Kult-Eventlocation wird 50

Happy Birthday, Kosmos!

Früher Kino, heute Rundum-Eventlocation: Das Kosmos gehört seit 50 Jahren zu Berlin.
Früher Kino, heute Rundum-Eventlocation: Das Kosmos gehört seit 50 Jahren zu Berlin.
Auch ein eingemauerter Ostberliner konnte die Welt bereisen. Im Kosmos. In der Karl-Marx-Allee 131A. 2012 wird die Eventlocation, das einst größte Kino der DDR, 50 Jahre alt. 

Wer mittendrin ist im Kosmos, der kann den Rest der Welt ganz schnell vergessen. Das war vor fünf Jahrzehnten so und ist es noch. In diesem Jahr feiert die traditionsreiche Eventlocation ihren 50. Geburtstag. Auf welchen Tag er zu datieren ist, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Das Tolle daran: Weil keiner so genau weiß, welches Datum als tatsächlicher Ehrentag anzusehen ist, feiert der Veranstaltungsort seinen Fünfzigsten gleich das ganze Jahr lang.

Das ganze Jahr über Sonderaktionen

Messen, Konferenzen, Ausstellungen, Abendveranstaltungen und Partys füllen den Kalender des Kosmos. Mit Abstand am bekanntesten: die Clubnächte der Samstagabende. Und die eignen sich auch bestens zum Geburtstagfeiern, wie Lea Karasch vom Kosmos-Team QIEZ mitteilte. Zu den „Cosmic Nights“, so der Name der Party-Reihe, gebe es ohnehin ständig unterschiedliche Specials.

„Außerdem bieten wir verschiedene Specials außer der Reihe an“, sagte  die Veranstaltungskauffrau. Wer beispielsweise jetzt Räumlichkeiten für ein Event im Kosmos miete, das bis zum 30. September stattfinden soll, bekomme einen Preisnachlass: „Es gibt 20 Prozent Rabatt auf alle mietbaren Räume, die in diesem Zeitraum genutzt werden sollen.“ Zusätzlich sollen die Kunden zu Beginn des Jahres 2013 mit einer Sonderaktion überrascht werden. Worum genau es sich handle, sei aber noch geheim.

Zwangsversteigerung nach über 30 Jahren Kinobetrieb

Im Kosmos haben Generationen von Berlinern gelacht, geweint und mitgefiebert – kurz: ganz großes Kino erlebt. Über 30 Jahre lang zeigte die Ufa-Theater AG in dem von Josef Kaiser entworfenen Gebäude einen Knüller nach dem anderen. Auch Premieren hochgelobter Filme präsentierte das größte Lichtspieltheater der „Zone“, etwa „Die Legende von Paul und Paula“ im Jahr 1973.

Das 1962 eröffnete Kino überlebte die Wende, wurde 1996 gar zum ersten Multiplex-Kino der Hauptstadt aufgerüstet. Bis zu 3400 Zuschauer waren gleichzeitig zu Gast. Aber das Geschäft mit den Filmen boomte, die Konkurrenz wuchs dem Kosmos quasi über den Kopf. 2005 flimmerte in dem denkmalgeschützten Haus der letzte Streifen über die Leinwand. Bereits bevor der Vorhang sich zum letzten Mal öffnete, hatte die Ufa-Theater AG Insolvenz angemeldet.

Der neue Betreiber etablierte unter dem alten Namen eine vielseitig nutzbare Eventlocation. Rund 1,5 Millionen Euro ließ sich die Kosmos AG die Sanierung des Gebäudes kosten. Bei der Zwangsversteigerung im Jahr 2010 war das Unternehmen unter Geschäftsführung von Olaf Ponesky und Mirko Kahle die einzige bietende Partei. 1,3 Millionen Euro zahlte es für den geschichtsträchtigen VEB-Bau.

Kosmos, Karl-Marx-Allee 131 A, 10243 Berlin

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