• Donnerstag, 31. Oktober 2013
  • von Kevin Grünstein

Helmut Newtons Fotos im Museum für Fotografie

Stilisierte Nacktheiten

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  • Tied-up Torso
    Newtons Aktfotos sind zeitlich schwer einzuordnen, auch heutzutage besticht die schwarz-weiße Ästhetik. Hier: Helmut Newtons "Tied-up Torso", Ramatuelle, 1980 Foto: externe Quelle - ©Helmut Newton Estate
  • Bergstrom over Paris
    Form und Bildaufteilung: Eckige Häuserdächer, kurviger Körper. Und ein Blick, der egozentristisch bleibt. Helmut Newtons "Bergstrom over Paris" Paris, 1976 Foto: externe Quelle - ©Helmut Newton Estate
  • Fat hand and dollars
    "Fat hand and dollars", Monte Carlo, 1986 Foto: externe Quelle - ©Helmut Newton Estate
  • Three Boys Jumping
    Als würden sie schweben: Der Ausstellungsabschnitt von Greg Gorman beginnt mit "Three Boys Jumping", 1991 Foto: externe Quelle - ©Greg Gorman
  • Aaron on Rock
    Eine Ästhetik, wie sie Parfümwerbung heutzutage nutzt: "Aaron on Rock", Red Rock Canyon 1991 Foto: externe Quelle - ©Greg Gorman

Zoologischer Garten - Eine große Retrospektive wirft einen Rundumblick auf das Werk Helmut Newtons. Von Akt bis Werbefotografie ist alles dabei, selbst einige Portraits von Prominenten sind unter den Ablichtungen. Die große Wirkung seiner Nacktmodels wird verstärkt durch die Ausstellungsergänzung "Men" von Greg Gorman. Er lichtet nackte Männermodels ab.

Heute vor 93 Jahren wurde Helmut Newton hier in Berlin geboren. Im Januar 2004 verstarb er und wurde im Friedhof an der Stubenrauchstraße beigesetzt. Zwischen Berliner Geburt und Berliner Beerdigung lag ein bewegtes Leben in Australien, Monaco, Los Angeles, vor allem Paris. Immer dabei: die Fotokamera. Nachdem er unzählige Berühmtheiten, Schauspieler wie Politiker, Aktmodels und Künstlerkollegen abgelichtet hat, nachdem seine Mode- und Werbefotografien für Yves Saint Laurent und in der Vogue erschienen, stellt das Museum für Fotografie seine Bilder aus. Ein passender Ort, befindet sich im Gebäude doch auch die Helmut Newton Stiftung.

Schwarz gerahmt, vor graublauer Wand kann man 200 Fotografien aus der Newton'schen Sammlung begutachten, zwischen den weißen Säulen des ersten Stockes reihen sich lebensgroße Nacktbilder, grobkörnige Portraits - vom dösenden Warhol bis zu Margaret Thatcher - und jede Menge Modefotos. In der Fashionbranche immitieren Marketingexperten heutzutage markenübergreifend seinen Stil: Werbefotos sehen bei Newton nie nach solchen aus, "it looks like a movie, a media portrait, maybe a paparazzi shot", wie es ein Zitat Newtons an der blauen Wand auf den Punkt bringt.

Nichts ist so enthüllend wie Nacktheit

"Praxiswelten" im medizinhistorischen Museum

Die Handschrift des Heilers

Mitte
Und auch einen weiteren Ausspruch des Fotokünstlers versteht man sofort: "Nothing is more revealing than nudity, even when it's dressed." Nichts ist so enthüllend wie Nacktheit, selbst wenn sie angezogen ist. Die Ausstellung stellt Aktfotos neben angezogene Models, zeigt halbbekleidete Frauen auf den Straßen. Das ist noch heute aufregend anzuschauen, ist aber noch beeindruckender in Retrospektive gesehen. Und so versteht sich die Helmut Newton-Ausstellung auch. Die provokativsten Bilder haben es noch in den 70ern nicht in die französische Vogue geschafft - ironischerweise sind sie die am hochgradigsten werbeästhetischen Ablichtungen.

Die Aktbilder werden ergänzt durch die 25-teilige Ausstellung "Men" von Greg Gorman. Newton hat explizit gewollt, dass andere Künstler in seine Ausstellungen eingebunden werden, ein Viertel des Ausstellungstraktes heißt "June's Room" und beherbergt nun Gormans Fotografien. June, das ist übrigens Newtons Frau - die seinen Nachlass kuratiert. Wo Newton großformatig Frauen ablichtete, zeigt der US-Fotograf Gorman namensgebende Männer. Zumeist in Schwarz-Weiß gehalten ziehen sich Licht und Schatten über die Adoniskörper, da gehen Schlafzimmerblicke an der Kamera vorbei, es sind Männer wie Objekte; Fotografien, Newton sehr ähnlich, hochgradig stilisiert, maskulin-erotisch.

Das Museum für Fotografie hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro, 5 Euro ermäßigt.

Café im Museum für Fotografie

Jebensstr. 2
10623 Berlin

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Quelle: QIEZ
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