Maßnahmen in der Hauptstadt

Coronavirus in Berlin: Was du jetzt wissen solltest

Hände werden mit Seife über Becken gewaschen, Flüssigseife im Vordergrund
Lieber Händewaschen als in den Club gehen: das Gebot der Stunde.
Die Hauptstadt ist fest im Griff des Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Immer mehr Veranstaltungen werden abgesagt, das öffentliche Leben eingeschränkt. Wir geben dir einen Überblick...

Das Wichtigste ist die Gesundheit. Die Gesundheit aller. Natürlich fühlen wir auch mit den wirtschaftlich vom Coronavirus Betroffenen, den Betreiber*innen von Theatern, Konzerthallen, Bars und Clubs, den Sportvereinen und allen anderen. Doch das ist zweitrangig, wenn es um das Leben von Menschen geht. Deshalb zunächst die grundlegenden Infos, falls du den Verdacht hast, du könntest mit dem Virus in Kontakt gekommen sein: Der Berliner Senat hat eine Hotline unter (030) 9028 2828 eingerichtet; es kann jedoch zu Wartezeiten kommen. Weitere Informationen bekommst du etwa bei der Senatsverwaltung für Gesundheit oder dem Robert-Koch-Institut. Eine der Stimmen, der in diesen Tagen viele Menschen zuhören, ist die des Virologen Professor Christian Drosten von der Charité. Mit ihm gibt es einen täglichen Podcast beim NDR.

Welche Orte geschlossen bleiben

Die Bundesregierung und die Länder haben sich auf die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen bis mindestens 19. April geeinigt. Berlin setzt diese um. Erlaubt bleiben der Weg zur Arbeit (sofern du nicht schon im Homeoffice tätig bist), zum Einkaufen, zu Arzt oder Ärztin und zur Unterstützung von Hilfsbedürftigen. Sport und Bewegung an der frischen Luft, also auch Spazierengehen, sind unter Voraussetzungen weiter möglich: Nur zwei Personen oder eine Familie oder die Bewohner*innen einer gemeinsamen Wohnung dürfen sich zusammentun. Das Bilden von Gruppen draußen ist verboten; grundsätzlich ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen einzuhalten. Bei diesem Abstand sind auch Erholungspausen auf fest installierten Sitzgelegenheiten erlaubt; wer sich auf Wiesen und Freiflächen setzt, muss fünf Meter Abstand wahren.

Eine der einschneidensten schon bestehenden Maßnahmen: Ein Großteil der Geschäfte muss geschlossen bleiben. Davon ausgenommen sind einige für die Versorgung wichtige Branchen, etwa Supermärkte, Apotheken, Tankstellen, Banken, Poststellen, Zeitungshandel, Drogerien und Baumärkte. Mit Ausnahme von Banken und Post dürfen diese Geschäfte nun sogar sonntags von 12 bis 18 Uhr öffnen. Diese Regelung gilt sogar für Spätis, vorerst bis zum 19. April. Neu ist, dass nun auch Reinigungen wieder öffnen dürfen – wie bisher schon die Waschsalons.

Restaurants, selbst jene, deren Tische die geforderten eineinhalb Meter voneinander entfernt stehen, dürfen nicht mehr öffnen. Allerdings können sie Take-away und Lieferdienst anbieten. Bei der Abholung des Essens müssen die Betreiber*innen auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften achten. In Hotels sind keine Übernachtungen zu touristischen Zwecken mehr gestattet. Im Gegensatz zur bundesweiten Richtlinie verzichtete der Senat zunächst darauf, Spielplätze im Freien zu schließen; mittlerweile haben aber alle Bezirke diese Maßnahme doch umgesetzt.

Einschneidend für Familien: Seit dem 17. März sind Berliner Schulen und Kitas geschlossen. Für Kitakinder und Grundschüler*innen bis zur sechsten Klasse gibt es aber eine Notbetreuung in der Einrichtung, die sie sonst auch besuchen. Diese können aber nur Eltern von Kindern in Anspruch nehmen, die in so genannten „systemrelevanten Berufen“ arbeiten und keine andere Betreuung organisieren können. Wenn beide Kriterien erfüllt sind, schreibst du eine Selbsterklärung als Antrag für die Betreuung und gibst sie in der jeweiligen Einrichtung ab. Eine Vorlage für das Schreiben gibt es in den Kitas und Schulen. Ausführliche Infos dazu, welche Berufsgruppen betroffen sind, findest du in dieser Mitteilung vom Berliner Senat.

Alle Veranstaltungen und Versammlungen, ob öffentlich oder nicht-öffentlich, sind grundsätzlich erst mal verboten. Dies betrifft etwa Kneipen wie Clubs, Spielhallen, Kinos und alle Kultureinrichtungen. Eine Ausnahme gibt es nur für private Zusammenkünfte mit weniger als 10 Teilnehmer*innen, die zwingend notwendig sind, wie etwa Trauerfeiern. Auch im Tierheim Berlin findet bis auf Weiteres kein öffentlicher Besuchsverkehr mehr statt. Die Versorgung von tierischen Notfällen sei trotzdem gewährleistet.

Geschlossen bleiben selbst Gotteshäuser, Sportanlagen und Schwimmbäder. Auch der Zoo mit Aquarium und der Tierpark sind zu, ebenso der Botanische Garten.

Welche Absagen es gibt

Ein prominentes Beispiel sind Fußballspiele: die gesamten ersten drei Ligen inklusive der Spiele des 1. FC Union und von Hertha BSC wurden abgesetzt. Die Regionalliga Nordost, in der auch Berliner Vereine spielen, hat ihren Betrieb ebenfalls vorerst ausgesetzt. Auch in den meisten anderen Sportarten gibt es Spielpausen oder Absagen. So findet der Berliner Halbmarathon 2020 nicht statt. Betroffen sind auch die meisten Messen und Konferenzen; zu den prominentesten Opfern zählen die Internationale Tourismus-Börse ITB, die erst 2021 wieder stattfindet, und die re:publica, die auf August verschoben wurde. Weitere Absagen ziehen sich quer durch alle Bereiche: von Konzerten über Stadtführungen bis zu Vernissagen.

Weniger öffentlicher Nahverkehr

Die BVG hat Einschränkungen verkündet: Die U-Bahnen fahren tagsüber im Zehn-Minuten-Takt oder häufiger, Busse und Straßenbahn im Durchschnitt alle zehn Minuten. Die kurze U55 zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor entfällt, ebenso die Tramlinien 16, 18, 37 und 67 – allesamt im Osten der Stadt. Die Erreichbarkeit aller Ziele soll aber gewährleistet bleiben.

Reisen

Wer sich gerade noch im Ausland aufhält, muss beachten, dass viele Länder ihre Grenzen schließen oder schon geschlossen haben. Nicht nur die deutsch-polnische Grenze ist schon dicht. Seit Montag, den 16. März, sind auch die deutschen Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz geschlossen. Die Bundesregierung hat eine offizielle weltweite Reisewarnung ausgesprochen – auch um zu verhindern, dass noch weitere Urlauber*innen im Ausland stranden. Wer über die Flughäfen Tegel oder Schönefeld aus dem Ausland nach Berlin einreist, muss sich unverzüglich nach Hause oder in seine Unterkunft begeben und dort 14 Tage bleiben.

Liebe Leserinnen und Leser, passt bitte in diesen Zeiten auf euch und andere auf! Wir versorgen euch in den nächsten Tagen verstärkt mit Artikeln, die sich damit beschäftigen, was ihr jetzt Schönes zuhause machen könnt! 

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