Das Deutsche Blindenmuseum in Steglitz

In Fachkreisen geschätzt

Skulptur von Mensch mit Blindenhund vor Blinden-Museum in Steglitz
Zum Anfassen: Im Deutschen Blindenmuseum sehen die Besucher mit Augen und Händen. Im Garten heißt die Gäste eine "Frau mit Führhund" willkommen.
Die Welt mit den Händen sehen, mit den Ohren und der Nase – doch ohne Augen. Wie das wohl sein mag? Wie nehmen Blinde ihre Umgebung wahr, und wie meistern sie ihren Alltag? Das Deutsche Blindenmuseum in Berlin-Steglitz gibt Einblicke in das Leben ohne Augenlicht.

Seit Jahren lockt das Deutsche Blindenmuseum viele Besucher an, die alles über das Thema Blindheit erfahren wollen. Das Museum in Berlin-Steglitz entstand an der Königlichen Blindenanstalt und beheimatet eine enorme Fülle an Exponaten. Kein Wunder bei dem Alter! Bereits 1890 gründete der Direktor der Königlichen Blindenanstalt, Karl Wulff, den Vorläufer des Museums, die „Königliche Blindenanstalt Steglitz“. Später wurde sie in „Museum für Blindenwesen“ umbenannt, bevor sie schließlich ihren heutigen Namen erhielt. So viel wie möglich möchte das Museum über das Blindenwesen informieren. Besonders über Blindenunterricht und Blindenausbildung will es den Besuchern viel Anschauungsmaterial bieten.

Das Museum platzt aus allen Nähten

Für Fachleute aus aller Welt wurde das Blindenmuseum bereits kurz nach der Gründung zu einem Anziehungspunkt. Bald reichten für die Fülle der Exponate die Räumlichkeiten nicht mehr aus, sodass der Bau eines eigenen Museumsgebäudes erfolgte. Am 13. Oktober 1906 wurde es eingeweiht, anlässlich der Feierlichkeiten zur Eröffnung der Königlichen Blindenanstalt statt. Bis heute erfreut sich das Museum hoher Besucherzahlen, sicher vor allem aufgrund der vielen gesammelten Werke wie Blindenbücher, Schriftsysteme, Blindenkunst sowie Lehr- und Lernmittel von Blinden.

Die Bestände sind noch immer nicht vollständig erschlossen. Besonders interessierte Besucher erhalten nichtsdestotrotz exklusiven Zugang zu den Archiven und können den Bestand einsehen, sofern sie sich vorab angemeldet haben.

Kostenlose Führung am ersten Sonntag im Monat

Jeden Mittwoch können Besucher das Museum von 15 bis 18 Uhr aufsuchen. An jedem ersten Sonntag im Monat startet um elf Uhr eine Führung, an der jeder teilnehmen darf. Es ist nicht nötig, sich anzumelden. Der Eintritt ist in jedem Fall frei, eine kleine Spende stets willkommen.

Schulklassen sind gern gesehene Gäste, sie sollten sich aber vorab anmelden und einen Termin für ihren Besuch vereinbaren, damit das Museumsteam  eine Gruppenführung und auf Wunsch museumspädagogische Aktionen vorbereiten kann. Dann haben die jungen Berliner beispielsweise die Möglichkeit, Fragen zu Louis Braille und der von ihm erdachten Blindenschrift zu stellen. Mit 16 Jahren hatte der blinde Franzose im Jahr 1825 sein Alphabet fertiggestellt. Heute lesen nicht nur Blinde auf der ganzen Welt Bücher mit dieser Schrift, sondern schreiben sie auch selbst mit Rillentafel und Stichel. Das Museum lädt alle Besucher ein, es ebenfalls zu versuchen.


Quelle: kompakt

Deutsches Blindenmuseum, Rothenburgstraße 14, 12165 Berlin

Telefon 030 79709094
Fax 030 79709095

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jeden Mittwoch von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
öffentliche Führung: jeden ersten Sonntag im Monat um 11:00 Uhr

Zum Anfassen: Im Deutschen Blindenmuseum sehen die Besucher mit Augen und Händen. Im Garten heißt die Gäste eine "Frau mit Führhund" willkommen.

Zum Anfassen: Im Deutschen Blindenmuseum sehen die Besucher mit Augen und Händen. Im Garten heißt die Gäste eine "Frau mit Führhund" willkommen.

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