Ratgeber

Cannabis – bald auf e-Rezept erhältlich?

Cannabis im Anbau
Das e-Rezept vereinfacht die Bestellprozesse von Medikamenten - bald vielleicht auch für medizinisches Cannabis?
Seit Frühjahr 2017 ist medizinisches Cannabis auf Rezept erhältlich. Damit können kranke Menschen auf Rezept Cannabis erhalten, das von den Krankenkassen bezahlt wird. Bald wird es nun auch das e-Rezept (Online-Rezept) geben, das gerade bei Versandapotheken den gesamten Bearbeitungs- und Versandprozess beschleunigt. Doch lässt sich bald auch Cannabis über das e-Rezept verordnen?

Das e-Rezept – was hat es damit auf sich? 

Das bald kommende e-Rezept (Online-Rezept) ist die digitale Ergänzung zum klassischen Rezept, wie es bei jedem Arzt erhältlich ist. Damit wird die Verschreibung eines Medikaments digital abgewickelt und der gesamte Prozess bis zum Erhalt des Medikaments deutlich vereinfacht, schneller und auch sicherer. In bereits dreizehn Ländern wird das e-Rezept bereits aktiv genutzt, in Deutschland wird es noch auf Sicherheit geprüft und getestet. Nach aktuellem Stand soll das e-Rezept aber noch 2020 in Deutschland Einzug halten. Dann können Patienten auch bei Online-Apotheken wie SANICARE ihr e-Rezept einlösen. 

Cannabis hat als Medizin eine lange Tradition 

Schauen wir uns Cannabis etwas genauer an, dann zeigt sich, dass dies eine jahrtausendealte Tradition  auch in der Medizin  hat. Allerdings wurde die Verwendung von Cannabis in fast allen Ländern weltweit durch die Gesetzgeber verboten, wenngleich vor allem die Nutzhanfpflanze ein wichtiger Rohstoff istLange Zeit galt diese Regelung auch für medizinisch genutztes Cannabis. Auch die Anwendung von Produkten wie Cannabisoel und CBD wurde zeitweise stark diskutiert. Inzwischen sind insbesondere CBD-Produkte legal erhältlich und gelten sogar bei bestimmten Beschwerden als hilfreich.  

Und auch medizinisches Marihuana kann jetzt vom Arzt verordnet werden. Immer wieder werden auch für Studien Cannabis-Konsumenten gesuchtum die Wirkung der Pflanze bei schweren Erkrankungen zu untersuchen. Der Kreis derer, die Cannabis tatsächlich auf Rezept erhalten, ist bislang aber noch klein. 

Cannabis seit 2017 als Medizin erlaubt 

In Deutschland erfolgte im Jahr 2017 die Legalisierung von Cannabis für den medizinischen Einsatz. Geregelt ist dies im Betäubungsmittelgesetz (§29)Dort ist nachzulesen, dass der „Besitz von Betäubungsmitteln nur mit dem Besitz einer schriftlichen Erlaubnis zum Erwerb“ vereinbar ist. Besteht eine solche Erlaubnis nicht, kann dies mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. 

Cannabis fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz. Je nach Bundesland werden zwar bestimmte Mengen Cannabis geduldet und es wird von einer Strafverfolgung abgesehen, eine allgemeine Legalisierung und Freigabe sind in Deutschland bislang jedoch nicht vorgesehen. Seit März 2017 dürfen allerdings entsprechend einem Beschluss der Bundesregierung schwerkranke Menschen (z. B. Krebspatienten) Cannabis auf ärztliches Rezept erhalten. So soll eine bestmögliche Versorgung sichergestellt werden, die auch von der Krankenkasse erstattet wird. Helfen andere Medikamente nicht, kann medizinisches Cannabis verordnet werden. So profitieren Patienten mit starken Schmerzen, ADHS, Spastiken, Depressionen oder Epilepsie von medizinischem Marihuana. 

Cannabis-Pflanze

Seit März 2017 darf medizinisches Cannabis verordnet werden.

Medizinisches Cannabis bald auch mit einem e-Rezept erhältlich? 

