Auszeichnung für Jugendhilfe

Theaterprojekt hilft Straßenkindern

Obdachlose Jugendliche bei der Aufführung eines Theaterstücks in der Kontakt- und Beratungsstelle in Charlottenburg.
Obdachlose Jugendliche bei der Aufführung eines Theaterstücks in der Kontakt- und Beratungsstelle in Charlottenburg.
Die Kontakt- und Beratungsstelle in Charlottenburg ist ein zentraler Anlaufplatz für Jugendliche in Not. Seit zehn Jahren initiiert die Einrichtung ein Theaterprojekt, das nun vom Rat für Nachhaltige Entwicklung mit dem bundesweiten Qualitätssiegel "Werkstatt N 2013" ausgezeichnet wurde.

1971 gründete sich die Kontakt- und Beratungsstelle (KuB) in Charlottenburg, um obdachlosen Jugendlichen rund um die Berliner Gedächtniskirche einen Treffpunkt zu bieten. Sozialarbeiter kümmern sich seither um Heranwachsende im Alter von 13 bis 20 Jahren, die aus Kinderheimen oder Elternhäusern weggelaufen sind. Hauptziel ist es, den Jugendlichen Strategien und Auswege aus dem Teufelskreis Kriminalität – Prostitution – Drogenabhängigkeit aufzuzeigen.

Neben Duschräumen, einer Notversorgung und einer Essenausgabe, bietet die KuB seit zehn Jahren ein besonderes Theaterprojekt an, bei dem 40 Jugendliche die Chance bekommen, kreative Erfahrungen zu sammeln. Geprobt wird jeweils drei Monate lang an mehreren Tagen in der Woche. Während der Probetage erhalten die Jugendlichen einen Schlafplatz, Lebensmittel und für die Anreise eine Fahrkarte.

Stärkung des Selbstbewusstseins

Das Konzept und die Aufführungen überzeugten so sehr, dass der Rat für Nachhaltige Entwicklung dem Projekt das bundesweite Qualitätssiegel „Werkstatt N 2013“ verlieh. Zur Entscheidung heißt es auf der Website, dass es mit dem Theaterprojekt gelinge, Jugendliche wieder in die Gesellschaft zu integrieren und den sozialpädagogischen Handlungsrahmen um eine Dimension zu erweitern. Die Erfahrungen bei den Proben und vor allem bei der Aufführung auf der Bühne könnten das Selbstbewusstsein der Jugendlichen stärken und somit die Basis bilden für eine erfolgreiche Resozialisierung.

„Wir waren überrascht über die Auszeichnung, da soziale Projekte meist immer etwas untergehen und nicht im absoluten Fokus der Gesellschaft stehen. Der Preis bestätigt uns in unserer Arbeit. Das Projekt hat sich Jahr für Jahr weiterentwickelt und sich etabliert. Auch der Zuspruch bei den meist ausverkauften Aufführungen spricht für eine Fortführung der Theater-AG“, freut sich Robert Hall, Leiter des Theaterprojekts.

Die Ergebnisse des diesjährigen Theaterprojektes „Ich bin Dion“ unter der Regie von Margareta Riefenthaler werden am 13., 14. und 16. März 2013, jeweils um 20 Uhr, im Grünen Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz vorgestellt.

Weitere Informationen unter www.kub-berlin.de

 

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