Umgestaltung des Urania-Vorplatzes

Operation am offenen Herzen

Operation am offenen Herzen
Derzeit ist der Urania-Vorplatz eine einzige Baustelle. Zur Foto-Galerie
Schöneberger Norden - Seit 125 Jahren zieht das Wissens- und Kulturzentrum jährlich hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Doch sein Umfeld zeigte sich bisher wenig ansehnlich. Nun sind die Arbeiten für eine Verschönerung des Urania-Vorplatzes nach jahrelanger Vorarbeit endlich ins Rollen gekommen. Wir haben uns die ersten Ergebnisse angeschaut.

In der City West tut sich einiges. Neue Hotels und Shoppingcenter entstehen, gefragte Gastronomen siedeln sich an und der Osten scheint nicht mehr das Maß aller Dinge zu sein. Diese Entwicklung ist bis in den Norden Schönebergs hinein spürbar. In den kommenden Jahren soll unter anderem das Wohn- und Lebensumfeld zwischen Wittenberg- und Nollendorfplatz aufgewertet werden. Auch der Vorplatz des lebendigen Kulturzentrums Urania ist Nutznießer dieser verstärkten Bemühungen um ein angenehmeres Klima im dem von viel Durchgangsverkehr und wenig Geschäften geprägten Kiez. Bereits seit 2009 steht die Idee im Raum, den Platz neu zu gestalten und für Besucher und Anwohner attraktiver zu machen. Doch erst jetzt nehmen die Pläne allmählich Gestalt an.

„Bewegungsbahnen“ auf schwarzem Grund

Am 11. April konnten Daniel Krüger, Baustadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, und verschiedene Vorstandsmitglieder der Urania stolz die ersten handfesten Ergebnisse präsentieren. Bis zum Sommer soll auf dem Urania-Vorplatz ein Entwurf des „A24 Landschaft“-Architekturbüros umgesetzt werden. Dieses entschied bereits 2012 einen ausgeschriebenen Wettbewerb für sich und sieht vor, auf dem Gelände vor der Urania einen tiefschwarzen Bodenbelag mit goldfarbenen Metallbändern, sogenannten Bewegungsbahnen, zu verlegen.

Nachdem die Bauarbeiten bereits im November begonnen haben, ist nun das erste kleine Teilstück mit einer solchen Bewegungsbahn neben dem Eingang zur Urania fertiggestellt. Die eingelassenen Goldbänder sind in ihrer Deutung offen – sie können sowohl für Formen innerhalb der Galaxie als auch für Orbits innerhalb eines Atomkerns stehen. Wenn alles nach Plan verläuft, soll bis zum Sommer das ganze Areal vor der Urania mit dem schwarzen Belag und den goldfarbenen Streifen verschönert werden. Auch neue Bänke und zahlreiche Fahrradständer sind geplant.

Neue Perspektiven

Die Neugestaltung ist Teil des Senatsprogramms zur Verschönerung von Plätzen in Berlin. Die Urania, die keine Fördergelder vom Senat erhält und für Neu- oder Umbauten ausschließlich auf Lotto-Mittel angewiesen ist, kann diesmal zumindest indirekt von der Maßnahme des Bezirks profitieren. Vor allem freuen sich die Verantwortlichen darüber, dass Gäste des kleinen Urania-Cafés bald auch Außensitzplätze vorfinden werden und besondere Ausstellungen sowie kleinere Veranstaltungen in Zukunft unter freiem Himmel stattfinden können. Bisher war das unmöglich, denn der Vorplatz vor der Urania galt behördlich als Straßenland.

Derzeit ist das Urania-Umfeld jedoch noch eine Baustelle. Die Arbeiten, von einem Vorstandsmitglied als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnet, sind in vollem Gange – Stolperfallen und Umwege inklusive. Bleibt zu hoffen, dass sich der Aufwand lohnt und Passanten, Gäste der Urania und Anwohner den neu gestalteten Platz trotz des Verkehrslärms annehmen werden.

Foto Galerie

Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin
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