Selfmade-City Berlin

Wohnprojekte in Eigenregie

In den letzten zehn Jahren wurden mehr als 120 Bau- und Wohnprojekte durch private Initiativen und Genossenschaften in Berlin entwickelt und bewältigt. Das am 4.Februar erschienene Buch "Selfmade City Berlin: Stadtgestaltung und Wohnprojekte in Eigeninitiative“ präsentiert die besten 50 Konzepte und zieht ein Resümee.

„Selfmade City Berlin“ – so der passende Name eines gerade erschienen Buches, das 50 Wohn- und Bauprojekte vorstellt, die eigeninitiativ von Genossenschaften und Baugruppen in den letzten zehn Jahren konzipiert und durchgeführt wurden. In Zeiten von steigenden Mieten und Wohnraummangel schließen sich betroffene Menschen zusammen und gründen Genossenschaften und Baugruppen, um gegen die Missstände zu kämpfen. In Neukölln etwa kaufte ein Wohnprojekt mit 28 Mitgliedern ein Wohnhaus um sich unabhängig von Investoren und stark schwankenden Mietspiegeln zu machen.

Neben Genossenschaften bilden sich Baugruppen aus Anwohnern und Architekten, die privat finanziert ein Bauprojekt stemmen. In der Zelterstraße in Prenzlauer Berg begannen 2009 die Bauarbeiten zum Projekt „Big Yard“, das vom Architektenbüro Zanderroth entworfen wurde. In einer Häuserlücke entstanden drei verschiedene Wohntypologien mit einem großen gemeinsamen Garten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Geschosswohnungen wurde Wert auf viel Licht, großzügige Räume und auf den Anschluss an eine Dachterrasse gelegt. 2011 gewann das Projekt einen Award beim Deutschen Architekturpreis.  

Nachhaltigkeit im Vordergrund

„Die Bereitschaft in der Baugruppe auch unkonventionelle Wege zu gehen, ist sehr viel größer als bei einem Bauträger oder Investor. Ein Nutzer als Bauherr ist eher auch zu Investitionen in langlebige Materialien oder nachhaltige Energiekonzepte bereit, denn er betrachtet auch die Folgekosten und nicht nur die kurzfristige Rendite“, sagt der Architekt Christoph Roedig über die Besonderheit von Eigenprojekten.  

Am 15. Februar 2013 (18-20 Uhr) findet im Radialsystem anlässlich der Veröffentlichung des Buches eine Diskussionsrunde statt. Zu den Fragen „Selfmade als Zukunftsmodell?“, „Wie viel Gemeinschaft braucht die Stadt?“ und „Gated Community oder neuer Freiraum?“ geben Architekten, Mitglieder von Baugruppen und Genossenschaften sowie Vertreter aus der Politik Antworten. Weiterhin beschäftigt sich der Staatssekretär für Bauen und Wohnen Berlin, Ephraim Gothe, mit Perspektiven von Selfmade-Projekten und gibt einen Ausblick für die Zukunft.

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Hier gibt es interessante Promi-Bilder zu sehen:

Wohnprojekte in Eigenregie, Zelterstraße 5, 10439 Berlin

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