Derzeit ist medizinisches Cannabis nur in Apotheken gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts mit Angaben zu Dosierung und Anwendung erhältlich. Aufgrund der Legalisierung kann dieses in Form von Blüten, aber auch Extrakten und Arzneimitteln mit dem Hauptwirkstoff Dronabinol (THC) verordnet werden. Für einen Zeitraum von 30 Tagen darf pro Patient eine Höchstmenge von 100 Gramm Cannabisblüten verordnet werden. 

Zur Sicherstellung der korrekten Dosierung durch den Patienten werden von Apotheken in der Regel nur Rezepturarzneimittel ausgegeben. Begründet wird dies damit, dass sich Blüten in unverarbeitetem Zustand nicht korrekt dosieren lassen. Deshalb werden die Cannabisblüten nach vorgegebenen Bedingungen von den Apotheken gemahlen und dann mit einem Dosierlöffel an Patienten ausgegeben. Apotheker beraten natürlich auch zur Anwendung. Die vermutlich bekannteste Inhalationsmethode ist sicherlich der Joint, allerdings bestehen noch andere Möglichkeiten wie Verdampfer. Diese Methode ist nicht nur gesünder, sondern auch effektiver. Optional lässt sich Cannabis auch als Tee konsumieren. Auch hierzu beraten Apotheker. 

So funktioniert die Verordnung von medizinischem Cannabis in Deutschland

Cannabis ist auf Rezept legal erhältlich. Doch wer kann eigentlich ein solches Rezept erhalten? 

Die Antwort auf diese Frage gibt der Gesetzgeber vor. Im Rahmen der Legalisierung nennt dieser erkrankte Menschen. Dabei erfolgt aber keine klare Abgrenzung bestimmter Erkrankungen. Wie kurz erwähnt, zählen aber unter anderen Krebspatienten dazu. 

Um eine entsprechende Verordnung zu erhalten, ist die Einschätzung des behandelnden Arztes in Bezug auf den Erfolg der Therapie notwendig. Es ist also nicht so einfach möglich, ein Cannabis-Rezept beim Arzt zu verlangen. Der Arzt selbst muss im Zusammenhang mit der Verordnung einschätzen, ob die Behandlung mit Cannabis den Krankheitsverlauf sowie die Symptome der Erkrankung positiv beeinflusst. Infrage kommen dabei primär Patienten, bei denen eine Standardtherapie nicht den gewünschten Erfolg versprechen würde oder bereits erfolglos stattfand. 

Cannabis auf e-Rezept – ist das möglich? 

Da das e-Rezept bislang aufgrund fehlender Technologien noch nicht umsetzbar ist, gibt es Cannabis bislang auch noch nicht mit einem Online-Rezept. Dennoch bieten einige Online-Apotheken medizinisches Cannabis bereits an. Und somit ist es auch nicht abwegigdass über kurz oder lang auch eine Verordnung mittels e-Rezept möglich wird. 

So strebt der Verband der Cannabis Versorgenden Apotheken (VCA) ein eigenes BtM-e-Rezept an. Die Erwartungen und auch das Interesse daran sind natürlich groß. Viele Apotheker sind mit Cannabis als Arzneimittel aber noch überfordert. Hinzu kommt das fehlende Wissen bei Apothekern und auch Ärzten sowie eine immer noch festzustellende, ablehnende Haltung der Krankenkassen. Der VCA hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, fachkundige Apotheker miteinander zu vernetzen und damit den weniger fachkundigen Kollegen ein wichtiger Ansprechpartner zu werden. Inzwischen gibt es deutschlandweit von mehr als 19.000 Apotheken 3.000, die sich mit Cannabis beliefern lassen. Da ist natürlich noch Luft nach oben. 

Dennoch geht der VCA davon aus, dass die Schwierigkeiten bei der Etablierung von medizinischem Marihuana auch eine große Chance für den Berufsstand der Apotheker darstellen. Cannabis ist eine sehr komplexe Pflanze mit vielen Wirkstoffen. Deshalb sollte sie nicht wie ein Fertigarzneimittel behandelt werden. Da aber gerade Betäubungsmittel einer ganz besonderen Behandlung bedürfen, ist ein wirklich sicheres Rezept derzeit noch unerlässlich. Sobald e-Rezepte diesbezüglich sicher sind, dürfte auch Cannabis irgendwann auf e-Rezept erhältlich sein. 

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