2. Bauabschnitt

Es geht voran im PallasPark

Der PallasPark vor dem Pallasseum in Schöneberg.
Der PallasPark vor dem Pallasseum in Schöneberg.
Schöneberger Norden - Am 24. Januar wurden im Wohnblock "Pallasseum" die Pläne zur weiteren Umgestaltung der angrenzenden Grünanlage mit integriertem Spielplatz vorgestellt.

Rund ums Pallasseum ist einiges in Bewegung. Galt der Ende der 70er Jahre errichtete und bis 2001 „Sozialpalast“ genannte Wohnblock lange Jahre als sozialer Brennpunkt, so ist spätestens seit der Umbenennung des aus mehr als 500 Wohnungen bestehenden Gebäudes viel passiert. Nicht zuletzt dank der Bemühungen des zuständigen Quartiersmanagements Schöneberger Norden konnten der Kiez rund ums Pallasseum mit verschiedenen Kulturveranstaltungen belebt und viele der Bewohner, die meisten davon mit Migrationshintergrund, mit Interesse und Engagement für ihren Lebensraum erfüllt werden.

Als Beispiele für diese Entwicklung können unter anderem die Kunstaktion „Von innen nach außen“ – in der ein Künstler die allgegenwärtigen Satellitenschüsseln der Bewohner mit selbst gewählten Motiven verzierte und so das Pallasseum in einen weithin sichtbaren „Eyecatcher“ verwandelte – oder der 2009 angelegte interkulturelle „Garten der Künste“ genannt werden, in dem derzeit 16 Gärtner aus dem Block aktiv sind.

Vom Müllabladeplatz zur gefragten Grünfläche

Am benachbarten PallasPark lässt sich die positive Entwicklung des Wohnquartiers ebenfalls ablesen. Der ehemalige Parkplatz wurde bereits um die Jahrtausendwende in einen öffentlichen Park mit verschiedenen Spiel- und Aufenthaltsflächen umgewandelt. Doch erst seitdem vor drei Jahren der erste Bauabschnitt zur abermaligen Um- und Neugestaltung des Parks umgesetzt wurde, verwandelte sich die Fläche endgültig von einem Hundeauslauf-, Drogenumschlag- und Müllabladeplatz zu einem echten Spielplatz mit Aufenthaltsqualität. Im ersten Bauabschnitt wurde – unter Einbeziehung der Ideen der Anwohner – aus einem ehemaligen Geröllfeld ein attraktiver Spielplatz mit Buddelkasten, Wipp-Floß und Seemannskisten.

Nun geht die Umgestaltung des PallasParks in die zweite Runde. Für die Neugestaltung der Flächen rund um den kleinen Spielplatz ist erneut Landschaftsplaner Raoul van Geisten verantwortlich. Dieser stellte am 24. Januar – in leider sehr kleiner Runde – seine Pläne vor. Sie sollen, wenn alles gut geht, bereits ab Juli 2014 umgesetzt werden. Geplant ist, das laut van Geisten  „naturräumliche Leitmotiv einer Flusslandschaft“ weiter fortzusetzen. Dazu soll der kleine Skatehügel auf dem Gelände abgetragen und stattdessen eine von Balancierstangen eingefasste Freifläche mit Schachbrett und viel Raum für kreatives Spiel geschaffen werden.

Darüber hinaus sind ein von Holzhackschnitzeln bedeckter Aufenthaltsbereich, die kostenintensive Erneuerung des viel zu kleinen Pavillons am nördlichen Ende des Parks, ein Buddelbereich für kleinere Kinder sowie die Pflanzung neuer, Schatten spendender Bäume und Sträucher geplant. Der von der Gruppe rund um den benachbarten „Garten der Künste“ gepflegte Kräutergarten soll durch die Abtragung der hinaufführenden Rampe besser vor Skateboardern und radfahrenden Kindern geschützt und durch Hinweisschilder als schützenswertes Beet gekennzeichnet werden. Darüber hinaus werden rund um den PallasPark in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Architekten neue Bürgergärten geschaffen und das Hochbeet am Eingang soll künftig von einem Kunstwerk mit Bezug zu den Themen Migration und Integration verziert werden.

Unverzichtbares Engagement

Auch das Aufstellen einer Tischtennisplatte wurde bei dem Treffen am 24. Januar angeregt. Ob sich dies realisieren lässt, ist aufgrund der beengten Platzverhältnisse noch fraglich. Denn die zuständige Projektleiterin vom Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt weist darauf hin, dass ein Sicherheitsbereich sowie genügend Platz für das Rangieren der notwendigen Bau- und Reinigungsfahrzeuge unbedingt gewährleistet bleiben müsse. Ohnehin wurde im Verlauf der Planungswerkstatt deutlich, dass es nicht immer nur die Kosten, sondern auch bürokratische Hürden – wie Fallschutz oder fehlende Trinkwasserqualität – sind, die den Planern eines sozial motivierten Projektes einen langen Atem abverlangen.

Doch der PallasPark beweist, das trotz knapper Kassen und mit dem guten Willen aller Beteiligten im Stadtraum viel bewegt werden kann. Nicht nur die nachwachsende Generation im Pallasseum wird es den Verantwortlichen ganz sicher danken.

Es geht voran im PallasPark, Potsdamer Straße 172, 10785 Berlin

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