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Top 5: Bunker in Berlin

Top 5: Bunker in Berlin
Der ehemalige Reichsbahnbunker ist heute Privateigentum und beherbergt die zeitgenössische Kunstsammlung Boros. Zur Foto-Galerie
Bunker gehören in Berlin zum Stadtbild. Vom Untersuchungsgefängnis zur Partyhalle, Eventlocation oder Wohnort – Berlin lebt und liebt seine Bunker als Zeugnis einer vergangenen Zeit.

Reichsbahnbunker (Mitte)

In luftigen Höhen ließen die Nationalsozialisten den Reichsbahnbunker 1943 für bis zu 2000 Menschen errichten – das erklärt die imposanten Ausmaße von 18 Metern Höhe und 1000 Quadratmetern Grundfläche. Nach der Nutzung durch den sowjetischen und ostdeutschen Geheimdienst nannte der DDR-Volksmund das Gebäude auch liebevoll Bananenbunker, da dort Trocken- und Südfrüchte aus Kuba gelagert wurden. Ab 1992 feierte die Berliner Jugend im ehemaligen Bunker ihre Parties – in diesem Hardcore-Techno Club organisierten schon die Gründer des legendären Berghains ihre Events. Seit 2003 stellt der jetzige Besitzer Christian Boros dort seine Sammlung an zeitgenössischer Kunst aus und wohnt auch in einem Penthouse auf dem Dach – trotz Denkmalschutz. Interessenten können die Sammlung Boros nach vorheriger Anmeldung besichtigen, und die ist echt seeeehr sehenswert!
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Atomschutzbunker Berlin (Charlottenburg)

Das Erlebnismuseum The Story of Berlin erzählt die wechselhafte Geschichte Berlins von der Siedlung bis zur bundesdeutschen Hauptstadt nach. Auf 6000 Quadratmetern und in 23 Themenräumen kann sich der Besucher in der multimedialen Ausstellung über die Entwicklung der Stadt seit ihrer Gründung informieren. Die eigentliche Attraktion ist aber die Führung durch den ehemaligen Atomschutzbunker unter dem Kurfürstendamm, an den das Museum angegliedert wurde. Im Notfall würde dieser rund 3600 Menschen für 14 Tage versorgen können – gerne würde man im gruseligen Bunker trotzdem nicht übernachten. Lange war unsicher, ob der Bunker dem geplanten Ku’damm-Karree weichen muss, nun darf er aber bleiben und kann weiterhin von Interessierten besichtigt werden.
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Musikbrauerei (Prenzlauer Berg)

Ein geschichtsträchtiger Bunker liegt versteckt und fast unbekannt unter der 1981 gebauten Schneiderbrauerei, die heute die Ufo Sound Studios beherbergt. Früher wurde hier das legendäre Schneiderbier gebraut und im angrenzenden Schweizer Park ausgeschenkt. Zu Beginn der 1990er Jahre begann für das Gebäude eine wilde Zeit: rauschende Feste in den 20ern, Saalschlachten in den 30ern, dann die Besetzung durch die Nazis, der Roten Armee Fraktion und schließlich der Stasi. Der 1000 Quadratmeter große Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg blieb glücklicherweise unbeschädigt. Im Keller kann man noch originale Bunkerwandbetten, alte Bunkertüren und sogar phosphoreszierende Inschriften an den Wänden sowie einen historischen Aufzugsschacht entdecken. Das denkmalgeschützte Gebäude dient heute als Eventlocation und hoffentlich auch bald als Bunkermuseum.
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Flachbunker Kurfürstenstraße (Lankwitz)

Ab 1940 mussten auf Führerbefehl viele Grundstückbesitzer öffentliche Bunker bauen – die hohe Zahl von Zivilbunkern rettete vielen Menschen bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg das Leben. Der Flachbunker Kurfürstenstraße war lange Zeit ein verwunschenes Gartendenkmal, das nicht genutzt wurde. Nach dem Krieg wurden die Besitzer des Bunkers enteignet und dieser als Senatsreserve für die Lagerung von Filmmaterial und getrockneten Aprikosen – eine Geruchskatastrophe für die Anwohner – benutzt. Jetzt werden dort Eigentumswohnungen für Familien entstehen, der Bunker wurde dafür leider abgerissen. Wer weiß: Vielleicht wohnst auch du über einem ehemaligen Bunker, ohne es zu wissen?

Der ehemalige Flachbunker in Lankwitz. ©Jürgen Pranschke

 

Berliner Unterwelten (verschiedene Standorte)

Die umfassendste Ausstellung an Bunkern und unterirdischen Bauten in Berlin findet man in den Berliner Unterwelten. Der Verein bietet seit 1997 Führungen durch unterirdische Areale wie ehemalige Luftschutzanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, ausgemusterte Kanalisationsabschnitte oder stillgelegte U-Bahnhöfe an. Ab 8. April startet eine neue Route: Immer samstags um 11 und 13 Uhr kann man in den AEG-Versuchstunnel, der als erster U-Bahntunnel Deutschlands gilt, hinabsteigen. Im Ersten Weltkrieg wurde dieser zur Munitionsproduktion und später sogar als Lufschutzbunker genutzt – einem Volltreffer hätte der Tunnel aber nicht standgehalten. Tickets gibt es online auf der Website.
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Foto Galerie

Sammlung Boros, Reinhardtstraße 20, 10117 Berlin

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