• Montag, 13. August 2012

Sanierungspläne

Facelifting fürs Olympi

  • Sommerbad Olympiastadion
    Plantschen vor historischer Kulisse: Das Sommerbad im Olympiastadion gehört zu den meistbesuchten Bädern Berlins. Doch wie lange noch? Foto: externe Quelle - ©Berliner Bäderbetriebe

Das Olympiabad in Charlottenburg gehört zu den beliebtesten Sommerbädern Berlins. Doch wer hier Baden geht, muss mit vielen altersbedingten Krankheiten rechnen, die hoffentlich bis 2016 der Vergangenheit angehören. Allerdings nur wenn das Flughafen-Desaster ausbleibt ...

Lockere Fliesen, Löcher im Boden und feuchte Keller. Auf einigen Gebäuden wachsen kleine Bäume, das einzig Erquickende ist ein Topf mit bunten Blumen und die tiefblauen Wasserbecken. Das Olympiabad in Charlottenburg - eine trübe Kulisse aus dem Jahr 1936. Vor jeder Saison beraten die Berliner Bäderbetriebe (BBB), ob es noch zu verantworten ist, das Sommerbad zugänglich zu machen. Doch für alle "Olympi"-Fans gibt es Hoffnung: 2014 soll die Anlage komplett renoviert werden.

Um die Kosten gering zu halten, ist geplant, das Olympiabad für zwei Jahre dichtzumachen. Bis 2016 sollen die Fassaden und die Baderäume saniert, die Dächer ausgebessert, die Becken und Umläufe erneuert und die Grünanlagen wiederhergestellt werden. Die alten Zuschauertribünen stehen unter Denkmalschutz und bleiben erhalten. Jedoch nur als hübsche Kulisse, als geschichtsträchtiges Zitat. Eine funktionsgerechte Instandsetzung würde wegen der strengen Bauauflagen jeden Kostenrahmen sprengen. Kein Problem, denn zuschauerträchtiger Wettkampfsport wird im Olympiabad künftig nicht mehr betrieben.

Die verhältnismäßig sparsame Sanierung wird nach aktueller Prognose mit 17,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Am 1. August 2016 könnte das Sommerbad neu eröffnet werden, gab Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) gegenüber dem Parlament an. Eine Alternative gibt es nicht. "Die baulichen Schäden sind derart gravierend, dass eine Öffnung des Bades in den nächsten Jahren nur mit erheblichen Aufwendungen, im schlimmsten Fall nicht mehr gewährleistet werden kann", schätzt die Innen- und Sportverwaltung des Senats.

Tropfsteinhöhle statt Keller

Die Bäderbetriebe, die Betreiber des Olympiabades, sind schon lange genervt. "Jedes Jahr stecken wir fünf- bis sechsstellige Euro-Beträge in die dringendsten Reparaturmaßnahmen, sonst müsste das Bad geschlossen werden", erklärt BBB-Sprecher Matthias Oloew. Lockerer Putz wird von den Armierungseisen entfernt, damit sich die Gäste daran nicht verletzen. Die Wasseraufbereitungsanlagen werden instandgesetzt oder ausgetauscht, weil der Keller einer Tropfsteinhöhle gleicht. Eine Strangsanierung der alten Wasserrohre ist nicht lohnenswert. Sollte der nächste Winter streng werden, könnte die Badesaison 2013 ausfallen.

Die Bäderbetriebe hoffen darum, dass der Senat bei seiner Planung bleibt. Die idyllisch gelegene Schwimmanlage im Westen der Stadt gehört nämlich trotz ihres desolaten Zustands zu den "Top Five" der Berliner Sommerbäder. Jährlich kommen 120.000 bis 130.000 Wasserratten. Das Geld für die Sanierung stammt übrigens nicht aus der Kasse der BBB, sondern aus dem Haushalt der Stadtentwicklungsverwaltung für den Olympiapark. Für das ausgedehnte Gelände rund ums Olympiastadion rechnet der Senat ab 2014 mit 80 Millionen Euro.

Gefahrenzone BER

Mithilfe dieser Gelder sollen die Turnhalle im Deutschen Sportforum aufgebaut, das Reiterstadion denkmalgerecht saniert und die Treppenanlage der Waldbühne repariert werden. Außerdem zieht die Poelchau-Oberschule (Eliteschule des Sports) ins Haus des Deutschen Sports. 2014 und 2015 stehen je zehn Millionen Euro für die Restaurierung und Modernisierung des historischen Olympiageländes zur Verfügung, davon ein nicht zu verachtender Teil für das Olympiabad. Doch das Vorhaben kann noch in Gefahr geraten.

Sollte die Investitionsplanung des Senats, die für Herbst vorgesehen ist, wegen des Flughafens, des ICC oder anderer Geldvernichtungsanlagen ins Trudeln kommen, könnte sogar das beliebte Sommerbad dem Rotstift zum Opfer fallen.

Charlottenburg

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Quelle: Der Tagesspiegel
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