• Dienstag, 13. Dezember 2016
  • von Yuki Schubert

Veranstaltungstipp

Irgendwo zwischen Xberg und Amerika

  • Ein junger Mann sitzt auf einem Vorsprung. Hinter ihm Kreuzberger Häuser
    Vom Fotografen Michael Schmidt sind dokumentarische Schätze zu finden, wie diese Aufnahme eines Jugendlichen in Kreuzberg 1983. Foto: externe Quelle - ©Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt

City West – In den 70ern entstand in Kreuzberg die Werkstatt für Photographie. Die etwas andere Lehranstalt feiert ihr 40. Jubiläum. Mit Werken von ehemaligen Dozenten, Hörern und bekannten amerikanischen Fotografen, die dort zu Gast waren.

Ein Bild so groß wie eine Wand hängt zu Beginn der Ausstellung Kreuzberg-Amerika. Darauf zu sehen ist eine Unterrichtsszenerie. Viele Menschen sitzen um einen Tisch und vor ihnen liegen Abzüge zu Fotografien. Dabei scheinen sie in reger Diskussion zu stehen.

Die Werkstatt für Photographie wurde 1976 von dem Berliner Fotografen Michael Schmidt an der Volkshochschule in der Friedrichstraße 210 gegründet. Schmidts Ziel war es, einen Ort für künstlerische Fotografie zu schaffen, an dem sich Interessierte jenseits von akademischen Hürden treffen konnten. Vor allem der Austausch stand dabei im Vordergrund. Ob nun zwischen anerkannten Fotografen und Amateuren oder von amerikanischen und deutschen Fotografen. Schließlich stellten schon früh Amerikaner auch in der Werkstatt aus.

Zu sehen bekommst du in der Jubiläums-Ausstellung circa 250 Werke. Darunter faszinierende Ausstellungsplakate, wie zum Beispiel von Uschi Blume, die 1981 Fotos von Berliner Diskotheken zeigte. Aber auch dokumentarische Schätze, wie Schmidts Impressionen aus dem Wedding der späten 70er oder seine Aufnahmen von Jugendlichen aus den 80ern in Kreuzberg. Eine besondere Atmosphäre und Spannung bringt der transatlantische Dialog. Denn nur wenige Meter weiter zeigt Stephen Shore seine berühmte Reihe Uncommon Places, wo man Straßenzüge in L.A. in satten Farben sehen kann.

Es ist 1979: Ein junger Mann raucht in seiner Kreuzberger Wohnung und hört Musik. ©Wolfgang Eilmes Es ist 1979: Ein junger Mann raucht in seiner Kreuzberger Wohnung und hört Musik. ©Wolfgang Eilmes

Interessante Collagen, Selbstporträts, Aktbilder oder Stillleben, so vielfältig wie die Fotografen, so auch ihre Motive, Interessen und Auseinandersetzung mit Alltäglichem. Bald verschwimmen die Grenzen und man muss sich immer wieder versichern, bin ich jetzt in den USA oder Berlin? Sehr packend und außergewöhnlich ist die Fotoserie aus Tulsa (Oklahoma) von Larry Clark, der für den Jugendklassiker Kids (1995) Regie führte.

Damit schafft die aktuelle Ausstellung Kreuzberg und Amerika das, worum es auch schon der Werkstatt ging, den Fokus auf die gegenwärtige Fotografie zu legen und ihren Kunstcharakter hervorzuheben.

Die Ausstellung läuft noch bis 12. Februar 2017. Die Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet regulär 10 Euro. Mehr Informationen findest du hier.

C/O Berlin

Hardenbergstraße 22-24
10623 Berlin

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Quelle: QIEZ
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