Bürgerverein Luisenstadt

Im Einsatz für den lebenswerten Kiez

Das Herzstück der Luisenstadt: Das Engelbecken und sein angeschlossener Park.
Das Herzstück der Luisenstadt: Das Engelbecken und sein angeschlossener Park.
Der Kiez rund um den Michaelkirchplatz hat mit Vandalismus zu kämpfen. Immer wieder wird das Schwanenhaus im Engelbecken umgestürzt und im angeschlossenen Park nimmt das Müllproblem zu. Der Bürgerverein Luisenstadt wirkt den Verwahrlosungstendenzen entgegen und setzt sich für die Lebensqualität in dem ehemals eigenständigen Stadtteil ein.

Nur noch das goldene Dach zeugt vom Schwanenhaus im Kreuzberger Engelbecken – der Rest des nach dem Vorbild der 20er Jahre errichteten Häuschens liegt unter Wasser, nachdem es am vergangenen Wochenende von seiner Plattform gestoßen wurde.

Bereits mehrfach ereilte das Schwanenhaus dieses Schicksal und Wiland Giebel vom Bürgerverein Luisenstadt ist über das Vorgehen der unbekannten Täter empört: „Es ärgert mich, dass sich solche Dumpfbacken immer wieder hier austoben.“ Sein Verein hat die Bruthütte für Wasservögel, in der zwar keine Schwäne, dafür aber regelmäßig Enten brüten, errichten lassen. Erst vor knapp drei Monaten war das demolierte Häuschen mit dem Giebel restauriert worden – damals bekam es auch sein vergoldetes Dach aufgesetzt.

„Wir können hier kaum etwas gegen den Vandalismus machen“, klagt Wieland. Die Täter kämen erst spät in der Nacht. Sie geben sich darüber hinaus nicht mit der Demolierung des Schwanenhauses zufrieden: Auch das Café am Engelbecken hat, wie der gesamte Park Luisenstädtischer Kanal, unter der Zerstörungswut zu leiden. „Ich finde immer wieder morgens einen Teil meiner Tische und Bänke im Wasser“, so der Wirt Cheena Riefstahl. Seine Bitte nach nächtlichen Kontrollgängen könne von der Berliner Polizei nicht erfüllt werden –  „zu wenig Personal“, fasst Riefstahl die Absage zusammen.

Ehrenamtliches Engagement

Mit rund 100 Mitgliedern engagiert sich der Bürgerverein Luisenstadt seit der Wende für den Kiez an der Schnittstelle von Kreuzberg und Mitte. Er macht sich bei Fragen der Stadtplanung für die Interessen der Nachbarschaft stark und lädt regelmäßig zu Bürgerversammlungen ein. Auch die Gestaltung von Luisenstädtischem Kanal und Engelbecken hat der Verein begleitet – erst 2007 konnte die vormals auf dem Mauerstreifen gelegene Anlage gänzlich restauriert werden.

Nicht nur der Vandalismus ist ein Problem, auch die Verschmutzung der Anlage wird von Giebel und Riefstahl beklagt. „Ich fische regelmäßig den Müll aus dem Wasser“, so der Wirt. Um das Problem nicht zu verschärfen, verkaufe er keine Zuckertütchen oder Kaffee in Pappbechern. Auch andere Liebhaber des Parks scheint der Müll zu stören. „Inzwischen hängen an den Mülleimern schon Zettel auf Türkisch: ,Jungs, schmeißt den Müll hier rein!’ Die Mitglieder der alevitischen Gemeinde nebenan hängen die auf“, erzählt Riefstahl.

Auch der Bürgerverein gibt nicht klein bei: „Wir lassen uns vom Vandalismus nicht beeindrucken und machen einfach weiter“, sagt Giebel. Am kommenden Sonntag soll das Schwanenhaus wieder auf seine Plattform gestemmt werden. Aufgrund des hohen Gewichtes werden noch Helfer für die Aktion gesucht. Wer mitmachen möchte, kann sich um 11 Uhr am Café Engelbecken einfinden – Badebekleidung und wasserfestes Schuhzeug nicht vergessen!

Darüber hinaus engagiert sich der Bürgerverein Luisenstadt am 15. September beim stadtweiten Aktionstag „Berlin – deine saubere Stadt: Mach mit!“.

Weitere Infos zum Verein unter www.buergerverein-luisenstadt.de
Weitere Infos zur Aktion „Berlin – deine saubere Stadt“ unter  www.wir-berlin.org

 

 


Quelle: Der Tagesspiegel

Im Einsatz für den lebenswerten Kiez, Michaelkirchplatz, 10179 Berlin

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