Interview-Reihe

Fünf Fragen an einen echten Detektiv – Teil 2

Fünf Fragen an einen echten Detektiv – Teil 2
Von wegen schummriges Hinterhofbüro – Privatdetektiv Marcus Lentz räumt mit den gängigen Klischees über den Detektivberuf auf.
Wer beauftragt einen Privatdetektiv? Und wie sieht es mit dem Thema Stalking in Berlin aus? QIEZ hat einen echten Vertreter der Detektiv-Branche gefragt, was du schon immer über den Beruf wissen wolltest.

Wir haben Marcus Lentz, Privatermittler und Geschäftsführer der Detektei Lentz GmbH & Co. KG, fünf Fragen zum Berufsalltag eines Detektivs gestellt. Dieses Mal geht es unter anderem um Eifersucht und Stalking in Berlin.

QIEZ: Waren Sie während Ihrer Arbeit schon einmal in Gefahr, wurden bedroht oder mussten sich mit einer Waffe verteidigen?

Marcus Lentz: „Der Detektiv-Beruf ist nicht gefährlicher als der des Bäckers, Metzgers oder Maurers. Wir haben überhaupt keine Waffen. Wozu auch? Wir wollen die Zielperson überwachen und nicht überfallen. Unsere Waffen sind unsere Kameras, unser Verstand und die logische Kombinationsgabe.“

Wer beauftragt einen Detektiv? Sind das überwiegend eifersüchtige Frauen/Männer mit Verdacht auf Ehebruch?

„75 Prozent der Aufträge kommen aus der Wirtschaft. Wir beschäftigens uns meistens mit Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall, Arbeitszeitenbertug, Geheimnisverrat und Lagerdiebstähle.

Untreue bei Partnerschaften machen nur knapp 20 Prozent der Aufträge aus. Bei diesen 20 Prozent sind Unterhaltsangelegenheiten und der Nachweis von Stalking bereits inbegriffen. Die restlichen fünf Prozent entfallen auf Spezialgebiete: IT-Forensik zum Beispiel.“

Wo wir grade beim Thema Stalking sind: Wie sieht es mit diesem Thema in Berlin aus?

„Bei Nachstellung oder Stalking ist die Dunkelziffer sehr, sehr hoch. Für uns als Detektive nimmt dieses Aufgabenspektrum seit einigen Jahren zu – ist aber noch eher die Ausnahme und bewegt sich im einstelligen Prozentbereich.“

Wie geht man mit einem Stalker um? Und wann ist der Punkt erreicht, an dem man sich professionelle Hilfe holen sollte?

„Ganz wichtig: Stalker hören nicht von alleine auf! Wer das denkt, glaubt auch, dass die Erde eine Scheibe ist. Der Stalker wird sich steigern: Erst geht es mit Briefen oder heimlichen Fotos los und mündet oft in Sachbeschädigung. Plattgestochene Autorreifen, durchgeschnittene Bremsleitungen – und im schlimmsten Fall kommt es zu körperlichen Übergriffen.“

Sind Berliner auffallend untreu, eifersüchtig oder rachsüchtig?

„Nein. Nicht mehr als in jeder anderen Großstadt. Rache ist überhaupt nur ganz selten ein Motiv, um eine Detektei zu beauftragen.“

Wie man Privatdetektiv wird, welche TV-Klischees wirklich zutreffen und welche Rolle das Internet bei Ermittlungen spielt, liest du im ersten Teil der Interview-Reihe.


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