• Donnerstag, 22. Januar 2015
  • von Tina Gerstung

Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Marcell von Berlin: Der Frauenversteher

  • Modedesigner Marcell von Berlin
    Mit Marcell von Berlin auf einen Kaffee im Sets. Foto: QIEZ - ©QIEZ

City West/Schloßstraße - Promis wie Birgit Schrowange, Helene Fischer oder Sylvie Meis lieben seine Roben für den großen Auftritt. Entwürfe des Designers Marcell von Berlin sind mittlerweile Must-Haves im Kleiderschrank – auch ohne Modenschau auf der Fashion Week. Wir haben den Designer auf einen Cheesecake getroffen.

Als Treffpunkt hat sich Marcell von Berlin das Café Sets auf der Schlüterstraße ausgesucht, keine 500 Meter von seinem Concept Store entfernt. "Das ist meine absolute Lieblings-Location zum Frühstücken, das beste sind die Spiegeleier mit Bacon", erklärt der Designer. Ob er eigentlich wirklich Marcell heiße, wollen wir wissen. Dass sein Nachname nicht unbedingt "von Berlin" lautet, haben wir uns schon gedacht. "Ach, ganz viele sagen 'Hallo Herr von Berlin‘ zu mir, auch in Mails oder Briefen", erklärt er grinsend. Verraten möchte er seinen "echten" Namen aber trotzdem nicht, schließlich habe der nichts mit seiner Funktion als Modeschöpfer zu tun.

Marcell von Berlin – das sind in erster Linie große Roben, die Couture-Linie ist das Aushängeschild des Labels. Da die Marke aber zukünftig eine größere Zielgruppe – von 20 bis 70 Jahren – bedienen möchte, wird gerade eifrig daran gearbeitet, neben der Atelier- und der Ready to wear- eine Basic-Kollektion zu entwickeln. So etwas wie Couture-Schick, nur sportlicher und preiswerter. Produziert wird in Berlin, Italien und in Polen, Marcells Geburtsort.

Zum Modedesign-Studium ging’s für den Designer nach New York. Stationen bei Michael Kors und Donna Karan haben ihn schnell auf die Idee gebracht, sein eigenes Label zu gründen. Und das eher nicht in Manhattan. "In New York hast du als neue kleine Marke keine Chance. Außerdem ist dort alles schon vorhanden. Schöne Couture gibt es dagegen in Deutschland nicht so viel", meint er. Außer vielleicht Kaviar Gauche oder Augustin Teboul. So hat der sympathische Designer im Januar 2011 sein Unternehmen in Berlin gegründet. Der Fokus lag zunächst auf dem Aufbau von Stammkundinnen, die für ein Kleid 2000 Euro ausgeben, ohne mit der Wimper zu zucken. Erst später fing er an, Promis auszustatten.

Impressionen von Marcell von Berlins Mode

Besser für West-Berlin als für Mitte

Im April 2013 eröffnete der Modemacher seinen Store in unmittelbarer Ku’damm-Nähe. In diesem bekommt man natürlich all seine eigens kreierten Liebhaberteile, erweitert um begehrte Labels wie Rachel Zoe, Marchesa Voyage oder Jérôme Dreyfuss. Damit reicht das Repertoire von Mode über Düfte bis hin zu Accessoires – und 2015 soll das Label durch zahlreiche Kooperationen weiter gestärkt werden. "Mein Konzept passt besser für West-Berlin als für Mitte", findet er. "Dort ist eher Futuristisches, das Coole, Freakige. Und ich mache Luxusbekleidung. Die Schlüterstraße fand ich für mein Geschäft sehr geeignet, weil hier historisch viel passiert ist und es viele kleine Boutiquen, viele Unikate gibt."

Deshalb pendelt Marcell nun schon seit fast zwei Jahren zwischen Kurfürstendamm und der Steglitzer Schloßstraße. Hier wohnt der Kreative zusammen mit seinem Mann in einer 200 Quadratmeter großen Penthouse-Wohnung im modern-schicken Pop-Art-Style. "Bei uns ist es aber nicht etwa steril wie im Hotel", verrät er. "Ich möchte, dass man sieht, dass da jemand wohnt. An Steglitz liebe ich die Ruhe, das Grüne, es ist relaxt und es gibt kein Schaulaufen." Zu seinen Lieblings-Locations um die Ecke zählt er sein Fitness-Studio Holmes Place und das Thai-Restaurant Dokmai. Da Marcells kleiner Parson Russell Terrier Rosie viel Auslauf braucht, ist die Nähe zum Botanischen Garten und zum Grunewald natürlich von Vorteil. Nur die Kleinkariertheit mancher Nachbarn, die bei einer kleinen Ruhestörung gleich die Polizei rufen, nervt ihn.

Marcells Lieblingsshops

Wenn er mal shoppen möchte, geht’s für Marcell an den Tauentzien oder auf den Kurfürstendamm. "Ich kaufe viel bei Zara und Dsquared2 ist mein Lieblingslabel – das kriege ich bei Mientus", verrät er. Anders als die meisten Promis mag er das KaDeWe allerdings nicht besonders, zu wenig Beratung, zu viele Menschen auf einem Haufen. "Nach einer halben Stunde muss ich da raus", sagt Marcell lächelnd. "Aber sie haben die besten Duftbars!"

Auf der Mercedes-Benz Fashion Week zeigt Marcell von Berlin wieder nicht, stattdessen veranstaltet er einmal im Jahr im September eine eigene Show. "Immer mehr große Labels wenden sich von der Fashion Week ab. Das liegt vor allem daran, dass es den Machern nur ums Geld geht und nicht etwa um ein ausgewogenes Portfolio", meint er. Berlin sei aber definitiv eine tolle Modestadt, die zukünftig noch wachsen wird. Am liebsten einkleiden würde er die US-Sängerin Beyoncé. "Das ist mein Traum", sagt er. "Daran muss ich noch ein bisschen arbeiten, aber vielleicht wird das ja auch noch was …"

 

"Kennengelernt haben Marcell und ich uns übrigens bei der Brautkleidanprobe einer meiner besten Freundinnen – und das, obwohl er sonst eigentlich keine Hochzeitsmode macht. Das Kleid wird sicher der Hammer!"Tina Gerstung

Charlottenburg

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Quelle: QIEZ
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