen Allee fertiggestellt. Es folgte im August 2007 die Spindlersfelder Straße, die das Adlergestell mit der Straße „An der Wuhlheide“ verbindet. Bis 2016 soll nun das letzte Stück der Verbindung gebaut werden.

Weitere Informationen unter: wir-sind-biesdorf-sued.cabanova.com/

 

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