Mitte, Pankow, Prenzlauer Berg
Sperrung bis Mitte April

Busse statt U2 im Ostteil der Stadt

Busse statt U2 im Ostteil der Stadt
Auch am U-Bahnhof Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg werden zwei Wochen lang keine Züge verkehren.
Der Wassereinbruch am Leipziger Platz verschärft die Einschränkungen im U-Bahn-Verkehr. Die BVG hat jetzt entschieden, die U2 ab dem 7. April auf dem östlichen Abschnitt der Strecke komplett einzustellen, wenn bis dahin - wie zu erwarten ist - das Gutachten über die Sicherheit des Tunnels noch nicht vorliegt. Am Wochenende beginnen zwischen Pankow und Stadtmitte ohnehin länger geplante Baumaßnahmen an der U-Bahn-Strecke.

Obwohl die Ursache des Wassereinbruchs gefunden ist, bleibt die U2 zwischen den Bahnhöfen Mohrenstraße und Potsdamer Platz weiter gesperrt. Wie am Montag bekannt wurde, werden hier aller Voraussicht nach erst Mitte April wieder Züge fahren. Der Verkehr war am Freitagmittag unterbrochen worden, weil direkt am U-Bahn-Tunnel Wasser einsickerte und die Bildung eines Hohlraums nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Leck war auf der angrenzenden Baustelle für ein neues Einkaufszentrum am Leipziger Platz aufgetreten. Ab dem Osterwochenende werden daher zwischen Potsdamer Platz und Pankow überhaupt keine U-Bahnen fahren, da auf dem östlichen Abschnitt der Strecke Installationsarbeiten anstehen. Parallel dazu ist auch der Verkehr der S-Bahn auf dem Ostring unterbrochen.

Projektleiter Andreas Fettchenhauer, der bereits am Bau von 17 Einkaufszentren mitgewirkt hat, ist sich zwar sicher, dass unter dem Tunnel kein Hohlraum entstanden ist, doch die Annahme muss durch ein Gutachten bestätigt werden, bevor der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Ein Leck, doch keine Schäden am Tunnel

Das Leck in der Schlitzwand, die das Grundwasser der Umgebung fernhalten soll, liegt laut Fettchenhauer dort, wo die Wände der Baugrube und die des Tunnels an der Voßstraße aufeinandertreffen. Der Tunnel führt durch die Grube, die auf beiden Seiten ausgehoben worden ist. Als in Berlin vor Jahrzehnten die ersten U-Bahn-Tunnel gebaut wurden, legte man sie direkt unter den Straßen an. Die Bauleute hätten gute Arbeit geleistet, lobte Fettchenhauer am Montag, als er die bis zu zweiwöchige Sperrung bestätigte.

Schäden sind am Tunnel bislang nicht aufgetreten, obwohl es schon durch den Bau der Schlitzwände zu größeren Erschütterungen kam. Das Leck ist temporär durch Sand verschlossen – es dauerhaft abzudichten, ist nach Fettchenhauers Meinung kein Problem. Falls wider Erwarten doch ein Hohlraum entstanden sei, lasse sich auch der leicht füllen.

Sollte der Abschnitt am Wochenende wie vermutet noch nicht wieder für den Verkehr freigegeben sein, wird die BVG die Strecke vom Potsdamer Platz bis Pankow komplett einstellen. Geplant war ursprünglich, vom 7. bis zum 10. April den Bereich Pankow-Stadtmitte zu sperren; anschließend hätte die Unterbrechung bis zum 16. April nur noch die Strecke zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg-Platz betroffen. Diese Sperrungen sind notwendig, weil Signale und Weichen an ein elektronisches Stellwerk angeschlossen werden.

Nicht nur die U-Bahn steht still

Die BVG ließ verlauten, man wolle den Kunden ein mehrfaches Umsteigen nicht zumuten. Es sei einfacher, wenn auf der gesamten Strecke zwischen Potsdamer Platz und Pankow Busse zum Einsatz kämen. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass gleichzeitig auch der Ostring der S-Bahn zwischen Neukölln/Baumschulenweg und Schönhauser Allee nicht befahrbar ist. Dort wird ebenfalls die Elektronik für ein Stellwerk installiert, darüber hinaus werden Gleise der Ringbahn zur neuen Bahnhofshalle am Ostkreuz gelegt. Am 16. April sollen dort erstmals Züge halten.

Ursprünglich sah der Zeitplan vor, dass die Sperrungen bei S- und U-Bahn nicht  zur gleichen Zeit erfolgen. Die Bahn hatte jedoch ihre Unterbrechung ohne Rücksprache mit der BVG ausgedehnt. Ein Verschieben der Arbeiten sei nicht mehr machbar gewesen – weder bei der S- noch bei der U-Bahn.

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