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150 Jahre Steglitz in 1000 Exponaten

150 Jahre Steglitz in 1000 Exponaten
Ineinem Lichterfelder Altbau ist das Steglitz-Museum zu Hause.
Lichterfelde - Muss Heimatgeschichte altertümlich, heimattümelnd und langweilig sein? Das Steglitz-Museum beweist, dass es auch anders geht ...

Ist der museale Ansatz von „Heimat“ in unserer schnelllebigen Zeit einer hochkomplexen, globalisierten und vernetzten Welt überhaupt noch zu vermitteln? Verbindet sich “Heimat” heute noch mit dem Geburtsort? Hat nicht „Heimat“ seinen ausschließlichen Vergangenheitsbezug verloren? Aber wie identifiziere ich mich mit meinem Wohnumfeld, wie kann ich in einer zerfransenden globalisierten und anonymen Welt wieder Identitäten, Halt und Überschaubarkeit finden?

Dazu können Heimatmuseen mit einer modernen Präsentation der Ausstellung durchaus dienen. Hier kann z.B. Schülern Geschichte lebensnah und anschaulich im unmittelbaren Umfeld erlebbar gemacht werden: Wie erlebten Steglitzer das Dritten Reich, den 2. Weltkrieg oder das eingemauerte West-Berlin. Ein in dieser Hinsicht durchaus „gelungenes“ Heimatmuseum ist das „Steglitz Museum“ in Lichterfelde-West.

Geschichte im Lichterfelder Altbau

In der aktuellen Ausstellung wurden die letzten 150 Jahre von Lichterfelde in 1000 Fotos und Exponaten in einer am 6. Dezember endenden Ausstellung zusammengestellt. In der verschachtelten Struktur eines typischen Lichterfelder Altbaus auf lediglich 180 Quadratmeter Ausstellungsfläche ist das recht viel und der Besucher ist schnell überfordert mit der Vielzahl an durchaus wichtigen Informationen.

Deshalb empfehle ich Ihnen, sich Zeit zu nehmen und zwischendurch bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen eine Pause einzulegen. Ob über Teltow-Kanal, Telefunken, IBM, Garnisonsstandort oder über historische Persönlichkeiten wie den Gründer der Villenkolonie Lichterfelde West Anton Wilhelm von Carstenn, Manfred von Ardenne, Walter Gropius, oder Boleslaw Barlog – die Ausstellung gibt viele Antworten. Auch über die Auswirkung der Teilung Berlins oder über den bürgerlichen Widerstand zur Erhaltung der Villenkolonie Lichterfelde-West in den 1970ern Jahren wird der Besucher informiert.

Die Dauerausstellung musste wegen der vielen Lichterfelder Exponate weichen. Doch sind dankenswerterweise alle Exponate des Heimatvereins Steglitz in einer professionell gestalteten Online-Datenbank zu finden. Dazu gehören über 2000 Postkarten, fast 18.000 Zeitungsartikel über Steglitz von A-Z, 6600 Fotografien, die in 3602 Bücher im Museum vor Ort angesehen werden können.

Die neue Ausstellung zum Technischen Hilfswerk kommt ab Januar 2016 in die Räume, ab 7. Dezember ist deshalb das Steglitz -Museum in Lichterfelde, Drakestraße 64A, geschlossen. Schauen sie rein, es lohnt sich-auch wenn es nicht ihre „Heimat“ ist.

PS: Wussten sie, das seit 1881 in der Gemeinde Groß-Lichterfelde die erste elektrisch betriebene Straßenbahn der Welt – erfunden von Werner von Siemens – fuhr?

Dieser Text wurde uns zur Verfügung gestellt vom Blog Berlin ab 50, einem Portal für die Generation der Best Ager – und alle anderen interessierten Leser und Schreiber.


Quelle: Blog "Berlin ab 50"

150 Jahre Steglitz in 1000 Exponaten, Drakestraße 64, 12205 Berlin
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