Mascha fragt nach

Dating-Apps: Bumble im Langzeit-Test

Dating-Apps: Bumble im Langzeit-Test
Bei der Datung-App Bumble gibt es richtig was zu lesen. Eine Nutzerin erzählt.
Diesmal hat sich Kolumnistin Mascha eine Single-Freundin geschnappt, die ihr Insiderwissen rund um die Dating-App Bumble verraten hat. Wie es sich dort flirten lässt und wie erfolgreich das erste halbe Jahr war, liest du hier.

Meine Freundin Larissa ist 37 und ein wenig gestresst vom Online-Dating. Vor allem hat sie eigentlich keinen Bock mehr auf Dating-Apps, bei denen es nur um Sex geht (ich weiß gar nicht, was sie meint? Tinder ist doch schön und bunt und hat ALLES zu bieten…). Vor einem halben Jahr hat sie mit Bumble gestartet. Die App, die auch über den Browser funktioniert – über Facebook, mal wieder, zum Beispiel – bezeichnet sich selbst als Online-Community. Neben Dates soll man hier auch Freunde und Netzwerke finden können. Bumble gibt es seit 2014, bis dato sollen sich 21 Millionen Menschen weltweit registriert haben. Na denn, erzähl mal, Larissa…

Bumble – die Alternative zu Tinder?

„Ich habe mich etwa vor einem halben Jahr bei Bumble angemeldet. Zum Online-Dating, nicht um Freunde zu finde. Ich habe sozusagen Tinder den Laufpass gegeben, denn meiner Meinung nach ist diese Dating-App doch eher sinnig, wenn man nur vögeln will. Ich habe endlich mal wieder Lust auf eine Beziehung. Was ich gut finde: Man legt ein größeres Profil an als bei Tinder und kann einen Fragenkatalog beantworten – und viele machen das auch, zumindest teilweise. Man kann neben der Frage, wen man sucht (ich suche Männer), Alter und Umkreis auch viele detailliertere Fragen beantworten. Etwa, ob man eine Beziehung oder was Unverbindliches und so weiter sucht, Sternzeichen, Job, was man gerne macht, ob man raucht oder trinkt (ja, das ist etwas seltsam) und ob man schon Kinder hat oder noch welche will. Sehr detailliert also. Für mich war es zum Beispiel wichtig anzugeben, dass ich schon Kinder habe. Dann weiß der Mann direkt, woran er ist. Und ich weiß es ggf. auch.

Komische Spielchen gibt es auf Bumble nicht, man swipt einfach von Bild zu Bild und gibt Herzen oder Kreuze – in dem Fall so ähnlich wie bei Tinder. Und auch das Design finde ich, verglichen mit anderen Dating-Apps, gut, ziemlich klar und modern. Das einzig Seltsame: Ich habe die Altersspanne von 33 bis 46 eingegeben, manchmal werden mir aber trotzdem die ganz jungen Boys angezeigt. Naja.

Das Kontaktaufnahme bei Bumble

Das Besondere bei Bumble: Hier können nur die Frauen zuerst schreiben. Hat man ein Match, also fanden sich beide gut, habe ich 24 Stunden Zeit, um mich mit einer Nachricht zu melden. Dann hat wiederum der Mann 24 Stunden Zeit, auf meine Nachricht zu reagieren, sonst stirbt das Match sozusagen. Das soll die Leute animieren, eben nicht nur Matches zu sammeln, um zu sehen, wie beliebt man ist. Sondern auch wirklich in Kontakt zu treten. Und eigentlich klappt das auch ganz gut. Es sind jetzt nicht unendlich viele Männer, die mir gefallen, aber schon einige. Wenn ich jemanden anschreibe, bin ich naturgemäß weniger die Witzmaschine. Ich beziehe mich meist auf etwas aus seinem Profil, um irgendeinen Aufhänger zu haben. Gebe mir also schon auch Mühe. Nicht jeder antwortet, natürlich, aber die Quote ist schon okay. Anzügliche Sexnachrichten waren bisher noch nicht dabei. Aber auch hier passiert es natürlich, dass Nachrichten einfach im Sande verlaufen. Manchmal ist diese 24-Stunden-Regel aber auch gar nicht so einfach, wenn man doch mal keinen Bock hat, direkt zu schreiben.

Und die Chancen auf einen Flirt oder ein Date?

Ich würde sagen, ich war und bin so mit 25 Typen in Kontakt, bei denen mehr als nur zwei Nachrichten ausgetauscht wurden. Und einige habe ich auch zu einem oder mehreren Dates getroffen. Das Problem: Bei Apps wie Tinder ging es vielen zwar um Sex, bei Bumble haben aber ganz schön viele Männer irgendwelche Issues und spezielle Themen. Manchmal richtige Schicksale. Mal ist einer noch nicht über eine dramatische Beziehung hinweg, der nächste hat persönliche Probleme – ob das nun Zufall ist oder nicht, weiß ich nicht. Mit zwei Männern habe ich mich mehrere Wochen getroffen und hätte mir auch mehr vorstellen können. Aber dann kamen besagte Probleme in die Quere.

Eine persönliche Sache noch: Gut ist, dass sie die Entfernungsangaben zu einer Person in der App nun nicht mehr so konkret nennen. Also, nicht mehr „ist 500 Meter entfernt“, sondern mittlerweile stehen da nur noch auf- oder abgerundete Zahlen wie 5 oder 10 Kilometer. Das hat mich nämlich animiert, zur Stalkerin zu werden und bei einem Date, der sich nicht mehr gemeldet hat, immer mal wieder zu schauen, wo er gerade sein könnte. Das war ätzend, das hat mich total verrückt gemacht.

Für wen ist die Dating-App Bumble geeignet?

Generell finde ich, dass es bei dieser Dating-App eine ganz gute Auswahl gibt, auch dann, wenn man auf der Suche nach einer Beziehung ist. Und das Konzept von Bumble ist sicher auch ganz gut für schüchterne Frauen: Wenn sie sich sonst nicht trauen würden, jemanden anzuschreiben, hier müssen sie den ersten Schritt machen. Leider waren einige meiner Dates am Ende ziemlich desaströs… aber ich denke, ich werde es noch eine Weile weiter mit dem Online-Dating probieren.“

Na, gut, dass ich da mal nachgefragt habe.

Viel Spaß beim Wischen,
eure Mascha

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