Theater und Diskussion

Brecht-Tage 2013 in Berlin

Bertolt Brecht starb 1956 in Ost-Berlin.
Bertolt Brecht starb 1956 in Ost-Berlin.
Vom 11. bis 15. Februar 2013 finden neben Theateraufführungen vor allem Gesprächskreise rund um Werk und Leben des Dichters und Schriftstellers Berthold Brecht statt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Brecht-Tage steht neben besagtem Schriftsteller auch Georg Büchner. Die Geburt von Büchner und Brecht liegt  zwar mehrere Generationen auseinander, trotzdem gab es viele Gemeinsamkeiten. Beide verband das große Interesse an Geschichte und Politik, die Arbeit im Exil an einer revolutionären Dramaturgie und ihre Kritik am Theater. Dennoch adaptierte Brecht nie Stücke Büchners für seine epischen Theaterformen.

Die Brecht-Tage verknüpfen nun die Ideale der beiden Dichter und untersuchen in mehreren Veranstaltungen, ob der 85 Jahre später geborene Brecht Arbeiten Büchners in veränderter Form in seine Werke einfließen ließ. Zum Auftakt inszenieren Schauspielstudenten der Ernst-Busch-Hochschule am 11. Februar um 20 Uhr im Maxim-Gorki-Theater das Stück „Der Berliner Landbote – Deine Krise ist kein Privatbesitz“. Das Stück ist eine szenische Collage von Texten Büchners und Brechts.

Revolution und Naturwissenschaft

Weiter geht es mit einem Podiumsgespräch im Brecht-Haus (13.Februar, 20 Uhr) zum Thema „Das Theater der Revolution im Exil“. Büchner und Brecht lebten einige Jahre im Exil. In dieser Zeit verfassten sie Werke und Stücke, die sich mit dem Thema „Revolution“ auseinandersetzten. „Dantons Tod“ von Büchner hat die Französische Revolution von 1794 zum Hintergrund, Brechts „Leben des Galilei“ entstand in Dänemark und vertritt die Idee eines neuen Weltbildes und die Auflehnung gegen die festgefahrenen Ansichten der autoritären Obrigkeit.

Interessanterweise begeisterten sich Brecht und Bücher für naturwissenschaftliche Lehren und Phänomene. Brecht schrieb sich 1917 in München an der Universität für die Fächer Medizin und Naturwissenschaften ein. Büchner veröffentlichte im Laufe seines Lebens mehrere naturwissenschaftliche Schriften. Aus wissenschaftlicher Perspektive heraus entwickelten Büchner und Brecht Menschen- und Gesellschaftsbilder, die Gegenstand einer Diskussionsrunde mit Durs Grünbein und Michael Hagner am 14. Februar 2013 (20 Uhr, Brecht-Haus) sind. Dabei werden Antworten auf die Frage Büchners „Was ist das, was in uns lügt, stiehlt, hurt und mordet?“ gesucht.


Lesen Sie mehr:

Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin

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