Berlin, Reinickendorf, Tegel
Warnstreiks in Tegel und Schönefeld

90 Flüge gestrichen

90 Flüge gestrichen
Fluggäste müssen während des Warnstreiks am Flughafen-Tegel warten.
Da das Bodenpersonal  in den beiden Berliner Airports Tegel und Schönefeld streikte, konnten weniger Flieger starten und landen. Arbeitsniederlegungen an anderen deutschen Airports verschlimmerten die Lage zusätzlich.

Wegen des Warnstreiks an den Flughäfen sind am heutigen Dienstag 90 von rund 700 Flügen ausgefallen. Dabei handelte es sich vor allem um Inlandsflüge nach Frankfurt/Main, Stuttgart, München oder Köln, wie ein Flughafen-Sprecher sagte. Darüber hinaus kam es zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden. Die Beeinträchtigungen können noch bis in den Abend anhalten.

Im Tarifkonflikt mit dem Flughafendienstleister Globe Ground hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten aufgefordert, zwischen 5:30 Uhr und 12 Uhr die Arbeit niederzulegen.

Die Situation in Tegel und Schönefeld

In Tegel bildeten sich teils lange Warteschlangen. Bei Air Berlin standen die Fluggäste vom Schalter bis in die Haupthalle – die Stimmung war angespannt. Hannes Ullrich aus Steglitz wollte eigentlich nach Zürich fliegen: „Morgens um 7 Uhr habe ich meinen Flug im Internet noch eingecheckt, das ging alles. Am Flughafen habe ich dann erfahren, dass der Flug gestrichen wurde. Ich habe dann die Hotline angerufen, aber die war völlig überlastet.“

In Schönefeld wurden unter anderem Flüge nach Köln/Bonn, London und Moskau gecancelt. Insgesamt sollen sich mehr als 300 Mitarbeiter an dem Streik beteiligt haben.

Wie ein Globe Ground-Mitarbeiter in Schönefeld dem „Tagesspiegel“ sagte, seien zeitweise alle diensthabenden Stammmitarbeiter in Ausstand getreten – bis zu 80 Personen. Supervisoren und Leiharbeiter hätten sich nicht am Streik beteiligt. Hauptstandort des Streiks war der Flughafen Tegel, streikende Mitarbeiter aus Schönefeld wurden aufgerufen, dorthin zu fahren.

Trotz der Ausfälle und Verspätungen sprach Flughafensprecher Leif Erichsen gegenüber dem „Tagesspiegel“ von einer sehr ruhigen Lage an den Berliner Flughäfen. Der Betrieb verlaufe „sehr geordnet“. Viele Fluggäste hätten ihre Flüge schon im Vorfeld umgebucht.

Forderung: Lohnsteigerung um 1,9 Prozent

Aber nicht nur in Berlin, auch an anderen deutschen Flughäfen wie Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Köln-Bonn, Münster-Osnabrück und Dortmund kam es zu Arbeitsniederlegungen. Damit will Verdi im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen vor der am Mittwoch beginnenden nächsten Tarifrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Der Berliner Streikleiter der Gewerkschaft, Jens Gröger, erklärte, Globe Ground habe bisher kein zufriedenstellendes Angebot unterbreitet, obwohl Verdi zu Zugeständnissen bereit gewesen war. Die Gewerkschaft will eine Lohnsteigerung von 1,9 Prozent für die 1500 Beschäftigten durchsetzen. Bereits Anfang des Monats hatte Verdi angeordnet, dass an beiden Flughäfen für einige Stunden die Arbeit niedergelegt wird. Damals hatte man den Streik erst eine halbe Stunde vor Beginn verkündet, so dass der Arbeitgeber kein Ersatzpersonal organisieren konnte.

Bei den bundesweiten Warnstreikaktionen erklärte Verdi am Montag, dass dies „die letzte Warnung an die Arbeitgeber sei, die Tarifverhandlungen nicht eskalieren zu lassen“.

(Von Torben Waleczek, Christa Roth, Isabelle Buckow)

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