Rum-Kontor im Wedding

Hochprozentige Grüße aus Martinique

Hochprozentige Grüße aus Martinique
Rum agricole aus Martinique ist eine weltweite Seltenheit und von außerordentlicher Qualität.
Sprengelkiez – Der Berliner Autor Paul Bokowski bezeichnet die Müllerstraße im Wedding als "große weite Welt im Kleinen", weil sie Menschen und Einrichtungen aus aller Herren Länder beheimatet. Das zeigt sich auch abseits der Trubelmeile in der Fehmarner Straße. Hier befindet sich das Rum-Kontor Séraline de Martinique, das nicht nur besten Rum, sondern auch ein Stück Karibik in die Hauptstadt bringt.

„Aktuell ist es mit vielen Zufällen verbunden, wenn man meinen Laden findet“, sagt Sebastian Trommsdorf, Inhaber des Séraline de Martinque, mit einem Grinsen. Das liege vor allem daran, dass Bauarbeiten und Gerüst am Haus nebenan noch nicht dazu einladen, die Fassade ausladend zu gestalten. Eine Sache, an der der Rumexperte in Zukunft auf jeden Fall arbeiten möchte, damit mehr Berliner erfahren, was es mit dem Laden neben dem 1st Geocaching Shop auf sich hat.

Hier vertreibt er seit Mai 2014 vor allem eins: Rum. Nicht irgendwelchen, sondern Rhum Agricole aus Martinique, einer Karibikinsel, die etwa so groß ist wie Rügen und auf der kaum mehr Menschen leben als in Pankow. „Dort gibt es vor allem zwei Dinge: Bananen und eben Rum. Und weil Rhum Agricole nur zwei Prozent der weltweiten Sorten ausmacht, habe ich ihn als Nischenprodukt nach Berlin geholt.“

Ein Stück Martinique im Wedding

Den Anstoß hierfür lieferte seine Frau, die aus der Karibik kommt und ihn mit der Lebenskultur ihrer Heimatinsel vertraut machte. Der gelernte Versicherungskaufmann war auf Anhieb begeistert und tüftelte mit ihr gemeinsam Vertriebsmöglichkeiten aus. Durch die familiären Beziehungen nach Martinique sind sie gut vernetzt. „Manche Destillerien erreichst du weder per Brief, noch per Telefon und schon gar nicht über das Internet. An die kommst du nur ran, wenn du sie dort selbst besuchst.“ Von den Händlern vor Ort bezieht Trommsdorf den Rhum Agricole, den er als „Porsche unter den Rum-Sorten“ bezeichnet. Er hat so etwas wie Mischgetränke à la Cola oder Orangensanft nicht nötig: „Das kann man machen, aber es wäre ein Trauerspiel. Viel eher genießt man ihn mit einer Zigarre.“

Das Besondere am Rhum Agricole ist seine außerordentliche Qualität, die man an der Farbe erkennt. Je länger der Rum in Fässern reifen konnte, desto stärker nimmt er deren Farbe an und umso dunkler, satter schimmert er.

So können Jahre oder Jahrzehnte vergehen, bis er seinen Weg in eine Glasflasche findet. Ein Grund dafür, dass der Rhum Agricole sich wohl nie als Massenware im Supermarkt wiederfinden dürfte. „Diese Zeit der Reifung nimmt man sich eben überwiegend nicht, zumal auch niemals so viel produziert werden könnte“, sagt Trommsdorf.

Je dunkler der Rum, desto höher seine Qualität. Das wissen auch die Anbieter der gängigen Supermarktsorten und versetzen ihr Getränk bei der Herstellung mit Zucker, Karamell oder Farbstoffen, damit sich das Produkt färbt und der (falsche) hochwertige Eindruck entsteht. „Das ist ein klarer Fall von Scheinqualität. Genauso gut könnten sie den Rum pink färben“, sagt der Berliner.

Auf derartige Zusatzstoffe verzichten die Prozenten des Rums und setzen stattdessen auf Qualität. Und die hat ihren Preis. Weißen Rum gibt es im Séraline de Martinique ab 18 Euro. Eine Flasche länger gereifter brauner Rum kostet zwischen 22 und 75 Euro. Echte Rum-Raritäten, die es nur noch wenige Male auf der ganzen Welt gibt, können das Portemonnaie sogar um 1.300 Euro erleichtern. „Rum aus Martinique steht eben für Qualität. Das ist ähnlich wie mit Autos aus Deutschland.“

Nicht nur Rum im Angebot

Neben den verschiedenen Rum-Sorten liegen im Séraline de Martinique noch einige weitere Dinge im Schaufenster. Das sind zum einen Biere und Liköre, „die immer fantastisch als Geburtstagsgeschenk für Frauen funktionieren“, zum anderen Gewürze und Schokolade – alles aus Martinique.

„Die Schokolade hatte ich anfangs nur als Deko. Und auf einmal kommt ein Mann in meinen Laden und fragt, was sie denn kostet.“ Seitdem zählt sie zum Süßwarensortiment, in dem sie bald Gesellschaft bekommt. Denn Inhaber Trommsdorf plant, eine Süßkartoffel-Konfitüre zu importieren, „die echt fantastisch schmeckt, auch wenn ich vor dem ersten Probieren skeptisch war“.

Sein Anliegen sei es, die Essens- und Trinkkultur von Martinique ein wenig bekannter zu machen. Er könne sich hierfür keinen schöneren Ort als den Wedding vorstellen: „Jeder schreibt hier in der Straße irgendwie seine ganz eigene ulkige Ladengeschichte.“ So ergänzt man sich gegenseitig und macht die Straße und damit wiederum den Wedding attraktiver. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis sie weiter an Bekanntheit gewinnt. Und es irgendwann kein Zufall ist, wenn man dem Stück Martinique im Wedding einen Besuch abstattet.
 

Das Séraline de Martinique ist ein Rum-Kontor im Wedding. Hier steht der seltene Rhum Agricole zum Verkauf, der sich durch seine außerordentliche Qualität auszeichnet und vor Ort verkostet werden kann. Darüber hinaus befinden sich weitere Getränke und Speisen aus Martinique im Sortiment, das in den nächsten Monaten stetig wachsen soll. Weitere Infos zum Rum-Kontor findest du hier

Séraline de Martinique, Fehmarner Straße 3, 13353 Berlin

Telefon 0179 948 03 97

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Donnertag bis Samstag: 17:00 bis 20:00 Uhr

Séraline de Martinique

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