Journalist Heinz Knobloch

Der Spaziergänger von Berlin

Der Spaziergänger von Berlin
Heinz Knobloch liebte seine Bücher. Zur Foto-Galerie
Masurenstraße - Heinz Knobloch – ein bekannter Feuilletonist und Schriftsteller der DDR – lebte und arbeitete in Pankow. Er galt als liebenswerter und bescheidener Mensch, der gerne aus seinen Büchern vorlas. Seine Texte zu Einzelpersonen, zur Stadtgeschichte oder zu politischen Begebenheiten nehmen den Leser mit auf eine Reise durch die Zeit.

Der aus Dresden stammende Heinz Knobloch zog 1935 nach Berlin. Nach seiner Desertion in Frankreich und mehrjähriger Gefangenschaft in den USA und Schottland während des Zweiten Weltkriegs kehrte er 1948 zurück und wurde Mitbegründer der „Wochenpost“. Darin erschien sein Feuilleton „Mit beiden Augen“. In der DDR waren Feuilletons zunächst unerwünscht und galten als bürgerlich und oberflächlich. Heinz Knobloch verstand es aber, auf gekonnte Weise „zwischen den Zeilen“ zu schreiben, und verhalf dem Feuilleton damit zur neuen Blüte. So machte er es zu einer Mischung aus Prosagedicht und Zeitungsaufsatz.  

Berliner Flaneur

Heinz-Knobloch-Park. © Anja Altenburg
Als Berlin-Spezialist liebte Heinz Knobloch die Stadt und machte sie liebenswert. Seine  Geschichten sammelte er auf Spaziergängen durch Berlin. Es entstanden populäre Bände wie „Berliner Grabsteine“, „Stadtmitte umsteigen“ und „Berlins alte Mitte“. Darin betrachtete er Berlin aus vielen unterschiedlichen Perspektiven und brachte seinen Lesern Menschen näher, die diese Stadt prägten: zum Beispiel den jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn oder Wilhelm Krützfeld, der 1938 die Zerstörung der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße verhinderte. 2014 erschien die 8. Auflage seines Erfolgsbandes „Geisterbahnhöfe“ – ein Klassiker zum geteilten Berlin. Für die Recherche des Buches hatte er mit seiner Frau Berlins Bahnhöfe erkundet.

Bis zu seinem Tod am 24. Juli 2003 lebte Heinz Knobloch mit seiner Frau in der Pankower Masurenstraße. Die hier angrenzende Grünanlage erhielt 2005 den Namen Heinz-Knobloch-Park, und an seinem Wohnhaus hängt heute eine Gedenktafel, die ihn in der Tradition der „Berliner Aufklärung“ würdigt.     

Foto Galerie


Quelle: kompakt

Der Spaziergänger von Berlin, Masurenstraße 4, 13189 Berlin
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