Berliner Ballhaus

Wie es mit Clärchens Ballhaus weitergeht

Wie es mit Clärchens Ballhaus weitergeht
Im Clärchen finden Besucher nicht nur einen Ballsaal, sondern auch ein Restaurant und einen Biergarten.
Über 100 Jahre ist es nun her, dass die Unternehmer Fritz Bühler und seine Frau Clara Habermann am 13. September 1913 ihr Tanzlokal eröffneten und damit ein Stück Berliner Geschichte etablierten. Der neue Eigentümer kündigte jedoch den jetzigen Betreibern zu Ende 2019. Wie geht es nun mit dem Clärchen weiter?

Die gute Nachricht zuerst: Clärchens Ballhaus soll auch mit neuem Betreiber seinen Namen behalten und für Tanzabende genutzt werden. Die Schlechte: Eine Weile wird das Ballhaus wohl geschlossen sein. Denn erstmal steht dem Clärchen viel Neues bevor. Nach dem Eigentümerwechsel letztes Jahr wurde sowohl der Mietvertrag als auch den Mitarbeitern gekündigt. Die umfassende Sanierung soll laut Aussagen des neuen Eigentümers ab Sommer 2020 starten, danach wird es weiterhin Tanzbetrieb und Feierei in einem der ältesten Ballhäuser Berlins geben. „Ich habe das Areal gekauft mit dem klaren Ziel, Clärchens Ballhaus zu beschützen. Es ist auch für mich ein wichtiger Ort. Auch der Kiez liegt mir am Herzen. Meine Mutter ist in der Linienstrasse geboren, mein Vater in der Schönhauser Allee“, so der neue Eigentümer Yoram Roth zur Berliner Zeitung. Schließlich birgt der Ort einen reichen Fundus Berliner Kulturgeschichte.

Die ursprünglich als „Bühlers Ballhaus“ gegründete Amüsierstätte im Herzen Berlins wurde nach dem Tod Bühlers im Ersten Weltkrieg schließlich als Clärchens Ballhaus bekannt, nachdem seine Witwe Clara – alias „Clärchen“ – das Lokal alleine weiterführte.

Ab da standen einige aufregende Jahrzehnte bevor, in denen sowohl das feierlustige Volk als auch die wilhelminische Schickeria zu vergnüglichen Tanz-Abenden im Ballhaus verkehrte. Entsprechend der damaligen Klassentrennung allerdings in zwei separaten Sälen. Während im großen Saal im Erdgeschoss zu Volksliedern und Gassenhauern geschwoft wurde, war der Spiegelsaal im Obergeschoss ausschließlich der vornehmeren Gesellschaft vorbehalten.

 

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Ein Beitrag geteilt von Clärchens Ballhaus (@claerchens_ballhaus) am Jul 27, 2018 um 10:04 PDT

Vom Dornröschenschlaf zur Renaissance

Nachdem das Vorderhaus den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel, wurde der Betrieb nach Kriegsende wieder aufgenommen und das Ballhaus bis nach der Wende als Familienbetrieb fortgeführt, ehe es – trotz seiner anhaltenden Beliebtheit – allmählich in einen Dornröschenschlaf verfiel. So blieb der Spiegelsaal seit Mitte der 40er ungenutzt und öffentlich nicht zugänglich. Und auch wirtschaftlich wollte der Aufbruch in die neue Zeit nicht wirklich gelingen.

Seine Renaissance erlebte Clärchens Ballhaus dann erst im Jahre 2005 unter der neuen Bewirtschaftung von Christian Schulz und David Regehr, die der beliebten Location wieder zu voller Blüte verhalfen. Von historischen Spinnenweben befreit, unrenoviert und trotzdem prächtig, erstrahlte der Spiegelsaal nun wieder in neuem „alten“ Glanz, Tanzkurse wurden eingeführt und auch der Platz vor dem Ballhaus wird seither bewirtschaftet.

Kurzum: In dem ältesten Tanzlokal Berlins, in dem seit Kaiserzeiten gelacht, gefeiert und getanzt wird, tobt das Leben – und das hoffentlich auch die nächsten 100 Jahre.

Clärchens Ballhaus, Auguststraße 24, 10117 Berlin

Telefon 030 2829295

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täglich ab 11:00 Uhr
Garten im Sommer bis 23:00 Uhr
warme Küche von 12:00 bis 22:30 Uhr

Clärchens Ballhaus

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