Nahverkehr in Berlin und Potsdam

Diese Dinge solltest du zum Fahrplanwechsel wissen

Diese Dinge solltest du zum Fahrplanwechsel wissen
Blick von Osten in Richtung Ostbahnhof und Fernsehturm: Hier kann nun auch die S-Bahn auf vier Gleisen fahren.
Dichterer Takt und größere Züge: Vor allem die Umland-Pendler könnten ab 9. Dezember profitieren. Innerhalb Berlins und in Potsdam erwarten uns einige kleine Änderungen. Draußen in den weiten Flächen Brandenburgs wird erstmals eine einst stillgelegte Strecke wieder befahren.

Mehr Platz und mehr Züge für Pendler

Einer der dicksten Brocken, an die Politik und Verkehrsbetriebe in den nächsten Jahren ran müssen, ist der Ausbau der Kapazitäten für Pendler zwischen Berlin und dem Umland. Das Problem ist erkannt, es gibt verschiedenste Überlegungen, die ersten Schritte sind erfolgt. Doch Bahnbrechendes hat die Bahn noch nicht zu vermelden. Immerhin: Auf dem besonders viel genutzten Streckenabschnitt des RE2 (Wismar – Cottbus) zwischen Nauen und Berlin kommen drei zusätzliche Fahrten pro Tag und Richtung hinzu, morgens und nachmittags im Berufsverkehr sowie am frühen Abend. Außerdem wird die Kapazität des RB10, der ebenfalls zwischen Nauen und Berlin verkehrt, um gut 25 Prozent auf 580 Sitzplätze erhöht – allerdings erst im zweiten Quartal 2019.

Zum selben Zeitpunkt soll sich unter der Woche auch die Zahl der Plätze im RE7 (Dessau – Wünsdorf-Waldstadt) auf 460 erhöhen. Für den Abschnitt von Berlin nach Bad Belzig ist montags bis donnerstags um 16.30 Uhr ein zusätzlicher Zug in Richtung Bad Belzig vorgesehen, ebenso wie am Wochenende ein weiterer Ausflugszug pro Tag und Richtung.

 

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Ein Beitrag geteilt von Bahnphotograf (@bahnphotograf) am Nov 30, 2018 um 3:11 PST

Von Gesundbrunnen in die Prignitz: neue Linien, längere Linien

Spektakuläre Neueröffnungen sind diesen Dezember nicht zu vermelden. Für Berliner am interessantesten: In die schöne Prignitz geht es mit dem RE6 nun bereits ab Gesundbrunnen und nicht erst ab Spandau. Die Linie verkehrt über Hennigsdorf, Neuruppin, Wittstock – wo im nächsten Jahr die Landesgartenschau Brandenburg stattfindet – nach Wittenberge. Der RB26 ins polnische Kostrzyn startet und endet künftig nicht mehr in Lichtenberg, sondern am Ostkreuz. Möglich machen es die neuen Regionalbahnsteige dort.

Zugfahrer aus dem Landkreis Oder-Spree dürfte erfreuen, dass mit dem RE1 eine der wichtigsten Brandenburger Verbindungen wieder regelmäßig bis Eisenhüttenstadt fährt und man nicht mehr in Frankfurt umsteigen muss. Zwischen dem Barnim und der Uckermark reaktiviert die Bahn tatsächlich eine alte Strecke: Der RB63 mit Start in Eberswalde wird probeweise für drei Jahre über Joachimsthal hinaus bis nach Templin Stadt verlängert – und trägt den schönen Zusatznamen Schorfheide-Bahn. Außerdem gibt es eine neue Verbindung zwischen Cottbus und Lübben: Der RB41 hält im Gegensatz zum RE2 immer an allen Stationen.

