Filmpionier und Fotograf Max Skladanowsky

Von Känguru-Kämpfen & Kino-Kästen

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Max Richard Skladanowsky
Nordisches Viertel - Der gebürtige Pankower Max Skladanowsky war zwar nicht der Begründer des Kinos, aber sein Projektionsapparat zur Vorführung von Bewegtbildern galt in Berlin dennoch als "interessanteste Erfindung der Neuzeit". Eine Geschichte über starke Technik, ein boxendes Känguru und den Wettlauf mit der Zeit.

„Die Bewegung. Pauline, das ist es, worüber ich mir den Kopf zergrübele. Ein Foto ist tot. Auch wenn es vom Ausdruck her noch so lebendig ist. Weil es sich nicht bewegen kann. Was lebendig ist, bewegt sich.“ Diese Worte richtete der junge Max Richard Skladanowsky (1863 bis 1939) einst an seine Verlobte. Schon bald sollte es ihm gelingen, seinen Traum wahr werden zu lassen und einzelne Filmbilder „zum Laufen“ zu bringen. Als gelernter Fotograf, Glasmaler sowie Techniker für mechanische und optische Geräte brachte Skladanowsky die idealen Voraussetzungen für die Erfindung des sogenannten Bioscops mit. Das Pankower Schaustellerunternehmen seiner Familie an der Ecke Berliner Straße / Maximilianstraße bot ihm zudem die nötigen Ressourcen, die er für seine Tüftelei brauchte.

Am 1. November 1895 führte der damals 32-Jährige seinen Projektionsapparat das erste Mal einem größeren Publikum im Varieté Wintergarten vor. Dabei konnten die rund 1500 Gäste auf der Leinwand ein boxendes Känguru in Lebensgröße bestaunen. Im Saal brach begeistertes Jubeln aus, und der Moderator sprach gar von einer „Weltsensation“.

Bittere Enttäuschung

Doch der Erfolg Skladanowskys hielt nicht lange an. Nicht einmal zwei Monate später präsentierten die Gebrüder Lumière in Paris den Cinématographen, der dem Bioscop technisch weit überlegen war. Fehlendes Kapital und kaufmännisches Wissen führten schließlich dazu, dass der Pankower Filmvorreiter 1897 seine letzte Bewegtfilmvorführung in Stettin gab und fortan lediglich mit Daumenkinos durch die Lande reiste.

Zudem entflammte ein jahrelanger Rechtsstreit mit seinem Bruder Emil über die Schöpfung des Bioscops. Max wollte als alleiniger Urheber des Gerätes und als Erfinder des Kinos gelten: „Was Wagner für die Musik war, bin ich für den Film!“, schrieb Skladanowsky 1934 auf eine Postkarte. 1939 starb er 76-jährig zwar nicht als Erfinder des Kinos, wohl aber als Pionier der deutschen Filmgeschichte.


Und das ist Skladanowsks berühmtes boxendes Kängur:


Quelle: kompakt

Von Känguru-Kämpfen & Kino-Kästen, Berliner Straße 40, 13189 Berlin

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