Berliner Untergrund

Gutes Wasser - dank Rupelton

Gutes Wasser - dank Rupelton
Berlin kann seinen Trinkwasserbedarf allein mit den eigenen Grundwasservorkommen decken. Zu verdanken ist dies einer ganz besonderen Gesteinsschicht.
Die wichtigste Mauer steht noch! Tief unter der Stadt gewährleistet sie Berlins genießbares Trinkwasser.

Die Berliner Mauer hat eine ältere Schwester. Eine bedeutend ältere. Seit 30 Millionen Jahren sorgt sie tief im Boden dafür, dass vor allem die tiefer gelegenen Teile der Stadt mit dem hohen Grundwasser zu kämpfen haben. Zwar sickert das Wasser zunächst durch den sandigen Boden, doch „in der Tiefe gibt es eine Sperrschicht, die wie der Boden einer Schüssel wirkt“, erklärt der Geologe Limberg.

Zwischen dieser Schicht und der Erdoberfläche sammelt sich das Wasser. „Genau genommen besteht der Untergrund der Stadt nur zu 85 Prozent aus Sand, Kies und Geschiebemergel, der Rest ist Wasser“, so der Experte.

Genauer betrachtet setzt sich diese zweite Mauer, die sich in bis zu 150 Metern Tiefe durch den Boden längs von Havel und Spree zieht, aus dunklen Tonteilchen zusammen. Sie schließen sich, anders als der lockere Sand, zu festen, praktisch wasserundurchlässigen Klumpen zusammen und bildeten vor Jahrmillionen einen Meeresgrund.

Wichtige Barriere

Heute sorgt die Schicht dafür, dass die Berliner ihr Grundwasser trinken können. Sie trennt nämlich das tiefer gelegene Salz- vom darüber gelegenen Süßwasser. Ohne diese Barriere, den sogenannten Rupelton, „könnte das Grundwasser versalzen, dann wäre es für die Trinkwasserversorgung wertlos“, so Limberg.

Der Geologe und seine Kollegen tragen dafür Sorge, dass der Rupelton nicht durchbrochen wird. So werden jährlich etwa 1000 Löcher für die Gewinnung der Erdwärme gebohrt – ein riskantes Geschäft. Deshalb gibt es Areale, in denen solche Bohrungen untersagt sind. In allen anderen Bereichen herrscht Bohrstopp, sobald der Rupelton erreicht ist.

Wer die wichtige Grenze einmal mit eigenen Augen betrachten möchte, der fährt am besten in den Norden der Hauptstadt. Am Rand des Spandauer Salzkissens liegt der durch Erdkräfte in Richtung Erdoberfläche gedrückte Rupelton teilweise frei. In Lübars wurde er auch abgebaut; der Ziegeleisee ist von den Arbeiten zurückgeblieben.

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Quelle: Der Tagesspiegel

Gutes Wasser - dank Rupelton, Am Freibad 9, 13469 Berlin

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