• Samstag, 07. März 2015
  • von Gerlinde Jänicke

Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Eine Liebeserklärung an die Kunst des Kochens

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  • Restaurant Glass
    Im Restaruant GLASS zaubert man ganz besondere Geschmackserlebnisse. Foto: externe Quelle - ©Gerlinde Jänicke
  • (c) Gerlinde Jänicke
    Foto: externe Quelle - ©Gerlinde Jänicke

Uhlandstraße - Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diesmal: eine Liebeserklärung an Küchenchef Gal Ben Moshe.

Eine Boulette und ein Bier - zwei Dinge, die mich schon sehr glücklich machen können. Aber: Manchmal muss es etwas wirklich Gutes sein. Ich kaufe keine teuren Klamotten oder Schuhe, mache keine exklusiven Reisen und ein wirklich teures Hobby habe ich auch nicht. Wenn ich allerdings richtig Geld ausgebe, dann für sensationelle Qualität. Und die bekomme ich in meinem Lieblingsrestaurant in dieser Stadt - dem GLASS.

(c) Gerlinde Jänicke (c) Gerlinde Jänicke
Ich habe das Restaurant am Ende der Uhlandstrasse zur Eröffnung vor ein paar Jahren kennengelernt und bin seitdem verliebt. Oft kann ich tatsächlich dort nicht sein, wirklich nur zu besonderen Anlässen, denn ich will mich nicht zurückhalten. Ich will das Sieben-Gänge-Menü und die Weinbegleitung! Happig. Wenn man das weiß und sich darauf einstellt, wird es ein wunderschöner Abend voller Geschmacksexplosionen.

Das letzte größere Ereignis war der Valentinstag. Das GLASS ist kein romantisches Restaurant. Aber Liebe geht durch den Magen, und das ist wahrscheinlich auch das Konzept des Küchenchefs Gal Ben Moshe. Nichts soll von dem ablenken, was passiert, wenn man die Gabel oder den Löffel an die Lippen führt. Wer auch immer gesagt hat, Essen sei der Sex des Alters, hatte recht. Jeder Gang schmeckt nach dem besten Mal; ich schließe die Augen und lasse mich verführen von Rindertartar, Seeteufel und Gazpacho - und natürlich von ausgezeichneten Weinen.

Das ist Kunst am Essen

Jeder Gang wird mir liebevoll erklärt, teilweise vom Chef selbst, und - ich mache keine Scherze - ich habe jedes Mal eine halbe Träne im Auge, wenn ich probiere. Wie kann man so ein unglaublicher Künstler sein! Das ist Kunst am Essen. Zum Beispiel der Cheesecake. Weicher Ziegenkäse, Marmelade und in Olivenöl geröstete Croutons. Ich will da sofort ein Stück durch den Bildschirm schieben und jeden Einzelnen kosten lassen!  

Ein Kollege ist zufällig auch an dem Abend im GLASS. Ich frage ihn, ob er den Laden schon vorher kannte. Nein, es ist das erste Mal. Ich sehe, wie er mit seiner Frau am Tisch sitzt und frage mich, wie ihm das Essen schmecken wird. Vielleicht bin ich auch nur bekloppt und blind vor Liebe. Vielleicht ist es wie mit dem Humor: über Loriot kann ich mich totlachen und bin so glücklich, dass es ihn gab. Diese Humorebene hat bei mir kaum jemand je wieder erreichen können. Ein anderer schaut sich vielleicht "Pappa ante Portas" an und kratzt sich am Kopf. Weil er es einfach nicht komisch findet. Nach zwanzig Minuten kommt der Kollege an meinen Tisch. "Alter. Das ist unfassbar. Ich hoffe nur, es geht so weiter. Unglaublich!" Und es geht so weiter. Jeder Gang ist ein kleines Zauberwerk, von der Dekoration über die Zusammenstellung bis zum Geschmack, der im Mund eine ganze Liebesgeschichte zu erzählen scheint.

Gal guckt immer ein bisschen schüchtern, was für einen Koch schon mal unüblich ist. Vielleicht bin ich aber auch nur durch Frank Rosin versaut, den ich sehr gerne im Fernsehen anschaue. Da ich ein großer Freund der Demut und Zurückhaltung bin, gönne ich Gal jede gute Kritik und jeden neuen begeisterten Gast noch mehr. Der Chef aus Israel liebt Berlin, viele seiner kleinen Köstlichkeiten sind eine Hommage an diese Stadt. Und wer dann auch noch so verspielt ist wie ich, wird sich an der Candybox am Ende des Menüs erfreuen. Und dann fangen die Augen des schüchternen Gals an zu leuchten, wie die eines kleinen Jungen. Wer die Geschichte hinter diesen leuchtenden Augen hören will, sollte sie sich vom Chef persönlich erzählen lassen.

Einen beseelten Abend wünsche ich. Mit einem Löffelchen voll Rauch, Pfefferbeeren und einem kleinen bisschen Magie. 

Restaurant Glass

Uhlandstraße 195
10623 Berlin

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Quelle: QIEZ / externe Quelle
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