S-Bahn profitiert von Baufortschritten am Ostkreuz

Da zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof nun vier Gleise für die S-Bahn zur Verfügung stehen, kann die S75 aus Wartenberg verlängert werden. In der Hauptverkehrszeit fährt sie im Zehn-Minuten-Takt bis zum Ostbahnhof, außerhalb davon endet jede zweite Fahrt in der Warschauer Straße. Ob das allerdings die Hohenschönhausener und Wartenberger besänftigt, die früher per S-Bahn direkt mit Berlin-Mitte und der City West verbunden waren?

Auf der S3 setzt die S-Bahn zwischen Ostbahnhof und Friedrichshagen / Erkner ab 10. Dezember montags bis freitags auch zwischen 9 und 13 Uhr längere Züge mit acht Wagen ein. Änderungen gibt es aber auch am Wochenende und an Feiertagen: Genau dann wird die S46 zur halben Ringbahn und fährt nicht nur von Königs Wusterhausen bis Westend, sondern von dort weiter bis Gesundbrunnen. Außerdem verkehrt die S85 (Grünau – Pankow) länger – wie unter der Woche bis etwa 21.30 Uhr.

 

 

BVG verdichtet und verlängert

Neue Strecken gibt es mit dem Fahrplanwechsel bei der BVG nicht. Alle Änderungen bei Trams und Bussen betreffen die Taktung der Fahrten oder deren Ausdehnung in den Morgen- und Abendstunden sowie am Wochenende. So kommt etwa die Tramlinie 16, die den östlichen Stadtrand bei Ahrensfelde mit der Frankfurter Allee verbindet, samstags zwischen 12 und 18 Uhr alle zehn Minuten statt alle 20. Eine weitere Verbesserung für das Wochenende im Osten der Stadt: Der Bus X54 verbindet jetzt auch sonntags die S-Bahnhöfe Pankow und Marzahn, endet somit nicht mehr in Weißensee.

In den Westen der Stadt: Vom Zoo kommst du nun abends länger in die eher abgelegenen Spandauer Ortsteile Gatow und Kladow: Der Bus X34 fährt ab 10. Dezember montags bis samstags bis 21.41 Uhr. Eine neue Linie gibt es auf alter Strecke. Allerdings bringt die nicht nur Vorteile: Wer bisher den Nachtbus von Potsdam Hauptbahnhof in Richtung Zehlendorf Eiche nutzte, muss künftig umsteigen, wenn er weiter als S-Bahnhof Nikolassee möchte. Die Linie wird geteilt: Der bekannte N16 endet stadteinwärts künftig in Nikolassee, ab dort geht es mit dem neuen N18 weiter. Der wiederum wird ab Zehlendorf Eiche zum M48 – was den Vorzug hat, dass man ab 9. Dezember nachts mit dem Bus ohne Umsteigen von Nikolassee bis zum Alexanderplatz kommt.

Potsdam: Neues am Campus Jungfernsee

Der neue Fahrplan bringt nur kleine Änderungen für den Nahverkehr in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Sie betreffen vor allem den Norden. Fahrgäste aus den nördlich der Stadt gelegenen Dörfern ärgern sich seit der Eröffnung der neuen Tram-Endhaltestelle Campus Jungfernsee (Linie 96), dass sie dort je nach Fahrtrichtung in Bus oder Tram umsteigen müssen. Nur noch wenige Busse fahren durch. Die Stadtwerke und ihre Verkehrssparte ViP verbessern daher den Anschluss, verkürzen also die Wartezeiten. Außerdem verbindet die Buslinie 698 künftig die Tram-Endhaltestellen Kirschallee (Linie 92) im Stadtteil Bornstedt und Campus Jungfernsee. Bisher endete sie nur einen guten Kilometer vom Campus entfernt in Nedlitz.

Weitere Neuerungen im ÖPNV kannst du u.a. den Webseiten von VBB, BVG und ViP entnehmen.

Bahnhof Ostkreuz, Markgrafendamm 23, 10245 Berlin

Telefon 030 29743333

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