Interview

Fünf Fragen an einen echten Detektiv

Fünf Fragen an einen echten Detektiv
Von wegen schummriges Hinterhofbüro – Privatdetektiv Marcus Lentz räumt mit den gängigen Klischees über den Detektivberuf auf.
Wie wird man Privatdetektiv? Welche Klischees – von der rasanten Verfolgungsjagd bis zur Observation bei Nacht – finden sich im Alltag eines Detektivs tatsächlich wieder? QIEZ hat einen echten Vertreter der Branche gefragt, was du schon immer über den Beruf wissen wolltest.

Wir haben Marcus Lentz, einen ZAD-geprüften Privatermittler und Geschäftsführer der Detektei Lentz GmbH & Co. KG, fünf Fragen zum Berufsalltag eines Detektivs gestellt. Welche klassischen TV-Klischees wirklich zutreffen, ob man eine Ausbildung braucht und welche Rolle Social Media Accounts bei einer Ermittlung spielen, erfährst du hier aus erster Hand.

QIEZ: Welche Klischees – Hinterhof-Office, Verfolgungsjagden, Observationen bei Nacht oder Verkleidungen – finden sich im Alltag eines Detektivs tatsächlich wieder?

Marcus Lentz: „Keines davon. Ehrlich nicht. Größere Detekteien arbeiten in gewöhnlichen Bürogebäuden und Verkleidungen gehören in den Karneval. Die meisten Observationsfahrten sind ruhig und die Detektive darauf bedacht, das Zielfahrzeug nicht aus den Augen zu verlieren und die Verkehrsregeln zu beachten. Echte Verfolgungsjagden sind die absolute Ausnahme. Bei einer normalen Observation sind mindestens drei Detektive zeitgleich als Team im Einsatz – gerade in Großstädten wie Berlin.“

Was gehört zur Grundausrüstung, die ein Detektiv für seine Arbeit braucht?

„Eine Spiegelreflexkamera mit lichtstarken Objektiven, Nachtsichtgeräte oder Wärmebildkameras gehören dazu, genauso wie Kleinstkameras in Brillen, Autoschlüsseln, Feuerzeugen und Halsketten. Außerdem noch Laptop, Diktiergerät und jede Menge Ersatz-Akkus.“

Waren Sie als Kind ein Fan der Drei ??? und haben Sie damals schon davon geträumt Detektiv zu werden?

„Ja, ich habe damals jede Folge auf Kassette verschlungen und wollte immer wie Justus sein. Aber daran gedacht selbst Detektiv zu werden, habe ich damals noch nicht.“

Welche Ausbildung braucht man als Privatdetektiv?

„Für den Beruf gibt es keine gesetzliche Regelung, aber in der Branche ist mittlerweile die zweijährige Ausbildung zum ZAD geprüften Privatermittler (IHK) fast flächendeckend anerkannt. Man lernt u.a. Rechtskunde, Observations-, Ermittlungstaktik und psychologische Gesprächsführung. Ohne Ausbildung garantiere ich, dass man sehr schnell Bekanntschaft mit dem Staatsanwalt machen – und zwar als Beschuldigter.“

Welche Rolle spielt das Internet – insbesondere Social Media Accounts – bei ihren Ermittlungen?

„Das Internet ist eine fast unerschöpfliche Informationsquelle! Und Social Media Accounts geben weitaus mehr preis, als sich der normale User vorstellen kann. Da helfen auch alle Sicherheitseinstellungen nichts – wer Informationen will, bekommt sie auch.“


Detektei Lentz GmbH & Co. KG, Pariser Platz 4a, 10117 Berlin

Telefon 08005894274

Webseite öffnen


Montag - Samstag 09:00-19:00

Detektei Lentz GmbH & Co. KG

XMAS Newsletter

Weitere Artikel zum Thema Service

Mode | Service | Shopping + Mode

Verkaufsoffene Sonntage in Berlin

Immer wieder sonntags ... Gehst du entweder auf dem Flohmarkt stöbern, ohne wirklich etwas zu […]