Nahverkehr in Berlin und Potsdam

Diese Dinge solltest du zum Fahrplanwechsel wissen

Diese Dinge solltest du zum Fahrplanwechsel wissen
Beinahe Vergangenheit: Eine S5 nach Spandau wird es ab 10. Dezember 2017 nicht mehr geben.
Neue Haltestellen, neue Linien, mehr Züge: Am 10. Dezember ändert sich für Berliner, Potsdamer und Pendler einiges zum Guten. Doch ein Bahnhof wird vom Regionalverkehr abgehängt.

Dank neuem Regionalbahnsteig: Mehr Züge halten am Ostkreuz

Nach langen Jahren als Baustelle nimmt der Bahnhof Ostkreuz immer mehr seine endgültige Form an. Eine Neuerung, die seine Bedeutung als Umsteigepunkt noch mal deutlich erhöht, gibt es zum Fahrplanwechsel: In West-Ost-Richtung wird ein Bahnsteig für Regionalzüge eröffnet. Dort halten künftig RE1 (Magdeburg/Brandenburg Frankfurt/Oder), RE2 (Wismar Cottbus), RE7 (Dessau Wünsdorf-Waldstadt) und RB14 (Nauen Schönefeld) zusätzlich. Beim RE2 entfallen dafür die meisten Halte am Ostbahnhof. Gerade für Pendler dürfte die Umsteigemöglichkeit in die Ringbahn und die Regionalzüge in Nord-Süd-Richtung von Vorteil sein.

Keine Regionalzüge mehr in Karlshorst

Der neue Halt am Ostkreuz dürfte die Entscheidung begünstigt haben, den Regionalbahnsteig in Karlshorst zu schließen. Doch vor allem ist dieser marode und die Bahn scheut die Renovierungskosten. Für die steigende Zahl der Karlshorster bleibt an dieser Stelle neben Tram und Bussen nur noch die S3. Vor allem in Richtung Innenstadt könnte sich das als Manko erweisen. Bleibt die Wahl zwischen Umsteigen und vollen Zügen. Oder Warten auf den nahegelegenen Regionalbahnhof Köpenick, der 2027 in Betrieb gehen soll.

Neuer Regionalbahnsteig in Mahlsdorf

Freuen können sich dagegen die Mahlsdorfer. Bisher hatten die Anwohner am Bahnhof die Wahl zwischen der S5 und der Tramlinie 62 (sowie Bussen). Doch ab 10. Dezember halten an einem neuen Bahnsteig auch die Züge der Regionalbahnlinie 26 von Berlin nach Kostrzyn stündlich. Damit kommst du nicht nur in rund einer Stunde ins Oderbruch und nach Polen, sondern auch ohne Zwischenhalt nach Lichtenberg.

S-Bahnen: Längere Strecken und dichterer Takt

Häufig stand in den letzten Jahren die S-Bahn im Zentrum der Kritik am Berliner Personennahverkehr. Der neue Fahrplan könnte hier gegensteuern, so er denn weitgehend eingehalten wird. Ab Sonntag fahren gleich zwei S-Bahnlinien bis nach Spandau, S3 und S9. Die S9 verbindet dabei künftig den Berliner Westen über die Stadtbahntrasse mit dem Flughafen Schönefeld. Zuletzt hatte sie vom Flughafen nach Pankow geführt. Drei Linien bis Spandau wären aber des Guten zu viel: Die S5 verkehrt daher nur noch bis Westkreuz.

Auch der Norden kommt nicht zu kurz: Die S25, die bisher in Gesundbrunnen endete, fährt künftig als S26 weiter nach Waidmannslust. Dafür wird die S85 nach Pankow umgeleitet. Im Süden verkehrt diese Linie unter der Woche nun tagsüber auch außerhalb des Berufsverkehrs bis nach Grünau, vor allem um die Anbindung des Wissenschaftsstandorts Adlershof zu verbessern. Gute Nachrichten gibt es auch für Ringbahn-Fans: Die kommt nun vormittags bis 11 und abends bis 21 Uhr alle fünf Minuten. Oder eben nicht.

Tram: Mehr Platz und mehr Züge in der M1

Nicht viel Neues gibt es bei der Tram – außer bei der M1. Sind die Bauarbeiten auf dieser Strecke abgeschlossen, was noch in diesem Jahr geschehen soll, wird dort der 7,5-Minuten-Takt eingeführt. In Pankow, wo sich die Strecke gabelt, ergibt das einen 15-Minuten-Takt. Doch die Straßenbahnen kommen nicht nur öfter: Die neuen Flexity-Modelle bieten auch rund 90 Plätze mehr pro Zug.

Treptow-Köpenick: Neue Brücke, neue Buslinie

Neben häufigeren Fahrten auf anderen Verbindungen bekommt der Südosten der Stadt auch eine ganz neue Buslinie. Der 365er verkehrt zwischen S-Bahnhof Baumschulenweg und Oberschöneweide (Wilhelminenhofstraße/Edisonstraße). Dabei überquert der Bus die Spree über die neue Minna-Todenhagen-Brücke. Sobald diese fertig ist, startet auch die Verbindung – geplant ist der 21. Dezember.

Potsdam: Tram 96 wird bis Campus Jungfernsee verlängert

In Potsdam verbindet die Linie 96 den wachsenden Norden der Stadt mit Zentrum, Hauptbahnhof und dem südöstlichen Stadtteil Kirchsteigfeld. Von der nördlichen Endhaltestelle Viereckremise wurde die Trasse nun entlang der Bundesstraße 2 bis zum Campus Jungfernsee verlängert, wo derzeit ein Siedlungs-, Bildungs- und Gewerbeareal entsteht. Unter anderem hat dort SAP eine Niederlassung. Die Tram 96 wird nicht nur länger, sondern fährt künftig tagsüber unter der Woche auch im 10-Minuten-Takt (bisher alle 20 Minuten). Dafür enden die Buslinien 609 und 638 aus Richtung Norden mit wenigen Ausnahmen bereits an der Stadtgrenze am Campus Jungfernsee. Dort können und müssen die Fahrgäste in die Tram umsteigen.

Weitere Änderungen: Die Tram 92 fährt außer in der Hauptverkehrszeit nur noch bis Bisamkiez. Die Linie 99 aus Babelsberg, Fontanestraße wird ebenfalls verkürzt und endet außer im Spätverkehr am Platz der Einheit. Dafür verkehrt die andere Babelsberger Tram, Linie 94, künftig in der Hauptverkehrszeit bis Bahnhof Pirschheide ganz im Westen der Stadt. Dorthin fährt wiederum die Linie 98 nicht mehr – sie pendelt nun zwischen Schloss Charlottenhof und Bahnhof Rehbrücke.

Ausblick: Neue Tramstrecken auch für Berlin?

Straßenbahnen sind ja wieder schwer in Mode. Auch in Berlin werden alle möglichen neuen Strecken diskutiert. Relativ weit in der Planung ist dabei die Verlängerung der M10 zur Turmstraße in Moabit. Die notwendigen Unterlagen liegen noch bis zum 5. Januar 2018 zur Ansicht im Bezirksamt Mitte, Rathaus Tiergarten aus.

Weitere Neuerungen im ÖPNV kannst du u.a. den Webseiten von VBB, BVG und ViP entnehmen.

Bahnhof Ostkreuz, Markgrafendamm 23, 10245 Berlin

Telefon 030 29743333

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