Kiezbündnis Klausenerplatz

Charlottenburger Bürger-Idyll

Charlottenburger Bürger-Idyll
Auch der Ziegenhof in der Danckelmannstraße ist Teil des Kiezes rund um den Klausenerplatz.
Das Kiezbündnis Klausenerplatz setzt sich für seinen Charlottenburger Kiez und das gemeinschaftliche Zusammenleben der Nachbarschaft ein. Beim Aktionstag "Berlin - unsere saubere Stadt" sind freiwillige Helfer zu einer großen Pflanzaktion eingeladen.

In seinen Jugendjahren trat Klaus Betz für einen radikalen Wertewandel ein: „Ich war für die Revolution und wollte den Kapitalismus abschaffen.“ Irgendwann musste der heute 63-Jährige jedoch einsehen, dass er mit seinen Vorstellungen auf globaler Ebene nicht weiterkam und beschränkte sich fortan auf die „Veränderungen im Kleinen“.

Vor knapp 20 Jahren gründete Betz, Archivar an der Freien Universität, das Kiezbündnis Klausenerplatz. „Seit 1995 war die Gegend nicht mehr Sanierungsgebiet. Danach war es bergab gegangen“, beschreibt Betz die damalige Lage. Nicht zuletzt durch den Einsatz des Bündnisses, deren Vorsitzender Betz bis heute ist, konnte der Kiez westlich der Charlottenburger Schlossstraße belebt werden. Dabei gehe es der Bürgerinitiative noch immer um „Wohnen, Gewerbe, Kultur, Verkehr, Wohnumfeld und interkulturelles Miteinander“, so Betz.

So werden etwa „Sperrmülltage“ organisiert. Dabei können Anwohner nutzlos gewordenes Mobiliar zum Klausenerplatz bringen und für zwei Euro von der Stadtreinigung entsorgen lassen. „Seitdem liegen deutlich weniger Matratzen und anderer Kram auf Straßen und Höfen herum“, freut sich Betz. Auch gemeinsame Laubsammel-Aktionen im Kampf gegen die Miniermotte, Nachbarschafts-Flohmärkte oder Kiez-Feste bringen die Anwohner zusammen und tragen zur Verschönerung des Kiezes bei.

Kiez-Zeitung und ökologisches Bewusstsein

In verschiedenen Themengruppen können sich BürgerInnen für ihr Wohnumfeld einsetzen. Derzeit sind sie in den Bereichen „Kiezgeschichte“, „Kunst und Kultur“, „Ökokiez“, „Verkehr“ und „KiezBlatt“ aktiv. Bald soll wieder eine Gruppe zum Thema „Wohnumfeld“ hinzukommen. Darin wolle man sich „wieder verstärkt um Grünflächen, Spielplätze und Baumscheiben kümmern“, so der Vorsitzende des Kiezbündnisses. In den vergangenen Jahren habe dieses Arbeitsfeld vom Bezirk bewältigt werden können doch jetzt gebe es „Personalengpässe im Grünflächenamt“ und die Bürger ergreifen erneut die Initiative.

Zum Aktionstag „Berlin – unsere saubere Stadt: Mach mit!“ am 15. September möchte die neue Arbeitsgruppe erstmals für das Wohnumfeld aktiv werden. Im Rahmen der Aktion werden 17 Betonkübel, die „früher zweimal pro Jahr von Grünflächenamt bepflanzt wurden“ von Wildwuchs und Müll befreit und schließlich mit neuen Blumen bestückt. „Ein Landschaftsgärtner will ehrenamtlich Tipps geben und besorgt Pflanzen vom Großmarkt“, so Betz. Gepflanzt würden wahrscheinlich die im Herbst blühenden Astern und mehrjährige Gewächse. Nach dem Aktionstag soll die Pflanzaktion zweimal jährlich wiederholt werden.

Wer sich beteiligen möchte, ist am 15. September um 10 Uhr ins Kiezbüro in der Seelingstraße 14 eingeladen. Weitere Infos unter www.klausenerplatz.de

 


Quelle: Der Tagesspiegel

Charlottenburger Bürger-Idyll, Seelingstraße 14, 14059 Berlin

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