degewo-Konferenz

Wie sieht die Stadt 2050 aus?

Wie sieht die Stadt 2050 aus?
Hier fand die Tagung statt: das Café Moskau. Zur Foto-Galerie
Karl-Marx-Allee - Im Café Moskau organisierte Berlins größtes Wohnungsunternehmen degewo zum eigenen 90. Geburtstag eine Fachkonferenz zum Thema "Stadt 2050. Ein Blick in die Zukunft". Welche Trends können wir wahrnehmen, welche vielleicht selbst setzen? Wie wollen wir in 36 Jahren leben? Und vor welchen Herausforderungen stehen wir?

Der Gastgeber der Fachkonferenz, degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka, erklärte: „Immer mehr Städte stehen vor großen Herausforderungen, was zum Beispiel die Fragen bezahlbaren Wohnraums, die Entwicklung der Quartiere, der Infrastruktur und des öffentlichen Raums angeht. Wir haben uns die Freiheit genommen, ein Stück weit zu philosophieren, wohin die Reise gehen könnte.“ Uns interessierte bei der Konferenz natürlich vor allem alles rund ums Thema Berlin, wenngleich auch allgemeine Zukunftsszenarien durchaus Denkanstöße lieferten.

Herausforderungen für Berlin

Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt des Landes Berlin sieht für die Hauptstadt künftig vier besondere Herausforderungen: die stark wachsende Bevölkerung, Fragen sozialen Zusammenhalts, die Wirtschaft sowie Klima und Energiewende. „Wir wachsen schneller als der Durchschnitt der Bundesrepublik. Daraus ergeben sich Stärken, aber auch große Probleme“, sagte er. Ziel des Berliner Senats sei es, schon bis 2030 eine führende „Smart City“ (also eine „schlaue Stadt“) in Europa zu werden. Von der europäischen Stadt zeichnete auch Gunther Adler, der Staatssekretär im Bundesbauministerium, ein Bild. Er kam als Vertreter für die angekündigte Bundesministerin Barbara Hendricks. „Wenn wir von der europäischen Stadt 2050 sprechen“, erklärte Adler, „dann muss diese internationaler, grüner, vernetzter, kreativer, sauberer und sozial gerecht sein.“ Schauplatz sei das Quartier, hier seien Probleme erlebbar, hier entscheide sich die Zukunft.

Der britisch-kanadische Journalist und Autor Doug Saunders sagte: „Wenn Berlin von den besten Vorbildern aus Europa lernt und seine Stärken nutzt, kann das Berlin des Jahres 2050 ein Ort sein, der dem heutigen Berlin ähnelt – mit noch mehr Einwohnern, erschwinglicherem Wohnraum, mehr Dichte und mehr Komfort. Der spannendste Abschnitt im Wachstum Berlins steht erst bevor.“ Bei Saunders lag der Schwerpunkt definitiv auf der Integration von Zugewanderten in der Stadt.

Neue Wohnungen von Bedeutung

Am prägnantesten konnte sicher Benjamin R. Barber seine These vertreten. Der amerikanische Politikwissenschaftler und einflussreiche Denker, der beispielsweise auch als Berater des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton fungierte, ist der Ansicht, dass Städte besser funktionieren als Regierungen, denn diese müssten sich ja mit den Problemen auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen. Er fordert ein „globales Parlament der Bürgermeister“.

Natürlich fiel auch immer wieder das Stichwort Tempelhofer Feld – mit dem Augenmerk darauf, dass eine Randbebauung für die Weiterentwicklung unserer Stadt von großer Bedeutung sei. Und dass Platz im Vergleich zu anderen europäischen Städten in Berlin eben noch keine Mangelware ist. „Am besten beeinflusse ich den Markt, in dem ich neue Wohnungen baue“, meinte auch Bielka. Neben den steigenden Mieten, der Gefahr, Reichen- und Armenviertel zu schaffen und der Ferienwohnungsproblematik war auch der Wirtschaftsfaktor Tourismus ein Thema. Schließlich liegen die Einnahmen derzeit bei rund 13 Milliarden Euro im Jahr! Entgegen einiger aktueller Diskussionen geht von Berlin eben immer noch die Faszination einer unfertigen Stadt aus.

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Cafe Moskau, Karl-Marx-Allee 34, 10178 Berlin
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