Kleines Schloss im Park

Kaffee und Sachertorte am schönsten Fleck von Babelsberg

Kaffee und Sachertorte am schönsten Fleck von Babelsberg
Herrlich im Warmen, aber auch gemütlich im Herbst: das Kleine Schloss im Park Babelsberg.
Potsdam-Babelsberg - Außerhalb von Potsdam ist der Park Babelsberg allenfalls als Geheimtipp bekannt, vielen Einwohnern der Landeshauptstadt gilt er jedoch als deren attraktivste Grünanlage. Zu allem Überfluss gibt es dort auch noch ein wunderschön an der Havel gelegenes Café.

Während die Touristen in den Park Sanssouci oder den Neuen Garten strömen, liegt der Park Babelsberg auf der anderen Havelseite häufig nicht auf ihrer Route. Es ist zwar nicht gerade einsam dort, doch das liegt augenscheinlich eher an eingeweihten Einheimischen, die den abwechslungsreichen, hügeligen und teilweise bewaldeten Park zu schätzen wissen. Am ehesten stehen noch das für den späteren Kaiser Wilhelm I. gebaute Schloss Babelsberg oder die nahe Glienicker Brücke auf dem Programm auswärtiger Besucher.

Doch der Park hat noch mehr lohnenswerte Architektur zu bieten. So gibt es den weithin sichtbaren Flatowturm, das Matrosenhaus mit seinen gotischen Giebeln oder die Gerichtslaube, die kurzerhand nach Potsdam ‚verlegt‘ wurde, als in der Berliner Stadtmitte der Neubau des Roten Rathauses anstand. Und dann ist da noch das Kleine Schloss. Es entstand Mitte des 19. Jahrhunderts aus einem Gartenhaus, das der berühmte Architekt Ludwig Persius zu einem Wohnsitz und Gästehaus der Königsfamilie umbaute. Heute passt es mit seiner an einigen Stellen abblätternden Fassade, die jedoch der eigentlichen Schönheit nichts anhaben kann, gut zum Park Babelsberg, der nie so herausgeputzt und repräsentativ wirkte wie Sanssouci.

Das Schönste aber ist, dass das wenige Meter vom Ufer des Tiefen Sees und gesäumt von Bäumen stehende Schloss gastronomisch genutzt wird – und zwar durchaus überzeugend. Vermutlich müsste man sich an dieser Stelle gar nicht so viel Mühe geben, um erfolgreich zu sein. Mit den Tischen draußen vor der Tür, mit Wasserblick, hätte man sowieso schon gewonnen. Das hält die Betreiber des Cafés Kleines Schloss nicht davon ab, es dennoch richtig gut zu machen. Neben dem Außenbereich sitzt es sich auch im Innenraum sehr gemütlich. Viel Holz, Leuchter, angenehme Farben schaffen ein passendes Ambiente, so dass der Winter ruhig kommen kann. Geöffnet ist in der kalten Jahreszeit allerdings nur von 11 bis 18 Uhr; Montag und Mittwoch sind Ruhetage.

Sachertorte und Kürbissuppe mal etwas anders

Was erwartet nun die hungrigen und durstigen Parkbesucher? Bei unserem Besuch probieren wir eine Spezialität des Hauses, die vor Ort gebackene Preußische Sachertorte. Diese unterscheidet sich von der klassisch österreichischen Variante durch die enthaltenen gekochten Kartoffeln. Daraus ergibt sich tatsächlich eine leichte Abweichung in Geschmack und Konsistenz, aber keinesfalls zum Negativen. Schokolade, Nüsse und Guss ähneln dem Original. Macht zusammen einen ausgesprochen leckeren Kuchen. Der Bio-Kaffee dazu kommt von Heimbs und enttäuscht ebenfalls nicht.

Als Alternative zu den süßen Speisen stehen verschiedene Quiches und Suppen auf der Karte. Saisongemäß versuchen wir eine Kürbissuppe. Auch diese kann mit dem gewissen Etwas überzeugen und sogar ausgesprochene Fans wie uns noch überraschen. Nach Vorbestellung für mindestens vier Personen ist im Kleinen Schloss übrigens auch Braten zu haben.

Die Umgebung, die freundliche Bedienung und das Angebot machen den Aufenthalt extrem angenehm und erholsam. Am Wochenende, bei schönem Wetter und erträglichen Außentemperaturen, kann es allerdings schon mal voll werden an diesem schönen Ort. Besser also, man kommt rechtzeitig oder reserviert.

Weitere Informationen zum Kleinen Schloss bekommt ihr auf dessen Webseite.

Kleines Schloss, Park Babelsberg 9, 14482 Potsdam

Telefon 0331 705156

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Dienstag, Donnerstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr

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