Hauptbahnhof in Berlin

Drehkreuz Mitte

Drehkreuz Mitte
In einem imposanten Glasbau verbirgt sich der Berliner Hauptbahnhof. Entworfen hat das Gebäude der Hamburger Architekt Meinhard von Gerkan. Zur Foto-Galerie
Dieser Bahnhof hat Format: Mit täglich 300.000 Passagieren ist der Berliner Hauptbahnhof der viertgrößte Personenbahnhof Deutschlands. 1.269 Fern-, Regional- und S-Bahnzüge machen jeden Tag hier Halt.

Nur die Bahnhöfe in Hamburg, Frankfurt am Main und München sind größer. Die Namensgebung des Hauptstadtkolosses war keine leichte Geburt. Die Berliner wollten den Bahnhof nach seinem Vorgänger Lehrter Bahnhof nennen. Die Bahn jedoch wendete ein, dass eine Namensgleichheit zu Verwirrungen führen würde und schlug die Bezeichnung als Hauptbahnhof vor. Als Lösung hielt schließlich ein Kompromiss her, der unpraktische Doppelname Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof. Mehr als zwei Jahre darauf, im Frühjahr 2005, verkündete die Deutsche Bahn einen Namenswechsel: Seit dem 26. Mai 2006, dem Tag der offiziellen Eröffnung, trägt der Bahnhof seinen heutigen Namen und inzwischen haben sich auch die Berliner daran gewöhnt.

Laut der Deutschen Bahn ist der Bahnhof der modernste der Welt. Als Kombination aus Turmbahnhof und Berührungsbahnhof verbindet er kreuzende Bahnlinien durch übereinanderliegende Ebenen und beherbergt zugleich zwei verschiedene Durchgangsbahnhöfe, die betrieblich nicht miteinander verbunden sind. Der Architekt, der den markanten Glasbau entworfen hat, ist nicht etwa Berliner. Meinhard von Gerkan kommt aus Hamburg.

Erstaunliche Ausmaße

Neben den vielen Zügen und Passagieren sind es vor allem die Ausmaße, die den Berliner Bahnhof so bemerkenswert machen: Allein die Grundfläche ist 430 mal 430 Meter groß. Auf den fünf Verteilerebenen können die Fahrgäste problemlos regelrechte Wanderungen veranstalten. Mit viel Fantasie kommt sogar Bergfeeling auf zwischen den 54 Rolltreppen, 44 normalen Treppen und sage und schreibe 32 Aufzügen. Auch wenn man so manchen, der in großer Eile reist, Zähneknirschen ereilt, während er auf den Fahrstuhl wartet – Kinder sind oft geradezu versessen auf die Aufzüge.

In den komplett verglasten Kabinen staunen Kids über das Treiben in dem Bahnhof, und nicht selten überreden sie die Eltern zu einer eigentlich unnötigen zweiten Fahrstuhlfahrt. Schließlich ist im beschaulichen Stadtzentrum so mancher Kleinstadt fast nie so viel los wie hier. 27.200 Quadratmeter Glasfläche wollen ausgiebig bestaunt werden, und zwar möglichst von jeder Ebene aus. Der Höhenunterschied zwischen der untersten und der obersten Ebene beträgt ganze 24 Meter. Die Kirchtürme idyllischer Dörfer sind niedriger.

Falls die Familie wirklich einmal vor lauter Fahrstuhlbegeisterung den Anschluss auf einem der 14 Gleise verpasst, kann sie die Zeit bis zur Weiterfahrt auf 15.000 Quadratmeter Gewerbefläche in Läden und Cafés verbummeln. Das Einkaufszentrum im Berliner Hauptbahnhof ist täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet.

Bewegte Geschichte vor dem Neubau

Der Vorgänger des Hauptbahnhofs – der Lehrter Bahnhof – war einer von ehemals elf Kopfbahnhöfen in Berlin. Von 1871 bis 1951 war er Ausgangspunkt der Berlin-Lehrter Eisenbahn ins niedersächsische Lehrte. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde die ausgebrannte Ruine mangels Alternativen zunächst notdürftig instand gesetzt. Am 28. August 1951 fuhr dann der letzte Zug. 1958 wurde das Hauptportal gesprengt und abgetragen. Es diente der Herstellung von Ziegelsplitt für den Wiederaufbau. Der Lehrter Stadtbahnhof und das Stadtbahnviadukt blieben nahezu unbeschädigt erhalten. Nach dem Mauerbau 1961 lag der Bahnhof in unmittelbarer Nähe der Grenze und verlor damit an Bedeutung. Kurz nach der Wende begannen die Planer des Berliner Senats mit einer Verkehrskonzeption für die gesamte Stadt. Im Juni 1992 beschloss die Bundesregierung die Errichtung eines neuen Drehkreuzes am Ort des alten Lehrter Stadtbahnhofs. 1993 wurde der Wettbewerb für das Projekt Lehrter Bahnhof ausgeschrieben, den das Hamburger Büro Gerkan Marg und Partner gewann. 1995 begann der Bau. Wenige Jahre später musste der alte Lehrter Stadtbahnhof dem Neubau des heutigen Berliner Hauptbahnhofs weichen.

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Quelle: kompakt

Berlin-Hauptbahnhof, Europaplatz 1, 10557 Berlin

Berlin-Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof wurde mit einer Milliarde Euro deutlich teurer als geplant und nur mit verkürztem Dach realisiert.

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